Beruferoulette

Zahme Finanzhaie

Wenn ich nicht an Hilfsorganisationen spende, wovon werden dann eigentlich die Schulen in Entwicklungsländern gebaut? Wer hilft und unterstützt finanziell und behält dann noch den Überblick? Lukas Frank (27) zum Beispiel! SPIESSER-Redaktionspraktikantin Frieda hat den Trainee der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Entwicklungsbank für euch ausgequetscht.

20. Oktober 2017 - 11:33
SPIESSER-AutorIn freedy.beedy.
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freedy.beedy Offline
Beigetreten: 01.08.2017

Ich habe den Dresscode vercheckt – die Mitarbeiter der KfW Entwicklungsbank kommen mir in Anzügen und Bleistiftröcken entgegen und ich stehe in meinen Lieblingsjeans in der großzügigen Eingangshalle. Ich muss mich ordnungsgemäß anmelden, dann geht es hundert Treppen hoch, durch ein Labyrinth aus Türen und riesigen Fenstern. Immer wieder lese ich Schilder mit Aufschriften wie „Europa“ oder „Ostasien“. Die ganze Welt in nur einem Gebäude, da wird jeder Backpacker neidisch.

Lukas erwartet mich schon. Auch er trägt einen Anzug, sogar eine Krawatte hat er um (selbst gebunden!). Er ist als Trainee im Bereich Projektmanagement bei der KfW Entwicklungsbank angestellt und momentan dem Länderteam „Lateinamerika“ zugeteilt. Auf meine Frage, ob ich hier mal kurz Geld abheben könnte, lacht er nur und erklärt: „Wir sind in dieser Hinsicht nicht für Privatkunden zuständig. Fast alles, was wir machen, passiert im Auftrag des Bundesministeriums. Wir arbeiten auch mit der UN oder der EU zusammen, die uns Aufträge geben, in deren Rahmen wir dann über verschiedene Gelder Projekte in anderen Ländern finanzieren.“

Weit gereist

Während seines Traineeprogramms war Lukas in Ostafrika, um ein Stipendienprogramm für sozial benachteiligte Studenten zu entwickeln. Dieses soll ähnlich wie das Erasmus-Projekt aufgebaut werden und die regionale Integration fördern. Doch auch davor ist er viel in der Welt rumgekommen. „Ich habe vier Jahre in Schottland studiert, in Kolumbien ein Semester verbracht, dort auch ein soziales Jahr gemacht und ein Praktikum in Paraguaya bsolviert“, erklärt der 27-Jährige. Das sei aber kein Muss, um bei der KfW anzufangen, erklärt Lukas mir, da es nicht „DAS Profil Entwicklungsbanker“ gäbe. Ich bin schwer beeindruckt. Lukas engagiert sich auch privat in einem Verein, der Straßenkindern in Kolumbien Zugang zu Bildung ermöglicht. Jährlich fliegt er in das südamerikanische Land, um das Projekt zu unterstützen und sitzt sogar im Vereinsvorstand. Durch das Traineeprogramm der KfW Entwicklungsbank kann er nun auch beruflich Projekte fördern.

Projektmanager bei der KfW-Entwicklungsbank
Dein Traumjob, denn du …
• Entwicklungspolitisch interessiert bist
• Gut mit Zahlen kannst
• Flexibel bist und immer einen Plan B hast

Das gehört dazu:
• Gute Kommunikation
• Teamarbeit auch bei weiten Entfernungen
• Viele Reisen

Wie du es wirst:
• Abgeschlossenes Masterstudium, vorzugsweise in Richtung Finanzen
• Sehr gute Englischkenntnisse, weitere Sprachkenntnisse von Vorteil

Einstiegsgehalt:
• Macht Mutti stolz

Ab auf die Karriereleiter

Nach dem Traineeprogramm hofft Lukas, von der KfW übernommen zu werden und als Junior Projektmanager selbstständig Projekte zu leiten. Mit seinem Gehalt als Trainee kann er sich aber schon jetzt selbst finanzieren. Mit dem Programm ist Lukas rundum zufrieden: „Ich fühle mich einfach unglaublich wohl, es passt zu meiner Motivation, entwicklungspolitisch etwas zu bewirken. Die KfW ist ein sehr angenehmer Arbeitgeber.“

Dadurch, dass er alle vier Wochen seinen Arbeitsbereich wechselt, hat er die Möglichkeit alle Projekte kennenzulernen und sich so auf seinen zukünftigen Job vorzubereiten. Auch in Zukunft wird er bei der KfW die Möglichkeit haben, in mehreren Projekten tätig zu sein: „Wenn ich jetzt beispielsweise Projektmanager in Ostafrika für Bildung werden würde, könnte ich vier Jahre später in das Länderteam Ostasien in den Bereich Gesundheit wechseln. Da ist der Fantasie keine Grenze gesetzt und das macht auch den Job so interessant.“ Wann er für diesen abwechslungsreichen Job aufstehen muss? Das kann er sich mit seinen flexiblen Arbeitszeiten aussuchen.

 

Text und Fotos: Frieda Rahn
Teaserbild: Anja Nier

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