Schmökern

„Papa ruft an“

Zwei Lehrerkinder im Gespräch – SPIESSERin Frieda hat mit Bestsellerautor Bastian Bielendorfer über sein neues Buch „Papa ruft an“ gequatscht und dabei erfahren, warum er Günther Jauch wahrscheinlich ewig dankbar sein wird.

17. Oktober 2017 - 10:35
SPIESSER-AutorIn freedy.beedy.
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freedy.beedy Offline
Beigetreten: 01.08.2017

Tourtermine
Ihr wollt Bastian Bielendorfer live erleben? Für euch die Termine der „Das Leben ist kein Pausenhof“ Tour:
14.10.2017 Hockenheim
Pumpwerk
02.11.2017 Erfurt
DasDie
17.11.2017 Mönchengladbach
Theater im Gründungshaus
18.11.2017 Monheim am Rhein
Bürgerhaus Baumberg
19.11.2017 Emmelshausen
ZAP
23.11.2017 Iserlohn
Parktheater
01.12.2017 Fulda
Kulturkeller
02.12.2017 Hückeswagen
Kultur-Haus Zach
06.12.2017 Herne
Flottmann-Hallen
07.12.2017 Alsdorf
ENERGETICON im Fördermaschinenhaus
08.12.2017 Burgdorf
Veranstaltungszentrum StadtHaus
09.12.2017 Schwerin
Capitol
12.12.2017 Leverkusen
Scala-Club
14.12.2017 Drolshagen
Rische`s Kleinkunstbühne

Die Tourtermine für 2018 findet ihr hier.

Du bist Lehrerkind, genau wie ich. Welchen Beruf hätten deine Eltern stattdessen haben sollen?

Alles außer Lehrer. (lacht) Ich fand das als Kind immer toll, wenn die Eltern einen Betrieb hatten, den man übernehmen konnte. Jetzt stecken Freunde von mir aber in der heimischen Schlachterei fest – im Nachhinein also doch keine Option. Ich hätte damit leben können, wenn sie Lehrer gewesen wären, aber nicht an meiner eigenen Schule.

Wolltest du auch Lehrer werden?

Ja, ich habe mal sechs Semester Lehramt studiert und mich dann erfolgreich dagegen entschieden, nachdem ich selber mal unterrichten durfte. Ich hatte das pädagogische Einführungspraktikum und habe da realisiert, was es heißt 40 Jahre vor Leuten zu stehen, die einen nicht sehen wollen.

Kann man deine Bücher schon als Autobiografien bezeichnen?

Ja, schon. Ich habe meine Autobiografie mit 26 geschrieben, das kriegen sonst nur Leute hin, die früh sterben.

Lesen deine Eltern deine Bücher?

Natürlich, die ersten drei Bücher haben sie sogar im Vorhinein gelesen. Das erste Buch endet damit, dass da echte Korrekturen meines Vaters drin sind. Bei „Papa ruft an“ wollte ich sie mal überraschen und hab darauf verzichtet.

Die Bücher sind voller privater Geschichten. Hast du manchmal das Gefühl, zu viel von dir preiszugeben?

Also im Gegensatz zu Leuten, die sich im Privatfernsehen mit der Kamera beim Stuhlgang begleiten lassen, ist das bei mir ganz bewusst ausgesucht, was ich preisgebe. Meine Eltern stehen nicht in der Öffentlichkeit und das wollte ich auch immer so. Ich gebe nur die Dinge preis, die ich für preisgebenswert halte. (lacht)

Lachst du manchmal selber beim Schreiben deiner Bücher?

Ich lache beim nachher Lesen. Das klingt jetzt ein bisschen skurril, aber man schreibt ein Buch, dann wird es irgendwann veröffentlicht, da sind teilweise Monate dazwischen, in denen man die Texte höchstens mal Korrektur gelesen hat. Bei „Papa ruft an“ war es so, dass ich mich bei ein paar Kapiteln nicht erinnern konnte, dass ich sie geschrieben hab, und selber drüber lachen musste.

Papa ruft an

Autor: Bastian Bielendorfer
Verlag: Piper Verlag
Veröffentlichung: 02. Oktober 2017
Seitenzahl: 265

Wie bist du Autor geworden?

Ich saß mal bei „Wer wird Millionär“ und mein Vater war mein Telefonjoker bei der 8000-Euro-Frage. Ich hab ihn angerufen und er hat unglaublich stark den Lehrer raushängen lassen, also wie peinlich das ist, dass ich mich melde für 8000 Euro – eine Schande für die ganze Familie. Die Leute haben viel gelacht im Fernsehen. Da habe ich erwähnt, dass ich eine Idee für ein Buch hätte und es rief bei der Ausstrahlung sofort ein Verlag an und sagte: „Schicken Sie uns das, ihre Familie ist so bekloppt – da machen wir einen Bestseller draus.“ Aber ich hatte nicht eine Seite von dem Buch! Dann hab ich eben doch das Buch geschrieben und es erschien ein halbes Jahr später. Hätte ich die Million gewonnen, hätte ich sie sofort gegen das ausgetauscht, was mir jetzt passiert ist.

Worum geht es in dem Buch „Papa ruft an“?

Abseits von den Tagebüchern meiner Kindheit und Geschichten über meinen Neffen Ludger, der ein Waldorf-Kind ist, geht’s sehr viel um Telefonate mit meiner Familie. Größtenteils mit meinem Vater, weil meine Mutter zur Kur fährt und mein Vater in seiner allumfassenden Lebensunfähigkeit auf sich allein gestellt ist. Er muss den Haushalt alleine führen, aber bekommt das nicht hin und ruft mich deshalb ständig an. Es geht 300 Seiten darum, wie ich mit meinem Vater telefoniere, aber ich verspreche jedem, der es liest, dass er sehr oft lachen wird.

Wird es eine Fortsetzung des Lehrerkindes geben?

Das weiß ich nicht.

Was machst du, wenn du nicht gerade Autor bist?

Ich hab Psychologie studiert und letztes Jahr abgeschlossen und bin damit diplomierter Psychologe, was meinen Eltern extrem viel bedeutet hat. Wenn mich niemand mehr hören möchte und niemand meine Bücher lesen möchte, dann hab ich zumindest – wie meine Mutter sagt – eine Alternative.

 

Text: Frieda Rahn
Teaserbild: Guido Engels

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Danke für deinen lieben Kommentar! :) Ich musste auf jeden Fall sehr viel lachen beim Lesen. Leider haben wir keine Leseprobe für das Buch aber schau mal hier: https://sps.sr/N2U5Yz

  • Habe bald Geburtstag und glaube, ich lass mir das Buch schenken. Der Artikel macht Lust auf mehr. Eine "Kostprobe" des Buches wäre cool gewesen.

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