Kinofeeling

The Promise –
Die Erinnerung bleibt

Mikael ist jung, talentiert, ambitioniert und Armenier. In Aussicht auf ein besseres Leben für seine Familie geht er als Medizinstudent vom Lande nach Istanbul, um dort Arzt zu werden. Doch dort gerät er in die Wirren des Ersten Weltkrieges und muss erleben, wie seine Herkunft sein weiteres Leben bestimmt.

18. August 2017 - 14:32
SPIESSER-Autorin cucumber.
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cucumber Offline
Beigetreten: 17.11.2016

Worum geht's?

Der beruflichen Tradition seiner Familie folgend ist Mikael Apotheker geworden.Doch der junge und wissensdurstige Armenier will mehr, er möchte Arzt werden. So macht er sich mithilfe der Aussteuer seiner Verlobten auf nach Istanbul, um dort zu studieren. Hier trifft Mikael Ana, eine gebürtige Armenierin, die in Paris aufwuchs und mit dem amerikanischen Journalisten Chris Meyers in der Istanbuler Gesellschaft zugegen ist. Ana und Mikael verlieben sich ineinander, doch die Erklärung des Ersten Weltkrieges hebt die Welt der jungen Studenten aus den Fugen.

In den Wirren des türkischen Kriegseintritts wird Mikael als Armenier diskriminiert und landet über Umwege in einem Arbeitslager. Aus diesem entkommt er nur mit Mühe und Not, um zu seiner Familie heimzukehren und diese vor den Übergriffen auf die armenische Bevölkerung zu schützen.

Kurze Zeit später trifft Mikael Ana und Chris wieder. Während sie versuchen armenische Waisenkinder außer Landes zu bringen, muss Mikael das Massaker an seinem gesamten Heimatdorf bezeugen. In allem Verlust stellt sich die Frage, was und wen Mikael, Ana und Chris jetzt noch retten können.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪
Romantik: ✪ ✪ ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪

Wer spielt mit?

Die Dreiecksbeziehung bekommt durch Oscar Isaac (Mikael) einen Dreh-und-Angel-Punkt. Der amerikanische Schauspieler war bisher in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ und „X-Men: Apocalypse“ zu sehen.

Ihm zur Seite steht Charlotte Le Bon (Ana). Die bezaubernde Kanadierin ist als Model und Schauspielerin bekannt. Auf der Leinwand war sie bisher unter anderem in „Madame Mallory und der Duft von Curry“ sowie „Yves Saint Laurent“ zu bestaunen.

Der Dritte im Bunde ist kein Geringerer als Christian Bale (Chris Meyers). Die Filmographie des Briten ist lang. „The Dark Knight“, „Der Maschinist“, „American Psycho“ sowie „The Fighter“ gehören zu seinen berühmtesten Filmen.

Filmischer Augenschmaus?

Bilder, die einem sagen, was man fühlen soll, sind in der Regel typisch für amerikanische Filme. Trotz klassischer Filmweise sind die Bilder ausdrucksvoll und es sind die Kleinigkeiten, ausgefeilte Dialoge oder auch nur Gesten, die die Charaktere nicht so klassisch erscheinen lassen, wie man vielleicht anfangs dachte.

Gibt’s was zu meckern?

Noch ein Film über Kriegsverbrechen, die in ihrer Grausamkeit scheinbar nur durch eine Liebesgeschichte wieder menschlich werden. Alleine diese Schublade könnte man dem Film vorwerfen, jedoch sind weder die Erzählweise noch die Liebesgeschichte so plump, wie man es zu Beginn dem Film vielleicht vorwerfen möchte.

Braucht man Taschentücher?

Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass die eine oder andere Krokodilsträne kullert. Teilweise sind die Bilder hart und die Dramatik tiefgehend und kompliziert.

Mit wem angucken?

Völlig egal, es schadet keinem sich diesen Film anzuschauen. Bei allem was man vielleicht meckern oder beanstanden könnte, bleibt der armenische Genozid eine Bildungslücke bei vielen. Und ein Drama hin und wieder ist immer drin. Unterhaltung geht auch ohne Specialeffects oder rosarote Liebesdramödie.


Anna und Chris in Zeiten der Ruhe vor dem Sturm.

Was macht man danach?

Denken, googlen und sich fragen, warum man so wenig über Armenien, den ersten Weltkrieg und den armenischen Genozid weiß.

In 3 Worten:

Ungewohnt. Respektvoll. Drama.

 

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Verdient wäre die Leinwand. Ob Trailer und Teaser jedoch Menschenmassen in die Kinos locken wird, ist fraglich. Wohl eher in die Programmkinos.

Mainstream oder Independent?

Eine Mischung aus beidem. Das Thema ist vielleicht eher weniger Mainstream, schlicht, weil man nicht so viel darüber weiß. Aus diesem Grund ist der Film auch ein wenig independent. Aber nur ein bisschen, denn welcher Film mit Christian Bale wird das jemals sein? Ein bekannter Name macht auch den Film bekannt und es ist eben dennoch Hollywood.

The Promise – Die Erinnerung bleibt

Regie: Terry George
Darsteller: Christian Bale, Oscar Isaac, Charlotte Le Bon, Angela Sarafyan
Kinostart: 17. August 2017
Filmlänge: 2h 15min
Genre: historisches Drama
FSK: 12

 

 

Text: Annika Bäse
Bildmaterial: © capelight pictures 2004-2017

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