Mach dein Ding!

Vom Blogger
zum Unternehmer

Die Schule raubt viel Zeit. Nebenbei noch vielen Hobbys nachzugehen, fällt vielen schwer. Bei dem 18-jährigen Schüler Marcel Roll ist das anders. Er hat nicht nur einen eigenen Blog, den er laufend mit Inhalten füllt, sondern auch seine eigene Firma. SPIESSER-Praktikantin Pauline hat sich mit ihm übers Bloggen und seine junge Selbstständigkeit unterhalten.

28. April 2016 - 09:47
SPIESSER-Autorin p.at.ponyhof.
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p.at.ponyhof Offline
Beigetreten: 03.03.2016

SPIESSER: Wie lange bloggst du schon?

Marcel: Ich habe vor eineinhalb Jahren angefangen. Vor einem Jahr habe ich meine Firma Stuffcheck gegründet, um mit dem gleichnamigen Blog Stuffcheck.de Geld zu verdienen oder zumindest die Kosten decken zu können. Damals war ich noch alleine, mittlerweile arbeiten zwei, drei Redakteure für mich, die alle Produkte testen.

Stuffcheck.de
Auf Stuffcheck.de stellt Marcel zusammen mit seinem Redaktionsteam regelmäßig neue Spiele und Gaming-Gadgets vor. Neben Gaming-News schreiben sie mittlerweile auch über mobile Technik wie Smartphones und andere Hightech-Geräte.
Kannst du dich noch an deinen ersten Blogeintrag erinnern?

Ja, der Blogeintrag handelte von einem Energy-Drink.

Wie bist du darauf gekommen, ausgerechnet darüber zu schreiben?

Ich habe bei einem Gewinnspiel teilgenommen, bei dem es Energy-Drinks zu gewinnen gab. Da fragte mich ein Freund, wie ich auf die Seite von den Gewinnspielen gestoßen bin. Dadurch kam mir die Idee, dass wir einen Blog machen, wo wir alle Gaming-Gewinnspiele veröffentlichen. Sowas wie ein Verzeichnis für Gewinnspiele. Irgendwann haben wir auch Berichte über die Gewinne geschrieben. Nach zwei Monaten haben wir das Thema „Energy-Drinks“ beiseitegelegt und über Spiele und Technik geschrieben.

Warum schreibst du über Technik und Spiele?

Ich habe früher sehr viel gezockt. Man sagt ja immer, dass man mit dem Zocken nichts erreichen kann und es pure Zeitverschwendung wäre. Mein Anreiz war, zu zeigen, dass man damit auch Geld verdienen und erfolgreich werden, aber auch anderen Menschen helfen kann. Mit den Testberichten von meinem Blog möchte ich Leute zum Beispiel vor Fehlkäufen bewahren.

Wie viel Zeit brauchst du im Durchschnitt für einen Artikel?

Das kommt immer auf das Produkt an und wie viele Informationen vorhanden sind. Aber für einen normalen Bericht, bei dem wir nur etwas vorstellen, brauchen wir ungefähr zwei Stunden. Für einen Testbericht, bei dem wir ein Spiel vorher noch testen, brauchen wir schon mal sechs oder sieben Stunden.

Würdest du auch gerne mal über ganz andere Themen schreiben wie Mode oder Sport?

Ja, das habe ich auch schon gemacht. Ich habe für verschiedene Seiten Berichte geschrieben, beispielsweise Texte für die Website eines Grafikdesigner oder Gastartikel für einen Modeblog.

Was machst du sonst, wenn du nicht gerade bloggst?

Ich gehe momentan noch zur Schule und mache mein Abitur. In meiner Freizeit mache ich viel Sport und bin gern mit meinen Freunden unterwegs.


Marcel ist Schüler, Blogger und
Unternehmer in einem.
Was macht für dich einen erfolgreichen Blog aus? Hast du Lieblingsblogs?

Ich selbst lese gar keine Blogs. Und genau das ist auch der Grund, warum sich mein Blog schnell auf diesem Markt etablieren konnte. Ich konnte nichts kopieren und habe das gemacht, was ich für richtig hielt.

Du meintest, du wärst mit deinem Blog eine große Motivation für andere Jugendliche. Was ist eigentlich deine Motivation den Blog zu machen?

Dass ich Menschen helfen und mich selbst dabei weiterentwickeln kann. 

Seit einiger Zeit gehört zu deinem Blog auch ein YouTube-Channel. Was bedeutet mehr Aufwand: Einen Artikel für den Blog zu schreiben oder ein Video zu erstellen?

Es kommt immer auf das Thema des Blogbeitrags bzw. des Videos an. Man muss bei einem Video aufnehmen, schneiden und so weiter. Aber oft brauche ich für einen Blogbeitrag mehr Zeit als für ein Video, weil ich die Recherche und Themenfindung nicht auf einen Schlag abhaken kann.

Doch du bist nicht nur erfolgreicher Blogger, sondern auch Unternehmer: Mit 17 Jahren hast du das Unternehmen Stuffcheck gegründet. Welche Erwartungen hattest du damals an deinen Blog?

Ich hatte meinen Blog schon sechs Monate. Damals war mir klar, dass ich entweder selbstständig sein oder in den Marketing-Bereich einsteigen will. Da war eine Unternehmensgründung der nächste logische Schritt für mich. Ich muss auch sagen, dass sich die Selbstständigkeit bewährt hat. Ich habe zum Beispiel viele Vorstellungsgespräche bekommen, weil die Firmen mein Unternehmen kannten.

Aber warum wolltest du unbedingt schon mit 17 dein Unternehmen gründen?

Es wäre kein Problem gewesen zu warten. Aber ich wollte einfach beweisen, dass man mit 16 oder 17 Jahren schon etwas Sinnvolles tun kann, beispielsweise ein eigenes Unternehmen gründen.

Welche Tipps würdest du jungen Bloggern geben, die gerade erst anfangen?

Sie sollten die Motivation und Disziplin behalten. Im Vordergrund muss auf jeden Fall immer der Spaß stehen, weil so ein Blog viel Arbeit bedeutet. Man sollte sich vor Konkurrenzkampf hüten und lieber auf Partnerschaften hinarbeiten. Wenn man ein kleines Netzwerk und Freunde hat, ist es viel schöner, als alles allein zu machen.

Interview: Pauline Kaboth
Teaser-Foto: Flickr-User GotCredit (CC BY 2.0)
Fotos: stuffcheck.de, privat

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