Kinofeeling

The Rider

Als der Cowboy Brady Braeburn nach einem schweren Reitunfall seine Rodeo-Karriere beenden soll, setzt er alles daran, um seinen Traum nicht aufgeben zu müssen. SPIESSER-Autorin Fabienne hat die wahre Geschichte, die im Pine-Ridges-Reservat in Amerika spielt, für euch im Kino gesehen.

19. Juni 2018 - 09:29
SPIESSER-Autorin Pamina96.
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Pamina96 Offline
Beigetreten: 13.11.2013

Worum geht's?

Nachdem sich der junge Cowboy Brady beim Rodeoreiten eine schwere Kopfverletzung zugezogen hat, die er beinahe mit dem Leben bezahlt hätte, und er nun mit einer Metallplatte im Kopf weiterleben muss, raten ihm die Ärzte davon ab, weiterhin zu reiten. Doch Brady, der mit traditionellen Männlichkeitsvorstellungen, zu denen auch Rodeo gehört, aufgewachsen ist, will sich nicht damit abfinden. Trotz der Mahnungen durch seinen besorgten Vater und seine kleine, geistig behinderte Schwester Lilly hofft er, nach einiger Zeit wieder aufs Pferd steigen zu können. Als direkter Nachkomme der Lakota-Sioux betrachtet er es als seine Bestimmung, mit Pferden zu arbeiten, besonders denen, die schwer zu zähmen sind. Auch das Schicksal seines besten Freundes Lane, eines gefeierten Cowboys, der seit einem Rodeo-Unfall schwer behindert im Rollstuhl sitzt, schreckt ihn nicht ab. Letztendlich muss sich Brady jedoch entscheiden: Zwischen seinem vorherigen, gefährlichen Leben als Cowboy und einem neuen Leben in Sicherheit fernab vom Rodeoreiten.

Wer spielt mit?

Das Spannende an diesem Film ist, dass die Hauptcharaktere keine oscarprämierten Schauspieler sind, sondern von den Personen, die die Geschichte selbst erlebt haben, gespielt werden. Demnach stand Brady Jandreau für sich selbst vor der Kamera, nur mit in „Braeburn“ geänderten Nachnamen. Selbst Lane Scott, Bradys Freund, der im Rollstuhl sitzt, tritt hier als er selbst auf, so wie auch Bradys andere Cowboy-Freunde und die Familie. Dass die Darsteller in ihrer Rolle sich selbst verkörpern, macht den Film fühlbar authentisch.

Filmischer Augenschmaus?

Die sorgfältig inszenierte, einfühlsame Handlung ist durchaus ein filmischer Augenschmaus, unterstrichen von der schönen Steppenlandschaft des amerikanischen Pine-Ridges-Reservat. Besonders Menschen, die Pferde mögen, werden sich in diesem Film wiederfinden.

Gibt’s was zu meckern?

Für eine leichte Unterhaltung am Feierabend ist der Film nicht unbedingt geeignet, da er insgesamt schwere Kost birgt. Schon die Anfangsszene, bei der sich Brady den Verband selbst vom Kopf schneidet, ist ziemlich düster. Wer also einen idyllischen Pferdefilm erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein.

Braucht man Taschentücher?

Für dramatische Szenen zwischendurch, bei denen ein paar Tränen fließen könnten, sollte man Taschentücher parat haben. Die Tatsache, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht und die Darsteller sie tatsächlich so erlebt haben, kann erst recht zu Tränen rühren.

Mit wem angucken?

„Heartland“-Fans oder allgemein Pferdeliebhaber wären sicherlich ein guter Begleiter für's Kino.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪ ✪ ✪
Romantik:
Humor:
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪
Was macht man danach?

Danach philosophiert man mit den Freunden darüber, was ein großer Traum wert ist und inwiefern man dafür sein eigenes Leben riskieren würde. Zudem birgt der Film Diskussionsstoff darüber, was für eine Rolle männliche Werte in solch einer Kultur, wie in der der Bradys spielen und wie sie die Menschen beeinflussen.

In 3 Worten:

Authentisch, packend, einfühlsam.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Der kleine Bildschirm zu Hause ist ausreichend, da der Film nicht allein von spektakulären Bildern lebt, sondern von einer einfühlsamen Handlung, die zum Nachdenken und Mitfühlen anregt.

Mainstream oder Independent?

Dieser Cowboyfilm, der Bradys Geschichte erzählt, ist ein Independent. Es ist ein Film fernab von Klischees und prominenten Hollywood-Schauspielern.

Die Anfängerin

Regie: Chloé Zhao
Darsteller: Brady Jandreau, Tim Jandreau, Lilly Jandreau, Cat Clifford u.v.m.
Kinostart: 21. Juni 2018
Filmlänge: 100 Minuten
Genre: Drama, Cowboyfilm, Neo-Western
FSK: 0 / Freigegeben ohne Altersbeschränkung

 

Text: Fabienne Kollien
Teaser: ® Welt Kino

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