SPIESSER unterwegs

Zwei Velos, zwei Dudes, 7000 km und ein Spendenprojekt

Max und Paul, zwei 28-jährige Berliner, haben einen gemeinsamen Traum: von Berlin nach Teheran reisen. Und zwar mit dem Fahrrad. SPIESSER-Autorin Sarah hat die beiden bei einem Festival im Juli kennengelernt und fand die Idee, damit ein Spendenprojekt zu unterstützen so klasse, dass sie die beiden VeloDudes – so nennen sie sich selbst – mit Fragen löchern musste.

30. Oktober 2019 - 15:07
SPIESSER-Autorin Miss little P.
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Miss little P Offline
Beigetreten: 17.10.2018

Zwei Jungs wollen einen Biketrip über 7000 Kilometer damit verbinden, Spenden für einen Trinkwasserbrunnen in Äthiopien zu sammeln. Coole Sache! Beide kennen sich schon seit der ersten Klasse und haben auch schon einige gemeinsame Fahrradtouren auf dem Buckel, mal an die Ostsee oder sogar bis nach Prag. Diese Reise jetzt ist da schon ein anderes Kaliber und definitiv ihr bisher größtes Abenteuer: mit dem Rad quer durch Europa, durch Halb-Asien, bis in den Iran.

Vom Traum zur Tour

Die Jungs verbindet nicht nur die Liebe zum Radfahren.

Wie kommt man darauf? „Ich wollte schon immer eine lange Radtour machen und hatte einen Couchsurfer aus Teheran bei mir zu Gast. Er erzählte mir, wie gegensätzlich das Land ist – tolle Landschaften, extrem freundliche Menschen aber gleichzeitig viel Armut und ein knallhartes Regime, dem Menschen- und Frauenrechte egal sind. Das klang wahnsinnig spannend und ich erzählte Max davon“, schildert Paul die Geburtsstunde der Idee zum Trip und ergänzt: „Max meinte dann: „Wenn du Bock darauf hast, dann komme ich mit.“ Und los ging’s – mit der Vorbereitung und Planung.

Radeln für einen guten Zweck

Am 5. August gings dann pünktlich los mit ihrem Trip. Startpunkt: Berlin. Vorher haben die beiden rund ein Jahr lang, neben ihren Vollzeitjobs, noch zusätzlich gearbeitet, sparsam gelebt und gespart, wo es nur ging. Am Ende mussten beide ihre Jobs kündigen, da eine Auszeit oder ein Sabbatjahr so nicht möglich war. Was danach kommt, wenn beide am Ziel sind und zurück nach Deutschland reisen werden, ist noch unklar. Geplant ist, in viereinhalb Monaten – also bis Weihnachten, in Teheran anzukommen. Dazwischen radeln sie u. a. durch Österreich, Kroatien und Griechenland. Die ganze Route findet ihr hier. Jetzt gerade (Stand 18.10.2019) haben sie eine Woche in Istanbul verbracht und wollen sich jetzt wieder auf Kurs bewegen.


Mit ihren gesammelten Spenden wollen die VeloDudes einen
Trinkwasserbrunnen in Äthopien finanzieren.      @
Lea May

Das alles tun sie aber nicht zum Reinen vergnügen. Ihre Radreise hat auch noch einen tieferen Sinn: Die beiden sammeln Spenden für einen Trinkwasserbrunnen in Äthiopien. „Auf anderen Instagram-Kanälen und auf YouTube haben wir mitbekommen, wie andere Reisende so ein Projekt nutzen, um Spenden zu sammeln. So sind wir auf die Idee gekommen uns für etwas einzusetzen, das uns wichtig ist. Im Zielland Iran haben wir leider nichts Passendes gefunden,“ erklären mir die beiden.

Das Spendenprojekt sehen sie als zusätzlichen Ansporn, die lange Reise nicht vorzeitig abzubrechen, auch wenn sie an ihre Grenzen kommen sollten. Im Vorfeld informierten sich die Berliner über verschiedene Hilfsorganisationen und entschieden sich für „Viva con Agua“. „Wir werden auf der Reise jeden Tag zwei, drei Mal Leute fragen müssen, ob sie uns Wasser für unsere Flaschen geben. Ich finde Wasser ist ein Grundnahrungsmittel, dass überall vorhanden sein sollte und Viva con Agua ist ein Verein, mit dem wir uns gut identifizieren können,“ erklärt Paul. Um den Brunnen zu finanzieren, werden 10.000 Euro an Spendengeldern benötigt. Das ist eine große Summe, doch die beiden lassen sich davon nicht einschüchtern. „Wenn wir es nicht ganz schaffen, haben wir immerhin einen Teil zu einem neuen Brunnen beigetragen. Der Grundgedanke dabei ist, dass wir durch kleine Spenden von Privatleuten und Unternehmen Geld für das Projekt sammeln“, erzählt Max.

Ein weiterer, wichtiger Grund weshalb sich die beiden für Viva con Agua als Partnerorganisation entschieden haben, ist die Transparenz. Das gespendete Geld wandert direkt auf die Konten der Spendenplattform „Betterplace“ und geht nach der Auflösung direkt an „Viva con Agua“. So kommen die beiden nie in direkten Kontakt mit dem Geld und können nur entscheiden, wann das Spendenprojekt beendet wird. „Das Geld wird direkt auf der Plattform gesammelt und wir können es dann manuell auslösen. Dabei geht es nur an die Organisation, die wir vorher ausgewählt haben. Also keine Chance für uns, oder jemanden anderen, sich selbst etwas in die eigene Tasche zu stecken,“ erklären die beiden nochmal wie sie sicherstellen, dass das Geld da ankommt, wo es hinsoll.

'
Die VeloDudes on Tour.

Ihre ganze Tour über halten sie euch auf dem Laufenden. Jetzt haben sie in 60 Tagen schon 3500 Kilometer zurückgelegt – Halbzeit. Auf Instagram feiern sie diesen Erfolg mit einem lächelnden Selfie mit der Unterschrift „we´ve arrived in Istanbul“. Was die beiden in der Hauptstadt der Türkei erlebt haben und warum der Friseurbesuch dort ihr Highlight war, erzählen sie in ihrem Podcast „Velocast“ ausführlich. Hier sprechen die beiden aber auch zum Thema Fahrräder und Equipment und natürlich über das Spendenprojekt.

Wir sind gespannt was die Reise für die beiden noch mit sich bringt und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg!

Ihr wollt das Engagement der VeloDudes unterstützen?

Ihr habt auch Lust, das Engagement von Max und Paul zu unterstützen und etwas für den Trinkwasserbrunnen in Äthopien zu spenden? Hier habt ihr die Möglichkeit dazu.

 

Mehr Infos und aktuelle Updates von den Velodudes findet ihr hier:
Instagram , Facebook
Blog
Podcast

Text: Sarah Plobner, Naomi Asal 
Bilder: die VeloDudes Max und Paul

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