Kinofeeling

Verborgene Schönheit

Ein Drama über die großen Gefühle, zwischen Trauer, Schicksal, Freundschaft und der gezogenen Notbremse dreier Kollegen, die ihrem Freund die Rückkehr ins Leben auf unkonventionelle Weise ermöglichen wollen.

20. Juni 2017 - 09:54
SPIESSER-Autorin cucumber.
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cucumber Offline
Beigetreten: 17.11.2016

Worum geht's?

Howard ist ein erfolgreicher, kreativer Kopf mit eigener Firma, Charisma und voller Lebendigkeit. Als das Leben ihm jedoch übel mitspielt, zerbricht er fast an der Trauer und dem Verlust seiner Tochter. Er schreibt, in seiner apathischen Starre, heimlich Briefe an die Zeit, den Tod und die Liebe.

Seine drei Freunde und Kollegen sehen nach einigen Jahren keinen anderen Ausweg mehr, die gemeinsame Firma und ihren Freund zu retten, als ihm diese drei Instanzen seiner verbitterten Wut als Personen zu schicken. Durch Zufall finden sich drei Schauspieler, die wie geschaffen sind für diese Rollen. Nach und nach treten sie in Howards Leben und er beginnt sich zu öffnen, sich selbst, seinen Freunden und letztlich allem gegenüber, was von seinem alten Leben noch übrig ist. Mit Howard verändern sich alle anderen fünf Beteiligten und der Lähmung folgt die Verarbeitung.

Wer spielt mit?

Will Smith spielt Howard und zeigt den Facettenreichtum seines schauspielerischen Talents. Ihm zur Seite stehen seine Freunde Claire (Kate Winslet), With (Edward Norton) und Simon (Michael Peña).

Helen Mirren („R.E.D.“) überzeugt als launischer Tod, Keira Knightley („Fluch der Karibik“) verkörpert die emotionsgeladene Liebe und Jacob Latimore („Maze Runner“) die raue Zeit.

Filmischer Augenschmaus?
Auf einen Blick
Action: ✪
Romantik: ✪ ✪ ✪ ✪
Humor: ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪

Große Gefühle, starke Gesichter, milchige Bilder mit modernem Minimalismus. Der Film zeichnet eine designte Wirklichkeit, die im Kontrast zum Seelenleben der Figuren steht. Interessant ist das – unbestreitbar – optisch wird versucht ein modernes Kino zu inszenieren.

Nichts scheint dem Zufall überlassen, jede Rolle ist in sich deutlich typisch geformt und wird dieser in jeglicher Art und Weise gerecht. Egal ob Kostüme, Räume, Licht oder Farben und Stimmungen, alles wird beinah zu passend arrangiert.

Gibt's was zu meckern?

Bei allen ambitionierten Bestrebungen einen tiefsinnigen und emotionalen Film zu produzieren, sei hier auf das steinalte Motto verwiesen, dass weniger manchmal mehr ist.

Hinter jeder Ecke scheint ein philosophisches Gespräch zu lauern und die schicksalhaften Begegnungen liegen in New York scheinbar auf der Straße. Der Versuch ein „echtes“ Hollywoodkino zu sein, sei anerkannt, jedoch bleiben die Mechanismen zum Mitfühlen und Mitleiden dieselben wie eh und je.

Braucht man Taschentücher?

Das Abwänden der Tränendrüsenaktivität ist schwer, zugegeben. Bei allem Zuviel an Drama, bleibt zu sagen, dass die Geschichte des Films und all ihre kleinen und großen Wendungen, den zugetanen Zuschauer nicht kalt lässt. Die ein oder andere kleine Träne ist deshalb gut möglich und gewiss kein Grund sich des Berührtseins zu schämen.

Mit wem angucken?

Am besten alleine anschauen oder mit jemandem, mit dem man sich wohlfühlt. Emotionalität teilt man nicht mit jedem. Und falls man sich über den Film lauthals aufregen will, kann man damit leicht seinem anders empfindenden Nachbarn auf die emotionalen Füße treten.


Eine Situation aus den guten, alten Zeiten der Firma.
Was macht man danach?

Tief durchatmen und nachklingen lassen – rausgehen, schlafen oder kurz die Tränen trocknen. Für die unberührten Zuschauer: Einmal verbal Auslassen über die hollywoodreiche Dramatik, die einem in 94 Minuten dick aufs Brot geschmiert wird.

In 3 Worten:

Tod. Zeit. Liebe.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Die Meinungen gehen darüber auseinander, ob man für die großen Gefühle auch die große Leinwand benötigt. Bei dieser geballten Ladung der ganz großen persönlichen Dramen scheint dies jedoch ohne Bedeutung zu sein. Entweder man öffnet sich für den Film oder nicht. Dabei ist die Location zweitrangig.

Mainstream oder Independent?

Schon alleine die Starbesetzung macht den Film Mainstream. Jeder kennt mindestens einen der Schauspieler und wie so oft verleitet dieses „Line-Up“ dazu, sich den Film anzusehen und die Geschichte wird nebensächlich.

Verborgene Schönheit

Regie: David Frankel
Schauspieler: Will Smith, Kate Winslet, Helen Mirren, Edward Norton, Keira Knightley, Michael Peña, Naomie Harris, Jacob Latimore
DVD-Start: 15. Juni 2017
Länge: 94 Minuten
Genre: Drama
FSK: 6

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Text: Annika Bäse
Bildmaterial: Pressematerial

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