Mach dein Ding!

Ultramegageil!

Vivi&Denny sind das internetsüchtigste und wohl aufgedrehteste Pärchen der YouTube-Welt. Auf ihrem echt gediegenen Kanal schmeißen sie Facebook-Partys, zocken, gehen Campen und machen ganz wundervoll viel Quatsch. Marcel Becker-Neu alias Denny sprach mit SPIESSER-Autorin Polina über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Vivi&Denny.

29. August 2015 - 08:33
SPIESSER-Autorin Individuot.
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Individuot Offline
Beigetreten: 01.07.2014

Wie kamt ihr dazu, euren Kanal zu machen?

Die zweite Folge von unserem Kanal, die mit dem Beziehungsstatus, hatten wir 2013 für den Wettbewerb „99FireFilms“ gedreht. Da hatten wir 99 Stunden Zeit um einen 99 Sekunden langen Film zu drehen. Mit diesem Film hatten wir den zweiten Platz gemacht und er lief auch auf anderen Festivals. Auf einem davon haben wir Leute kennengelernt, die einen YouTube-Kanal hatten. Im Gespräch mit denen kamen wir auf die Idee. Im Winter 2013 haben wir dann unseren eigenen Kanal angefangen.

Vivi&Denny

Im echten Leben sind Vivi&Denny alias Pia und Marcel Studenten und Filmemacher. Auf ihrem Kanal jedoch klauen sie Bilder aus Clouds, eskalieren beim Zocken, gehen Campen, feiern Facebook-Geburtstag, parodieren Filme und Serien wie „Matrix“ und „Breaking Bad“ und kriegen Herzkasper, wenn das Internet mal alle ist. Die nächste Folge kommt übrigens in zwei Wochen!

Was macht Vivi&Denny thematisch aus?

Das Konzept hinter Vivi&Denny ist, dass sie sich ausschließlich mit dem Internet, sozialen Medien und Computern an sich beschäftigen. Darüber definieren sich unsere Protagonisten und erleben irgendwelche Geschichten zu möglichst aktuellen Themen.

Wer bildet das Team hinter Vivi&Denny?

Von der ersten Folge bis jetzt hat sich unser Team stark gewandelt. Pia Slomczyk alias Vivi, Marc Schießer und ich bilden den Produktions-Kern. Früher war auch Justin Braun dabei, der studiert mittlerweile aber woanders. Unser Team ist insgesamt kleiner geworden. Generell besteht es aus einem Tonmann, einem Kameramann, einem Regisseur, den beiden Darstellern, einer helfenden Hand und in der Nachproduktion einem Sounddesigner.

Wie ähnlich seid du und Pia euren Rollen Vivi und Denny?

Die Frage wird uns immer wieder gestellt und je länger wir Vivi&Denny machen, desto mehr verändert sich die Antwort darauf. Vor einem Jahr hätte ich gesagt: Nichts. Aber mittlerweile, durch YouTube verändern wir uns auch ein bisschen. Ich hab mir jetzt auch ein Smartphone gekauft! Wir sind auf jeden Fall nicht Vivi und Denny – aber ein wenig nähren wir uns an.


Hinter den Kulissen: Marcel, John, Thomas, Daniel,
Marc, Fatih (v.l.)
Wie werden die Folgen produziert?

Generell dauert die Produktion einer Folge mit allem drum und dran ein bis zwei Wochen. Dabei schneidet Marc die Videos und ab und zu ist jemand dabei, der kleinere Visual Effects macht. Das Grading, also die Farbkorrekturen, macht unser Kameramann Thomas Bartsch. Dann gibt es noch das Soundmischen und das Sounddesign, das macht unser Bekannter Pablo Faber. Die Musik für die Videos mache häufig ich. Eigentlich versuchen wir eine Hauptfolge im Monat zu machen. Dazwischen kommen dann noch Making-Offs und Outtakes.

Wie finanziert ihr euch?

Im letzten Jahr wurden wir von der WebVideoAcademy gefördert. Die verleiht ein Mal im Jahr verschiedene YouTube-Preise, die manchmal die Oscars des Internet genannt werden. Seit letztem Jahr haben die ein Förderprogramm und haben mit 100.000 Euro elf Projekte gefördert und da sind wir reingekommen. Unsere Ausrüstung bekommen wir fast komplett vom Medienprojekt Wuppertal gestellt, bei dem Jugendliche Unterstützung für unterschiedliche Videoprojekte bekommen können. Ohne das Medienprojekt könnten wir unseren Kanal auf jeden Fall nicht machen.

Ihr habt mittlerweile oft Gueststars in euren Videos: die NoobtownMonkeys, Ooobacht und Hello Chrissy waren schon dabei. Wie kommen diese Auftritte zustande?

Wir haben die alle mal auf Veranstaltungen oder über Freundesfreunde kennengelernt. Die YouTube-Welt ist auch kleiner als man denkt, man kennt sich immer irgendwie irgendwoher.

Die hohe Qualität eurer Videos sticht immer heraus. Wollt ihr damit auch generell den Qualitätsmaßstab auf YouTube verbessern?

Wir sind ja eher Filmemacher und haben irgendwann einen YouTube Kanal gegründet. Es gab nicht die Intention, Leute wachzurütteln und die Qualität auf YouTube zu heben, weil wir die Qualität gar nicht kannten – wir haben YouTube selbst ja erst mit Vivi&Denny kennengelernt. Aber seit dem wir das machen, kriegen wir das auch von anderen YouTubern immer öfter zu hören, dass es inspirierend ist. Man merkt schon, dass die großen YouTuber auch versuchen nachzulegen und besser zu werden. Das ist auf jeden Fall ein Thema in letzter Zeit.

Was ist euer Ziel mit Vivi&Denny? Wollt ihr bekannt werden?

Bekannter zu werden eher nicht, aber wir machen es mittlerweile schon, um neue Chancen zu bekommen. Wir denken nicht, dass wir davon irgendwann gut leben können, aber es kann uns neue Türen öffnen, neue Jobs beschaffen. Wir haben auch schon ziemlich viel gelernt. Zusätzlich dazu macht es auch noch eine Menge Spaß.

Interview: Polina Boyko
Fotos: Marcel Becker-Neu

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