Schmökern

„klar.kommen“

Der drogenabhängige und kriminell gewordene Dominik hat gerade Knast und Entzug hinter sich und freut sich auf seine Entlassung. Doch sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern, dort seinen Platz zu finden und ein Leben ohne Drogen zu führen, das ist gar nicht so einfach. Ob ihm das gelingt hat SPIESSER-Autorin Vanessa für euch herausgefunden.

17. November 2017 - 15:06
SPIESSER-Autorin Admirel.
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Admirel Offline
Beigetreten: 15.11.2017

Worum geht's?

Drogensucht, Knast, Entzug – doch was kommt danach? Darum geht es in dem Roman „klar.kommen“. Dominik Forster war erst im Gefängnis, hat dann eine stationäre Therapie gemacht. Nun wird er entlassen. Aber die Welt da draußen scheint nicht gerade auf einen Ex-Junkie und Ex-Knacki gewartet zu haben. Wie reagieren potenzielle Arbeitgeber und Vermieter auf seine Vergangenheit? Immer wieder gibt es Situationen, in denen Dominik wieder mit den Drogen konfrontiert wird und der Versuchung widerstehen muss, um nicht rückfällig zu werden. Auch die Beziehung zwischen ihm und seiner Familie ist zerrüttet. Aber er will es schaffen. Will clean bleiben und setzt alles daran, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Wer steckt dahinter?

„klar.kommen“ ist nach „crystal.klar“ der zweite autobiografische Roman von Dominik Forster. Der Autor verarbeitet in den beiden Romanen seine eigenen Erfahrungen als ehemaliger Drogenabhängiger, der auch einen Aufenthalt im Gefängnis hinter sich hat. Heute arbeitet Forster selbst in der Drogenprävention und geht an Schulen, um dort von seinen Erfahrungen zu berichten und zu warnen, wie schnell und mit welchen Konsequenzen man in eine Drogensucht hineingeraten kann.

klar.kommen

Autor: Dominik Forster
Verlag: Fabulus-Verlag
Veröffentlichung: 2017
Seitenzahl: 216

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Mit insgesamt 216 Seiten ist der Roman kein dicker Wälzer. Die einzelnen Kapitel sind recht knapp und auch lange Bandwurmsätze sucht man hier vergeblich, so dass sich der Text schnell und flüssig lesen lässt.

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Der Inhalt ist nicht gerade leichte Kost. Wen dies zu sehr mitnimmt, der sollte sich das Buch vielleicht lieber zu Hause in Ruhe durchlesen, wo er das ganze ungestört verdauen kann. Die einzelnen Episoden sind aber in der Regel eher kurz und knapp gehalten, so dass ein Kapitel in der Bahn oder während der Pause gut machbar ist.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Den zeitlichen Ablauf der einzelnen Szenen fand ich manchmal etwas wirr, die Sprache ist oft unverblümt derb. Manches muss man auch einfach erst einmal sacken lassen. Dennoch hat die Geschichte auch etwas, das einen packt. Man will wissen, ob und wie Dominik es schafft. Ob er clean bleibt oder wieder rückfällig wird und wie er sein Leben nach Gefängnisaufenthalt und Entzug gestaltet. Insgesamt gebe ich hier 6 Punkte.

Wem borgt man es als erstes?

Freunden, von denen man weiß oder denkt, dass sie sich für solche Themen und für echte Erfahrungen und Lebensgeschichten interessieren. Und jungen Leuten, die sich gerade in der Pubertät befinden und gerade vielleicht selber erste Erfahrungen mit Alkohol und anderen Drogen machen. Die das vielleicht noch „cool“ finden, ohne sich der Gefahr dahinter wirklich bewusst zu sein oder diese nicht ernst nehmen. Für die der Erfahrungsbericht des Autors vielleicht glaubwürdiger ist als die Warnungen von Eltern oder Lehrern, auf die man in dem Alter nicht unbedingt immer hören möchte.

Lieblingszitat:

„Mein Kopf ist kein Knie, heilt nicht von selbst. Und wenn das Gehirn wieder funktioniert, ich klarer denken kann, ist trotzdem nicht alles klar. Im Inneren trage ich tiefe Narben. Meine Seele ist zersprungen. Ich kann kleben, reparieren, therapieren, rehabilitieren, aber sie bleibt gebrochen.“ (Seite 23)

In drei Worten:

erschütternd, heftig, authentisch

 

Text+Teaserbild: Vanessa Rollmann

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