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WANDA - „Niente“

„Amore“ war gestern, was bleibt ist „Niente“! Wanda bringen ihr lang erwartetes drittes Album raus. SPIESSERin Pauline hat den charmanten Österreichern auf den Zahn gefühlt. Warum das letzt Lied nach Abschied klingt? Lest selbst!

12. Oktober 2017 - 10:46
SPIESSER-Autorin p.at.ponyhof.
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p.at.ponyhof Offline
Beigetreten: 03.03.2016

Ihr singt „Alles wirft mich aus der Bahn.“ Was hilft euch dann euch „wieder zu fangen?“ (Weiter, weiter)

Marco Michael Wanda: Mit „aus der Bahn werfen“ meinen wir nicht, dass es einem schlecht geht, sondern eher, dass man den Anschluss an etwas verliert. Wenn es auf Tour passiert, dass wir den Anschluss an etwas verlieren, dann fangen wir uns zum Glück gegenseitig wieder auf.
Manuel Christoph Poppe: Alleine kann man das nicht schaffen. Dafür braucht man immer andere Menschen.

Wärt ihr gute Detektive? (Columbo)

MMW: Ich glaube, wir müssen in unserem Beruf auch Fähigkeiten eines Detektivs besitzen. Wie der Columbo müssen wir Menschen einschätzen und beurteilen können, um zu wissen wer gut für einen ist und wer nicht.

Warum habt ihr die Telefonvorwahl von Österreich als Liedtitel gewählt? (0043)

MMW: Wir haben uns die Frage gestellt: Was ist eigentlich unsere Herkunft bzw. unsere nationale Identität? Wir kamen zu dem Schluss, dass sich unser Nationalgefühl eigentlich herunterbrechen lässt auf eine Telefonvorwahl, eine Ziffer. Eine Nation hat eine Vorwahl und ansonsten ist ein Land etwas Fiktives, das sich Menschen zusammen selbst erarbeiten.

Lebt ihr eher in der Vergangenheit oder in der Zukunft? (Wenn du schläfst)

MCP: Man sollte nicht nur in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben sondern auch in der Gegenwart. Ich suche in der Vergangenheit keine Antworten sondern eher Ruhe. Ich erinnere mich gern an meine Kindheit zurück, weil ich da keine Verpflichtungen hatte und einfach nur Menschlein war (lacht).

Was verbindet ihr mit dem Schottenring? (Schottenring)

MMW: Der Schottenring ist einer der hässlichsten Orte, den unsere Stadt zu bieten hat (lacht). Obwohl der Platz in der Innenstadt ist, hat man das Gefühl am Rand zu stehen und völlig verloren zu sein. Wir haben den Platz als Liedtitel genommen, um diese Leere auszudrücken.

Wie kamt ihr auf die Idee, den Refrain auf Italienisch zu singen und warum? (Lascia mi fare)

MMW: Das Italienische singt sich einfach wundervoll. Das Deutsche kann dagegen sehr hart sein. Ich glaube, es ist für jeden deutschen Künstler eine Schwierigkeit, diese harte Sprache weich klingen zu lassen. Das Wort Schmerz beispielsweise ist ein schönes Wort, aber dennoch klingt es hart, wenn man es singt.

Das ganze Album ist generell eher melancholischer als die Alben zuvor. Habt ihr das geplant? (Das Ende der Kindheit)

MMW: Das passiert einfach. Aber das heißt nicht, dass man traurig sein muss, wenn man ein trauriges Lied schreibt. Ich glaube, um ein wirklich gutes Lied zu schreiben, muss man wirklich glücklich sein. Dann erinnert man sich und empfindet nach, was denn eigentlich schlecht war. Die größten Rock-Songs waren immer ein Triumpf über die Dunkelheit.

„Ich weiß ganz genau, du tust dir schwer.“ Was fällt den Menschen denn so schwer? (Café Kreisky)

MMW: In dem Lied geht es darum, dass es immer dieselben Orte sind, an denen man Anschluss sucht an andere Menschen. Es erschreckt mich dabei jedes Mal, wie verklemmt wir jungen Menschen eigentlich sind. Was wir alles konsumieren und trinken müssen, um uns miteinander unterhalten zu können.

„Niemand glaubt dir, dass du weißt, wo du hinwillst.“ Wisst ihr, wo ihr hin wollt? Wo wollt ihr sein in 10 Jahren? (Einfacher bua)

MCP: Am Leben (beide lachen).
MMW: Aber voll!
MCP: Vierzig Jahre alt werden, wäre schon mal was.

Warum klingen die letzten zwei Lieder so nach Abschied? (Ich sterbe)

MMW: Es ist für eine Platte ganz entscheidend, welches das erste und das letzte Lied ist. Bei unserem ersten Album haben wir ein Lied gewählt, das den Zuhörer in die Zukunft entlässt. Das letzte Lied des zweiten Albums war an unsere Kritiker gerichtet: Wenn es nicht mehr weitergeht, ist es uns auch egal (lacht). Bei unserem neuen Album sehe ich bei dem letzten Lied mehr die Überwindung des Todes im Vordergrund. So paradox das auch klingen mag: Alle drei Alben versuchen, den Hörer mit einem guten Gefühl zu entlassen.

Niente von Wanda

 

: 06.10.2017
Label: Universal

 

 

 

Interview: Pauline Kaboth
Teaser-Foto: © Wolfgang Seehofer

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