SPIESSER unterwegs

Wild, wild Willi

Fernsehmoderator und Kindheitsidol Willi Weitzel ist aktuell mit seiner Vortragstour „Willis wilde Wege“ unterwegs und berichtet über seine Abenteuer in der ganzen Welt. SPIESSER-Autor Üwen war in Aachen dabei und hat für euch mit Willi über seine wilden Wege gequatscht.

16. Juni 2015 - 14:52
SPIESSER-Autor uewen.
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uewen Offline
Beigetreten: 02.06.2012

13 Uhr, Köln – nach einem verspäteten Frühstück mache ich mich auf den Weg nach Aachen. Dort treffe ich heute auf Willi Weitzel, den ich nicht nur als Moderator aus dem Fernsehen kenne, sondern auch als Botschafter von UNICEF, wo ich mich selbst seit mehr als fünf Jahren engagiere. Angekommen im Aachener Cineplex erwartet mich Willi bereits in einem der Büroräume des Kinos. Obwohl ich Willi schon seit ein paar Jahren persönlich kenne, bin ich ein wenig aufgeregt – immerhin ist er für mich so eine Art Held der Kindheit. Warum? Das ist ganz einfach. Ich wollte immer ein Welterforscher sein, die Dinge hinterfragen und mehr über die Welt erfahren, genauso wie Willi.

Wer ist Willi Weitzel überhaupt?

Willi Weitzel – sein vollständiger Name ist übrigens Helmar Rudolf Willi Weitzel – ist 42 Jahre alt. Bekannt wurde er durch seine Wissenssendung „Willi wills wissen“, in der er Kindern Einblick in verschiedene Themen und Berufe gegeben hat. Für insgesamt 180 Folgen stand er acht Jahre lang vor der Kamera. Seit 2013 ist Willi mit seinem Programm „Willis wilde Wege“ unterwegs. Er ist aber auch sehr engagiert und setzt unter anderem als UNICEF-Pate für die Rechte von Kindern ein.

Willi hautnah in Aachen

Viele kennen Willi Weitzel nur aus seiner erfolgreichen Wissens-Sendung für Kinder „Willi will’s wissen“ (ARD). In Aachen ist er heute aber als Abenteurer und Weltendecker unterwegs und berichtet von seinen aufregenden Erlebnissen in der ganzen Welt. Darüber erzählt er aber nicht nur einfach so: Viele Bilder, Videos und auch Tonaufnahmen geben den Zuschauern einen tiefen Einblick in Willis Abenteuer. Knapp drei Stunden dauert sein Vortrag – und die braucht er auch. Denn Willi hat schon viel erlebt, er wanderte beispielsweise innerhalb von vier Wochen von München über die Alpen bis nach Venedig und ritt sogar auf einem Esel von Nazareth nach Betlehem.

Auf meine Frage, worin Willis Motivation für die Vortragstour besteht, meint er: „Nach acht Jahren Willi will‘s Wissen und hunderten von Folgen musste ich einfach einen Ausweg finden. Ich wollte etwas Neues machen und zeigen, wer ich bin und näher an meinem Publikum dran sein“. Entstanden ist die Idee für seine Vortragstour als Willi eines Tages an der Isar in München spazieren gegangen ist und auf die Alpen blickte. Wenn man’s genau nimmt, ist so auch Willis erster wilder Weg entstanden: „Ich wollte Abenteurer sein und einfach nur raus in die Freiheit. Ich wollte der sein, der ich eigentlich schon immer war. Das ganze vorher hat mich ein wenig eingeengt und als ich eines Tages an der Isar spazieren ging und die Alpen sah, war mit klar: Da oben will ich mal hin“. Natürlich konnte er sich nicht ohne weiteres auf den Weg über die Alpen nach Venedig machen. Erstmal musste Willi dafür trainieren, denn so eine anstrengende Wanderung kann nicht jeder machen. Durch diese Idee war dann aber schon der Grundstein für seine wilden Wege gelegt und Willi überlegte sich, was er sonst noch alles schon mal machen wollte.

Wilde Wege

Auch draußen schlafen will gelernt sein.
Foto: Welterforscherfilm

Die erste Reise, von der Willi mir, den vielen Kindern und Erwachsenen in Aachen erzählt ist eine Übernachtung im Wald – sozusagen sein Einstieg ins Abenteurer-Geschäft. Der Wald in dem Willi eine Nacht verbrachte, befindet sich direkt hinter seinem Haus, er ist nämlich erst neulich von der Stadt aufs Land gezogen. „Meine Nacht verbrachte ich mit äußerst wenig Schlaf in einer Hängematte, welche ich besonders hoch hängen musste, damit mich der Dachs oder Fuchs nicht in den Po beißt. Wie ihr seht, hatte ich außerdem eine Warnweste an, damit der Jäger mich in der Nacht nicht erschießt“, erzählt Willi seinen aufmerksamen Zuhörern. Neben vielen Bildern von seinem ersten Abenteuer brachte Willi auch originale Tonaufnahmen und Videos aus der Nacht mit. In einer Tonaufnahme erzählt er: „Die ganze Nacht habe ich wirklich beängstigende Geräusche gehört und so gut wie gar nicht geschlafen. Ich bin richtig froh, dass es jetzt wieder nach Hause geht und dann schlafe ich erstmal eine Runde“.

Das zweite von fünf Abenteuern war dann Willis großer Trip über die Alpen, welchen ich neben der Reise von Nazareth nach Betlehem auf dem Esel am spannendsten fand. Insgesamt lies Willi damals ganze 550 Kilometer hinter sich und kam – zu Fuß! – nach vier Wochen an seinem Ziel an: Venedig. Willi erzählt mir: „Das ist ein wahrer Grenzmoment, wenn du jeden Stein allein überwinden musst. Wenn du dir jeden Tag eine Unterkunft beziehungswiese einen sicheren Schlafplatz suchen musst und du in Eiseskälte unterwegs bist, wird dir der Ernst des Lebens klar. Außerdem war es sehr schwer für mich, niemanden zum Reden zu haben. Man muss alles mit sich alleine ausmachen“. Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wie anstrengend dieser Trip gewesen sein muss. Ich habe mich auch während des Vortrags die ganze Zeit gefragt, ob ich das geschafft hätte an Willis stelle – ohne ein entsprechendes Training wahrscheinlich sowieso nicht. Zumal das Ganze auch nicht ganz ungefährlich war, so alleine in den Alpen.


Willi hat eine Mission - Hilfsgüter an die Grenze der
Türkei nach Syrien zu bringen.
Foto: Welterforscherfilm

Eine weitere Reise von der Willi berichtet ist sein bewegender Trip an die syrische Grenze. Mit der Hilfe von über 1.000 deutschen Kindern füllten Willi und sein Bruder einen Lastwagen mit Hilfsgütern aus Deutschland für Flüchtlingskinder, die an der Grenze der Türkei zu Syrien leben. Willi hatte damals den Plan, die Hilfsgüter selbst mit dem Lastwagen zu den Hilfsbedürftigen zu fahren. Natürlich verlief dieser aufregende Trip nicht problemlos. Die ursprünglichen Sachspenden für die Kinder in dem Flüchtlingslager durften leider nicht mit in die Türkei eingeführt werden und so entschloss sich Willi, die Sachgüter in einer Flüchtlingsunterkunft in Bulgarien zu übergeben. Mit den Geldspenden kaufte Willi dann direkt in der Türkei die benötigten Hilfsgüter neu ein und konnte letztendlich doch sein Versprechen halten. „Klar ist es schön anzusehen, wie die Kinder sich über die Dinge freuen, die wir ihnen mitgebracht haben. Das zeigt, dass wir unser Ziel dieses wilden Wegs erreicht haben“, sagt Willi im Interview. Außerdem erklärt er: „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit diesen Kindern zu helfen. Das habe ich auch nicht für mich gemacht. Das war eine Reise, die ich einzig und allein für diese notleidenden Kinder gemacht habe und das war mir persönlich ganz wichtig“. Ich weiß selber aus der gemeinsamen Arbeit mit Willi für UNICEF nur zu gut, wie engagiert er ist und eins ist klar: Mit seiner Vortragstour will Willi nicht nur von sich erzählen, er will auch auf Missstände in der Welt aufmerksam machen. Ein tolles Projekt.

Mehr Infos über Willis wilde Wege findet ihr auf www.williswildewege.de

Text: Üwen Ergün
Fotos: Welterforscherfilm

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Hallo :) Ist es das, was im Vordergrund stehen sollte? Ich denke, viel wichtiger ist doch, dass man sich für etwas einsetzt und versucht dadurch die Welt wenigstens ein kleines Stückchen besser zu machen. Dadurch bewegt man doch schon einiges! :)

  • Misstände aufdecken, aber ob sich etwas ändert?

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