Kinofeeling

Nur Gott
kann mich richten

Ein brutaler Gangsterfilm, der dich „hart f***en“ wird. SPIESSERin Frieda ist sich unschlüssig, ob sie begeistert oder verstört sein sollte…

01. Februar 2018 - 09:46
SPIESSER-AutorIn freedy.beedy.
Deine Bewertung bewertet mit 4 5 basierend auf 1 Bewertungen
freedy.beedy Offline
Beigetreten: 01.08.2017

Worum geht's?

Ricky, sein Bruder Raffael und ihr Kumpel Latif planen einen Überfall, der mächtig schief geht. Ricky kommt ins Gefängnis, Raffael wird schwer verletzt und Latif schafft es als einziger zu fliehen, bevor die Polizei eintrifft. Feinste Schusswechsel, viele Beleidigungen und tote Menschen – diese zehn Minuten geben einen Vorgeschmack auf den weiteren Filmverlauf.

Fünf Jahre später: Ricky kommt frisch aus dem Knast, zündet sich in feinster Gangstermanier erstmal eine Zigarette an, während er in Lederjacke, mit der Sporttasche über der Schulter, auf die Straße tritt. Der Film spielt in Frankfurt am Main, aber nicht in den wohlhabenden Bezirken, sondern dort, wo sich die Banker nie hin verirren würden. Als er Latif besucht, plant der schon wieder das nächste krumme Ding. Sie sollen Koks klauen und Ricky ist dabei, er braucht das Geld. Er möchte raus aus Frankfurt, zusammen mit seinem senilen Vater.

Währenddessen erfährt der Zuschauer, was mit Raffael passiert ist. Er arbeitet für den Vater seiner Freundin Elena, aber beklaut ihn heimlich. Eine weitere Protagonistin ist die Polizistin Diana Dunker. Sie hat eine herzkranke Tochter, ist frisch getrennt und muss sich jeden Tag auf den Straßen Frankfurts behaupten. Als Rickys Überfall auch diesmal wieder schief läuft, treffen er, Rafael und Diana aufeinander. Was darauf folgt, ist ein einstündiges Gemetzel. 

Wer spielt mit?

Moritz Bleibtreu („Lommbock“) übernimmt nicht nur die Produktion, sondern auch die Hauptrolle als Ricky. Rafael, gespielt von Edin Hasanović, Birgit Minichmayr als Diana Dunker, Kida Khodr Ramadan als Latif und viele weitere bekannte Gesichter. Aber kein Til Schweiger ;-)

Filmischer Augenschmaus?

Es wird mit der Kamera draufgehalten, auch wenn’s weh tut. Immer eine Sekunde länger als nötig, mit dem Ziel die verstörende Realität so darzustellen, wie sie nun mal ist.

Gibt’s was zu meckern?

Nö, außer dass mir der Film an manchen Stellen zu brutal und zu überzogen vorkam, aber ich bin auch wohlbehütet aufgewachsen und weiß nicht, wie das wirkliche Leben zwischen Gangs und Drogenkartellen aussieht.

Braucht man Taschentücher?

Vorsichtshalber solltet ihr welche mitnehmen.

Mit wem angucken?

Diskussionsfreudigen Menschen, damit ihr danach jemanden habt, um den Film auszuwerten. Die zartbesaiteten Freunde würde ich Zuhause lassen.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Romantik:
Humor: ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪
Was macht man danach?

Tief durchatmen.

In 3 Worten:

Brutal, ehrlich, Gewissen

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Ich sag’s mal so: würde dieser Film Sonntagabend um 20:15 Uhr im Ersten laufen, dann hätten wir einen Fernsehskandal, wie schon lange nicht mehr. Also ab mit euch ins Kino!

Mainstream oder Independent?

Teils teils, den Mainstream Charakter bringen für mich die Darsteller und die grundsätzliche Gangster-Story mit, die Umsetzung ist eher Independent.

Nur Gott kann mich richten

Regie: Özgür Yildirim
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Khodr Ramadan, Edin Hasanovic, Birgit Minichmayr, Franziska Wulf, Peter Simonischek
Kinostart: 25. Januar 2018
Filmlänge: 100 Minuten
Genre: Drama, Thriller
FSK: 16

 

Text: Frieda Rahn
Bildmaterial: Matthias Bolliger / © 2017 Constantin Film Verleih GmbH

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