Meinung

Heutzutage Kinder kriegen? Ich hätte ein schlechtes Gewissen!

Mal ganz von der Diskussion abgesehen, mit Elternzeit, Gleichberechtigung, Karriere vs. Familie usw. (also gehen wir davon aus, das Problem gäbe es für mich nicht)… Ich bin mir nicht sicher, ob ich es verantworten könnte, Kinder in diese Welt zu setzen.

22. November 2013 - 11:28
von SPIESSER-Autorin moewe.94.
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moewe.94 Offline
Beigetreten: 03.09.2012

Anlass für diesen Gedanken ist die grandios gescheiterte Klimakonferenz in Warschau (ja ich starte wieder das leidige Klimawandel-Katastrophen-Thema! Aber ich finde es einfach erschreckend, wie sich über all die Jahre NICHTS ändert), bei der offenbar keiner der Verantwortlichen Stellung beziehen möchte und die Wirtschaftslobby ihren Rest dazugibt, dass auch nichts, wirklich gar nichts, was mit konkretem Klimaschutz zu tun hat, beschlossen wird.

Wenn ich mir nicht sicher sein kann, dass es hier in 50 Jahren auch noch lebenswert ist, will ich dann wirklich Kinder kriegen, die jahrjährlich mit extremen Hitzesommern, Jahrhundertfluten oder Orkanstürmen zu kämpfen haben (woanders sieht es ja noch schlimmer aus, mit Armut, Hunger, Wassermangel usw.)? Das ist ja schon bei unserer Generation der Fall, dass wir mit den Folgen der politischen (Fehl)Entscheidungen der letzten Jahrzehnten klarkommen müssen. Und wie es Warschau zeigt, wird sich an der grundsätzlichen Haltung der Verantwortlichen in der Politik auch in den nächsten Jahr(zehnt)en nichts ändern.

Was denkt ihr? Findet ihr den Gedanken übertrieben, wäre euch der Kinderwunsch wichtiger als das „schlechte Gewissen“?

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Kommentare

Zehn Kommentare
  • ... und kommen uns doch schon so zivilisiert, so klug, so überlegen und so Menschheitsvertrauend vor. Was blasen wir uns auf und vergleichen Pest und Cholera mit den heutigen Umweltproblemen, die wir scheinbar im Griff zu haben glauben. Fokushima strahlt uns an, während uns Tschernobyl auslacht! Während viele von uns immer noch den Zusammenhang zwischen CO2 Ausstoß und dem fortschreitenden Klimawandel vehement leugnen. Und warum soll jede Existenz besser, als Nichtexistenz sein?
    Was bedeutet denn Verantwortung gegenüber unseren Kindern? Warum ist uns die Gegenwart wichtiger als die Zukunft?

    Es ist traurig, wenn junge Menschen sich ernsthaft, laut Gedanken machen keine Kinder genau aus diesen nachvollziehbaren Gründen in unsere eine Welt zu setzen. Und diese Position ist berechtigt! Wir dürfen sie nicht ins Lächerliche ziehen.

    Aber wir dürfen auch nicht den Kopf in den Sand stecken und in tiefe Depressionen verfallen. Vielmehr müssen wir endlich gemeinsam einen Wandel herbei führen, der nicht von heute auf Morgen vollzogen sein wird. Und endlich aufhören zu jubeln wie gut es uns doch gehe.

    Gestern war "Welttoilettentag" 40% der Weltbevölkerung haben keine hygienischen Toiletten. D.h. kein fließend Wasser bei den Toiletten. Bei ca. 7 Milliarden Menschen! Wohl gemerkt, wir leben im 21.Jahrhundert - nicht im Mittelalter!

  • Scheinbar hatten die Menschen im Mittelalter zur Pest es noch für richtig gehalten, Kinder in diese Welt zu setzten. Während dem ersten und zweiten Weltkrieg auch.
    Hätten sie sich anders entschieden. gäb es vielleicht euch garnicht.

    Außerdem ist nicht jede Existenz besser als die Nichtexistens?
    Vorallem jetzt, ist die Lage doch garnicht "so schlimm", es kann sich noch einiges ändern. Zum Guten oder zum Schlechten.

  • Wenn man so hört, was noch alles auf uns zukommt, bin ich mir auch nicht so sicher, ob man dann noch Kinder in die Welt setzten sollte. Ich persönlich hatte bisher nie einen großartigen Kinderwunsch und die Tatsache, dass unsere Erde bald alles andere als ein angenehmer Lebensraum sein wird (oder schon ist?), lässt mich auch eher zu der "kinderlosen Variante" tendieren. Aber das ist natürlich auch vom jeweiligen Partner abhängig.
    Eigentlich schockierend, dass wir uns jetzt schon Gedanken darüber machen müssen, ob es noch zu verantworten ist, Kinder zu bekommen.
    Aber wir sind halt auch schon so viele Menschen.

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