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„Wenn eine Schule Mobbing hinnimmt, tun die Schüler das auch“

Ob in der Schule dauernd gemobbt wird, hängt immer damit zusammen, wie die Schule darauf reagiert.  Die Werner-Bonhoff-Stiftung aus Berlin hat einen Test entwickelt, mit dem Schüler und Eltern herausfinden können, ob die Schule Mobbing im Griff hat.

11. Oktober 2012 - 14:50
SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Onlineredaktion Online
Beigetreten: 25.04.2009

Was kann man mit dem Mobbing-Test machen? Der Mobbing-Test hilft dabei, Probleme aufzudecken.

Schüler erhalten eine unabhängige Bewertung, ob ihre Schule Mobbing im Griff hat.

Streitschlichter oder Konfliktlotsen können den Test von verschiedenen Schülern machen lassen, um eine Situation besser einzuschätzen. Damit können sie die nächsten Schritte besser organisieren.

Der Test hilft Eltern, die Situation an der Schule besser zu verstehen. Mobbing ist ja nicht nur ein Thema für die angegriffenen Schüler, sondern betrifft alle.

Klassenlehrer können den Test von der gesamten Klasse beispielsweise als Hausaufgabe machen lassen und das Ergebnis vertraulich bei der Werner-Bonhoff-Stiftung abrufen. Der Test gibt Anhaltspunkte für die Wahrnehmung der Schüler, ob die Schule Mobbing im Griff hat. Die Schüler sind ja diejenigen, die am stärksten vom Klima an der Schule betroffen sind.

Sozialarbeiter können ermitteln, welche Klasse erhöhten Betreuungsbedarf hat.

Beantwortet einfach sieben Fragen und findet schnell heraus, ob eure Schule Mobbing im Griff hat… Hier gehts zum Test: http://nach-der-tat.de/mobbing-test.html

Kennt Ihr Schulen, die besonders gut auf Mobbing reagieren? Kennt Ihr Schulen, wo es immer wieder Angriffe gibt? Schreibt es der Werner-Bonhoff-Stiftung an info@werner-bonhoff-stiftung.de

www.nach-der-tat.de

 

Dieser Artikel entstand In Zusammenarbeit mit der Werner Bonhoff Stiftung.

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Kommentare

13 Kommentare
  • Aber die Ursachen sind keine Entschuldigung, genau so wenig, dass es anstrengend ist sich täglich gegen Mobbing zu wehren. Abgesehen davon, tut es auch gut sich selbst gelegentlich, aber regelmäßig, an die Nase zu fassen und zu überlegen:
    "Warum ich meinen Schulfreund als "Penner" bezeichne, warum ich in der Gruppe mitlache, wenn jemand laut herum krakeelt: "Mann, bist Du schwul!" oder, was eine Zeitlang beliebt war: "Du Jude!" - Wer Nachdenkt ist im Vorteil! - Und nicht der, der mit schwimmt! ;-)

  • Egal wie häufig in der Schule Mobbing angesprochen wird, kann man auf diesem Wege nur wenige zur Vernunft besinnen. Das Problem liegt doch viel näher darin, dass Mitschüler/Lehrer Reden gegen Mobbing schwingen, aber nicht eingreifen. Und Wegschauen ist da der falsche Weg!
    Die zweite Sache, die das Ganze schwierig macht: Um Mobbing zu beseitigen, muss man die Ursachen kennen. Und die reichen von eigenerer Unzufriedenheit, familiären Problemen bis schlichtweg Ausspielen eines Machtgefühls.
    Diese Tests oder Empfehlungen sind sicherlich gut um auf das Thema aufmerksam zu machen, aber bei weitem nicht ausreichend.

  • Ich hoffe doch mal, dass das "zurückschlagen" metaphorisch gemeint ist. Weil Gewalt sollte man nur im Notfall als Konfliktlösung nutzen ;)

  • ich hatte selbst große probleme mit mobbing und ich habe auch körperliche gewalt dadruch erfahren.
    dabei erfährt man als junger erwachsener/jgendlicher unter anderem auch,dass viele lehrer und schule wegschauen oder nicht wahrhaben wollen/können,dass in ihrer klassen oder schule gemobbt wird.
    es ging so weit,bis ich die schule verlassen habe.ich konnte nicht mehr,ich war jeden tag heulend in meinem zimmer und wusste nicht,was ich tun sollte.

    in so einer situation kann man nur zwei dinge tun:
    abwarten,den kopf hinhalten und am ende stark bleiben und doppelt so heftig zurückschlagen oder flüchten.
    ich habe mich kleinkriegen lassen und bin gegangen- damals war ich 12.
    heute würde ich nicht mehr nachgeben.ich bin einzelkämpfer und würde mich durchsetzen.
    leichter gesagt als geatn,vorallem bei der körperverletzung,die ich erfahren musste.
    doch heute weiß ich,wie man am besten zurückschlägt.
    so viel zu solidarität unter frauen/mädchen!!!

  • In erster Linie ist es meiner Meinung nach nicht wichtig zu wissen, ob es Mobbing gibt, sondern vorallem zu wissen, wie man damit umgeht. Und daran scheint es zu mangeln. Das gesellschaftliche Bewusstsein für Mobbing ist immer noch in der Form anerkannt, "dass man da halt so durchmuss".
    Muss man nicht.
    Immer am Ball bleiben und nicht aufgeben, das ist wichtig. Stärke statt Schwäche zeigen, egal, wie weh einem die psychischen und/ oder physischen Qualen tun. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gut war, die Erwachsenen einzuschalten, denn ganz alleine kommt man da nicht wieder raus. Wenn man sich eh nicht gegen die (meist gleichaltrigen) "Mobber" behaupten kann, wie soll man ihnen dann beweisen, dass sie aufhören sollen, mit dem, was sie da tun?

    Die Gesellschaft muss also besser sensibilisiert werden, Bücher wie "Ich knall euch ab!" oder "Tote Mädchen lügen nicht" halte ich da für geeignet. Wenn die Masse Empathie aufweisen kann, entwickelt sie hoffentlich ein anderes Bewusstsein zum Thema Mobbing. Und einen anderen Umgang: Zivilcourage statt Täterschutz. Nicht nur drüber reden, auch machen. Nicht weggucken, wie es auch viele Lehrer und Mitschüler an meiner Schule häufig tun.

    Letztendlich wird es ganz klar immer wieder genug Leute geben, denen es Spaß macht, andere zu quälen und Leute, die dies toll finden oder zumindest tolerieren, solange sie selbst davon verschont werden. Aber man kann wenigstens versuchen, diesen Menschen zu zeigen, dass es Personen gibt, die das nicht zulassen und sich wehren - sei es für sich selbst oder für andere.

  • Warum nur???
    Wie können andere Schüler einfach jemmand mobben?
    Natürlich es gibt Stärkere und schwächere Schüler in einer Klasse.
    Ich wurde fast meine ganze Schulzeit ab der Mittelstufe gemobbt. Meistens nur mit Worten, nur weil ich eine graue Maus war oder ich nicht so war wie die anderen Schüler. Als ich die Schule gewechselt hatte fing es wieder an.
    Ich kamm wieder weinend nach Hause und wollte fast wieder die Schule wechselen. Dies änderte sich als nach einigen Gesprächen und der Schüler wurde raus geschmießen.
    Inzwischen hat sich das geändert, weil ich mehr Selbstvertrauen habe und auch einfach viel Quatsche wenn die Zeit lang ist, auch nicht sinnvolles um einfach nicht mehr Unsichtbar zu sein.

    Ich kann nur sagen holt euch Hilfe und redet...
    Wenn dies einfach nicht hilft wechselt notfalls die Schule, es kann nur besser werden ;-)

  • Auch ich hatte damit lange Zeit Probleme. Das ging von Bemerkungen in Pausen oder auch im Unterricht- zum Teil auch, wenn ich an der Tafel Sachen vorrechnete- über Abwerfen mit Brötchentüten in Pausen oder auch Kritzeleien auf Schnellheftern.
    Später bemerkte das auch die Stufenleiterin, die meinen Parallelkurs unterrichtete. Recht zeitnah daran informierten wir/ ich dann meinen Klassenlehrer, der die Sache dann recht zügig in die Hand nahm. Mit den betreffenden Schülern gab es dann eine riesige Diskussion- leider waren auch noch Schüler dabei, von denen ich es nicht erwartet hätte und bis heute nicht weiß, ob sie wirkklich beteiligt waren.

    Aber mittlerweile- ein kappes halbes Jahr später habe ich a) wieder Ruhe in der Klasse und b) ist es ein richtig tolles Gefühl, wenn man einen Klassenlehrer hat, der einen unterstützt und einem hilft, sich wieder in die Klasse zu integrieren. Und wenn man dann seit einem halben Jahr wieder an der Tafel war- das ist einfach unbeschreiblich.

    JEDEM, der Probleme mit Mobbing- auch nur ansatzweise- hat, der sollte sich AUF JEDEN FALL HILFE SUCHEN- es macht einen unglaublich fertig, wenn man alles in sich hineinfrisst.
    Also BITTE- SPRECHT MIT JEMANDEM EURES VERTRAUENS!!!

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