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Kelvin Jones

„Can I call you home?“ tönt es momentan aus jedem Radio, das unsere Charts spielt. Was wohl für Kelvin Jones „zu Hause“ bedeuten mag? Darüber plauderte der britische Newcomer mit SPIESSER-Autorin Sophie, die ihn in Berlin zum Interview getroffen hat.

20. Oktober 2015 - 14:50
SPIESSER-Autorin sophielorraine.senf.
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sophielorraine.senf Offline
Beigetreten: 07.07.2012

Dein Album „Stop the Moment“ wurde hier in Berlin aufgenommen. Welche besondere Bindung hast du zu unserer Hauptstadt? (In your Place)

Ich habe diese Stadt als Musiker kennengelernt und dabei all die Hipster und Graffitis gesehen. Das hat die Stadt für mich zu einem wirklich inspirierenden Ort gemacht. Hinzu kam, dass ich mein Album nicht zu Hause aufnehmen wollte, weil dort alles so vertraut und relaxed ist. Ich wollte unbedingt etwas Außergewöhnliches machen.

Denkst du, das könnte der Grund für deinen internationalen Erfolg sein? (Even Now)

Wenn man umher reist und jede Menge sieht, verändert das auf jeden Fall die Musik, die man macht. Man beginnt, die Welt als Ganzes wahrzunehmen und unterscheidet nicht mehr zwischen einzelnen Orten. Das bemerke ich, wenn ich auf der Bühne stehe und sehe, wie sehr sich Menschen mit meiner Musik verbunden fühlen. Dann bin ich ihnen selbst so nahe, dass ich ganz vergesse, an welchem Ort ich gerade bin.

Gibt es einen Moment in deinem Leben, an dem du am liebsten die Zeit angehalten hättest? (Stop the Moment)

Oh, viele. Aber in den bedeutendsten Momenten geht es um die kleinen Dinge. Wenn man zum Beispiel vor tausend Menschen auf der Bühne steht, ist man dafür zwar wirklich dankbar, aber vielleicht verlernt man dadurch irgendwann, die Zeit mit der Familie wertzuschätzen.

Du bist in Zimbabwe geboren, als Kind nach Großbritannien gezogen und tourst mittlerweile durch die ganze Welt. Was bedeutet zu Hause für dich? (Call you home)

Zu Hause ist für mich kein Ort. Das habe ich bemerkt, als ich vor drei Wochen mal wieder nach Zimbabwe geflogen bin. Das war ziemlich verrückt. Dieser Ort ist mittlerweile so anders, dass ich nichts wieder erkannt habe. Aber die Menschen waren noch gleich und deshalb hat es sich trotzdem wie nach Hause kommen angefühlt.

Bist du stolz auf dich? (I wouldn't change you)

Eigentlich schon. Es gab einen Punkt in meinem Leben, an dem ich mich entscheiden musste, diesen verrückten Traum zu leben und Musik zu machen oder einfach weiterhin ein normales Leben zu führen. Ich habe mich für die Musik entschieden und bin stolz darauf, den Mut gehabt zu haben, diese Entscheidung zu treffen.

Du bist quasi über Nacht berühmt geworden. Hast du vor diesem Moment manchmal an dir gezweifelt? (No more lies)

Irgendwie gab es gar keine Zeit für Zweifel, weil ich mir keine bestimmten Ziele gesetzt habe. Ich hatte zwar den Traum, ein eigenes Album zu produzieren, aber letztendlich habe ich einfach alles auf mich zukommen lassen.


Mit SPIESSER-Autorin Sophie sprach Kelvin unter
anderem über seinen großen Durchbruch und wie
sein erster Hit sein Leben veränderte.
Hast du einen Tipp für alle, die sich auch als Künstler versuchen, aber den großen Durchbruch bisher nicht geschafft haben? (We are more)

Ich bin selbst ganz neu in der Musikszene und muss noch viel lernen. Aber wenn ich anderen etwas mitgeben kann, ist es, dass man hart für seinen Erfolg arbeiten muss. Natürlich passieren Zufälle, aber wenn man sich wirklich um etwas bemüht und dann die Gelegenheit kommt, ist man bereit dafür und lässt sie nicht einfach verstreichen.

Neulich bist du noch alleine durch die Welt getourt, jetzt hast du eine eigene Band hinter dir. Was bist du mehr – Einzelgänger oder Teamplayer? (Good together)

Wahrscheinlich bin ich beides. Ich bin zum Beispiel der Typ, der seine ganze Familie animiert, zusammen essen zu gehen. Ich liebe dieses Wir-Gefühl einfach! Aber gleichzeitig verbringe ich auch viel Zeit alleine oder mit meiner Gitarre. Das ist wie bei jedem anderen auch, dass man manchmal eben Zeit für sich selbst braucht.

Würdest du sagen, der Song „Call you home“ hat dein Leben verändert? (Call you home)

Oh ja. Und zwar nicht erst, nachdem der Song so groß rausgekommen ist. Ich habe über 15 Lieder vor „Call you home“ geschrieben, aber bei dem wusste ich sofort: Das ist es! Das Lied ist irgendwie besonders – etwas, das nicht nur mich, sondern auch andere Menschen berührt. Und einen guten Monat später kam der Song dann groß raus und hat mein Leben dadurch ein zweites Mal verändert.

Als internationaler Sänger bist du viel unterwegs. Hast du da überhaupt noch genügend Zeit, all die Orte zu genießen? (Closer)

Ja. All die Orte erreiche ich schon am Morgen, aber das Konzert ist immer erst abends. Also bleiben mir drei bis vier Stunden, um die Stadt zu erkunden. Ich gehe dann einfach los und lasse alles Weitere auf mich zukommen. Es gibt immer so viel zu sehen – gerade auch hier in Berlin.

„Call You Home“ von Kelvin Jones
VÖ: 16.10.2015
Label: Four Music

 

Interview und Foto: Sophie Senf
Teaserfoto: Pressematerial Four Music

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