Schmökern

„Wir sind das folk“

Wie würde wohl die Welt aussehen, wenn es ein gewisses soziales Netzwerk mit dem blauen F schon seit Anbeginn der Zeit gegeben hätte? In „Wir sind das folk“ wird diese Idee mal so richtig durchgesponnen, dürfen große Zeitzeugen geschichtliche Höhepunkte kommentieren, liken und teilen was das Zeug hält. SPIESSER-Autor Benedikt war für euch schmökern.

28. November 2014 - 11:35
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Beigetreten: 01.04.2014

Worum geht's?

„Mit der Niederschrift der 95 Thesen im Jahre 1517 begab sich der Kirchenreformator Martin Luther in einen langanhaltenden Disput mit der katholischen Interpretation des theologischen…“ *wegnick*

Egal, ob Schule oder Uni – es gibt Themen, da möchte man einfach gleich mit Kopfkissen in Klassenzimmer oder Vorlesungssaal erscheinen. Doch halt, was wäre wenn Wissen einfach mal via Facebook transportiert wird? Klar, das passiert schon längst mit Katzenvideos und Dating-Gruppen. Aber mal so richtig wichtiges Wissen! Geschichte zum Beispiel. Kreuzzüge, Reformation, Deutsches Kaiserreich, Weimarer Republik, Wiedervereinigung – alles Begriffe, die man kennen sollte und die in „Wir sind das folk“ auf süffisante Art und Weise im Facebook-Stil vorgestellt und von mehr oder weniger geschichtsträchtigen Persönlichkeiten wie Barbarossa, Bismarck und Dieter Bohlen kommentiert werden.
Und jetzt das ganze bitte noch für die Fächer Mathe, Chemie und Sozialkunde!

Wer steckt dahinter?

Hinter dem Buchprojekt stecken die beiden Journalisten Art Bechstein und Julia Grün, die sich für ihr Werk wahrscheinlich mehr mit Geschichte und Gesellschaft beschäftigt haben als jeder Schüler im Unterricht aushalten kann.

Wir sind das folk: Von Bismarck bis Bushido – Geschichten in Statusmeldungen

Autor: Art Bechstein & Julia Grün
Seitenanzahl: 352
Verlag: blanvalet
Veröffentlichungsdatum: 20.10.2014

Hier für euch erhältlich!

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Geschichtsbücher haben den Namen „Dicker Schinken“ für die Ewigkeit abonniert. „Wir sind das folk“ ist das Gegenteil: Geschichte locker-flockig auf gut 350 Seiten zusammengepackt.

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Geht überall – und schafft Erheiterung und vielleicht auch ein wenig Erleuchtung in der Bahn, im Sessel und auf dem Pausenhof.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Wer schon immer wissen wollte, dass Deutschland geschichtlich mehr zu bieten hat als Erster Weltkrieg und Drittes Reich wird aus dem Lesen und Stauen nicht mehr rauskommen. Eine 8.

Wem borgt man es nach dem Lesen als erstes?

Dem Lehrer, damit er seinen Unterricht ein wenig aufpeppt. Und den Freunden, damit sie endlich wieder Geschichte lernen. Für die Geschichts-LK oder große Hausarbeit sollte man dann vielleicht trotzdem mal in so einen dicken Geschichtsklopper reinschauen…

Lieblingszitat:

Michael Gorbatschow hat eine Veranstaltung erstellt „Glasnost – sagen, wie es ist!“

25. Februar 1986 – Gefällt mir – Kommentieren – Teilen

Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und 290.000.000 Sowjetbürgern gefällt das.

DDR nimmt vielleicht teil. (S. 303)

In drei Worten:

witzig, respektlos und voll geschichtlich

Text: Benedikt Hommann
Fotos: blanvalet

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