Titelverteidiger

Abgehört: Rosemary & Garlic

Wer gern Spotify-Playlists mit den „schönsten Songs“ anhört, ist vielleicht schon unbemerkt über sie gestolpert: Rosemary & Garlic. Um das Folk-Duo mal genauer unter die Lupe zu nehmen, hat Rebekka für euch in ihr Debütalbum reingehört.

16. Januar 2018 - 09:51
SPIESSER-Autorin breakfastatspiesser.
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breakfastatspiesser Offline
Beigetreten: 28.07.2017

Sie stammen aus Amsterdam und beweisen mit ihrem allerersten Album, dass nicht immer große Promotion notwendig ist, um weltweit begeisterte Fans zu gewinnen. 2014 veröffentlichten sie online still und leise ihre EP „Kingfisher“, welche sich schon bald großer Beliebtheit auf Spotify erfreute. Einen großen Schritt in die Öffentlichkeit machen sie nun mit ihrem Indie-Folk Debütalbum „Rosemary & Garlic“.

Fast schon scheu beginnt der erste Titel des Albums „Birds“ mit seichten Pianomelodien, die bei mir instant Ruhe auslösen. Als dann die Liedsängerin Anne Van der Hodden einsetzt, bin ich überrascht von der Zartheit ihrer Stimme. Es schwingt eine gewisse Melancholie darin, welche mich schon nach wenigen Sekunden gefangen hat.

Bei „Blue Boy” kommen dann auch elektronische Soundeffekte zum Einsatz, welche dem Song trotz dessen den Eindruck von Natur verleihen. In diesem zarten Song schwingt ein Unterton von zeitlicher Gefangenheit und Nachdenklichkeit mit. „The Tempest” bietet eine Ausgewogenheit an spannendem Rhythmus, dumpfen Bassklängen und engelsgleichem Gesang. Sie erzeugen, in Verbindung mit ausdrucksstarken Lyrics, ein Gefühl von Erwartung. Man spürt sozusagen den Sturm kommen.

„Fireflies” ist mein Lieblingstitel des Albums. Er enthält einen unglaublich interessanten und prägnanten Rhythmus und zeichnet sich durch Spannung und Melancholie aus. „And my hands they reach out for you // We had only one verse it fell through.” In der Bridge wird er wieder zart und leise, nur um danach im Finale noch mal kraftvoll zu werden.

Als kraftvoll würde man „Wintering“ und „Shine“ auf den ersten Ton nicht bezeichnen, doch wenn man sich auf sie einlässt, spürt man die fast schon magische Kraft. Die Essenz dieser ist schlichtweg der pure Ausdruck von Romantik, Liebe und Naturelementen, der in der heutigen Musik nicht auf diese Weise enthalten ist. „Rosemary & Garlic“ schaffen es, dass ich mich während des Zuhörens in körperlicher Ruhe befinde, mein Geist aber absolut wach und aufmerksam ist. „Dreamer“ schließt das Album mit harmonischen Gitarrenklängen ab und lässt mich in einer entspannten Zufriedenheit zurück, doch fühle ich mich zugleich angeregt.

Mit zarten und feinfühligen Melodien begleiten “Rosemary & Garlic” poetische Texte. Das Album strotzt nur so von natürlicher und romantischer Ästhetik und braucht dabei nicht viel, um auf sich aufmerksam zu machen. Mich persönlich hat die zurückhaltende Art der Gefühlsübertragung sehr eingenommen. Auch wenn sich die meisten Songs ziemlich ähneln, kann ich das Album jedem empfehlen, der etwas Neues braucht und sich treiben lassen möchte.

Ohrwurm: „Fireflies“
Hinhörer: „The Tempest“, „Wintering“, „Blue Boy“
Album in drei Worten: hören, fühlen, träumen
Passt zu: einem Ausflug in die Natur
Erinnert an: Bon Iver

„Rosemary & Garlic“

VÖ: 12.01.2018
Label: Nettwerk Music Group

 

 

 

Text: Rebekka Hörnig
Bildmaterial: Pressematerial

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