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Marteria

Die Club-Tour durch Deutschland von Marteria mit seinem neuen Album war in 60 Sekunden ausverkauft. In dem vierten Studioalbum „Rosewell“ rappt der gebürtige Rostocker über Aliens und Geld. Im Interview mit SPIESSER-Autorin Alina beantwortet er private Fragen.

06. Juni 2017 - 09:38
SPIESSER-Autorin alina.bargzoog.
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alina.bargzoog Offline
Beigetreten: 06.11.2013

Du bist so viel unterwegs, kommst du dir in deiner Heimatstadt Rostock manchmal wie ein Alien vor? (Roswell)

Das mit den Aliens zieht sich ja irgendwie durch das ganze Leben. Damals in Rostock war die Hip-Hop-Szene noch sehr klein. Da war man auch in so einer Alien-Szene. Oder meine Zeit in New York, da habe ich mich wie ein Alien gefühlt. Ich reise ja sehr viel. Das halbe Jahr über bin ich eben der Ausländer.

Stell dir vor, es landen Aliens auf der Erde. Welches Album müssten wir ihnen vorspielen und warum? (Aliens)

Auf jeden Fall was von Marsimoto. Ich glaube, dass sie dann krasse Fans von der Erde wären, weil sie sich verstanden fühlen. Es ist auch verrückt, dass wir uns nicht vorstellen können, wie Aliens aussehen. Es ist ja totaler Wahnsinn, davon auszugehen, dass da nichts mehr Anderes irgendwo lebt. Das ist eine arrogante und engstirnige Ansichtsweise. Die Chance, dass es nichts gibt, ist so viel geringer als die, dass es was gibt.

Warst du als Kind ein Trekkie? (Scotty Beam Mich Hoch)

Ne, war ich nicht. Ich mochte lieber „Kevin Allein Zuhaus“ oder „E.T.“ – Sachen, die in der echten Welt sind.

Nachdem du gesehen hast, wie leicht es ist, Präsident zu werden, bewirbt sich Marteria in 20 Jahren um ein politisches Amt? (El Presidente)

Politik ist ein bisschen öde. Rapper, Musiker im Allgemeinen oder Leute, die einen Zugang zur Jugend haben, sind viel größere Politiker als die richtigen. Man muss sich selber eine politische Meinung bilden. Man muss wissen, welchen Weg man geht und was einem wichtig ist. Mir ist wichtig, Menschen zu akzeptieren, egal wo sie herkommen. Aber wäre ich Bundeskanzler, würde ich einrichten, dass man nach der Schule verpflichtet ist, ein Soziales Jahr in einem bedürftigen Land zu machen.

Welchen Luxus, außer Reisen, gönnst du dir? (Das Geld Muss Weg)

Gar nicht so viel. Ich bin etwas rausgezogen aus Berlin. Ich habe hier ein schönes Haus, ich habe Tiere. – So etwas wie eine kleine Farm: Schafe, zwei Alpakas und Katzen. Außerdem gehe ich noch angeln. Und ich sorge dafür, dass es meiner Familie gut geht. Geld verdirbt die Menschen halt. Es ist wichtig, dass man Geld teilen kann.

Entwickelt das Weltall mit der Zeit einen größeren Reiz, wenn man die Welt fast komplett bereist hat? (Tauchstation)

Weltraumtourismus ist ja bereits schon im Gespräch. Wenn das dann nicht mehr 300.000 Euro kostet, sondern das Easy Jet oder Ryan Air anbieten, das wäre nett. Es ist eine schöne Vorstellung, seinen Planeten mal von so weit oben zu sehen.

Welches Gefühl ist geiler: vor 30.000 auf der Bühne stehen oder einen Blauen Marlin am Haken haben? (Blue Marlin)

Vor 30.000 auf der Bühne zu stehen. Das ist ein ganz zwiespältiges Gefühl, da das ein wunderschöner Fisch ist. Ich bin Angler und ich liebe die Fische und die Natur. Ich will ja kein Tier töten; man nennt das dann „catch and release“, also fangen und wieder frei lassen. Außerdem finde ich die Vorstellung gut, mein eigenes Essen selber zu fangen, da man sich bewusst mit dem Thema auseinandersetzen sollte.

Bist du auch auf den Schulz-Zug aufgesprungen? (Links)

Nein, ich springe nirgendwo auf. Ich denke aber, dass Merkel ganz große Eier bewiesen hat in der Flüchtlingsfrage. Deswegen bin ich aber noch auch kein CDU-Wähler. Trotzdem fand ich das sehr beeindruckend.

Denkst du, es ist leichter, mit großen Geschwistern aufzuwachsen als ohne? (Große Brüder)

Ich liebe meine Geschwister und bin total dankbar, dass ich sie habe. Aber du kannst auch als Einzelkind eine Art Geschwisterliebe zu engen Freunden entwickeln. Hauptsache, man hat Menschen, die man liebt.

Wenn dich Trump nett darum bitten sollte, ihm ein Ständchen vorzusingen, welcher Song wäre das? (Skyline Mit Zwei Türmen)

Ich würde ihm von den Beastie Boys „Sabotage“ vorrappen oder einen Remix aus „Dear Mr. President“ von Pink machen. Und dabei würde ich was Pinkes anziehen.

Das Universum und die Erde, speziell als Planet, sind immer wiederkehrende Motive in deinen Liedern. Was fasziniert dich daran? (Elfenbein)

Mich faszinieren alle Sachen, die nicht so richtig greifbar sind.

 

Roswell" von Marteria

 

VÖ: 26. Mai 2017
Label: Sony Music

 

 

 

Interview: Alina Bergzog
Teaser-Foto: © 2017 Sony Music Entertainment Germany GmbH

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