Frage der Woche

Corona-Warn-App – Top oder Flop?

15. Juni 2020 - 13:26
von SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Beigetreten: 25.04.2009

Nachdem es in einigen Ländern teilweise schon seit Monaten eine sogenannte Corona-Warn-App gibt, zieht Deutschland im Laufe dieser Woche nach. Ziel der App ist es, Infektionsketten besser nachvollziehen zu können und dadurch die Gesundheitsämter zu entlasten. Besonders durch die schrittweisen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen könnte sich die App als nützlich erweisen.

Wer steckt eigentlich hinter der App-Entwicklung?
Allen voran die Deutsche Telekom und das Software-Unternehmen SAP. Unterstützende Beratung gibt es zudem von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit CISPA.

Aber wie funktioniert sie überhaupt?
Hat man die App installiert und aktiviert (wichtig: das Ganze ist freiwillig!), verbindet sich das Smartphone via Bluetooth automatisch mit Geräten in der Umgebung. Dabei werden mithilfe der Signalstärke die Entfernungen der Smartphones ermittelt sowie IDs ausgetauscht. Wird jemand positiv auf Covid-19 getestet, kann er oder sie dies anonym und auf freiwilliger Basis in der App angeben. Daraufhin werden die betroffenen Kontaktpersonen in der App benachrichtigt. Um missbräuchlichen Umgang zu verhindern, muss die Infektion vom Gesundheitsamt oder einem Arzt bestätigt sein.

Und was passiert mit meinen Daten?
Die Entwickler versprechen, dass keine Auswertung von Geodaten und Ortsinformationen vorgenommen wird.  Auch soll weder ein Versand noch eine Speicherung personenbezogener Daten erfolgen. Der größte Unterschied zu Corona-Warn-Apps anderer Länder: Die anonymisierten Daten werden dezentral auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert. Eine Gegenüberstellung der Kontroverse dezentrale vs. zentrale Speicherung findet ihr auf tagesschau.de.

Wieso übernimmt man keine der bisher auf dem Markt verfügbaren Apps?
In Südkorea setzt man auf Überwachung per GPS, Videos von Überwachungskameras und sogar die Überprüfung von Bankdaten. StopCovid in Frankreich basiert zwar auf Freiwilligkeit, ist allerdings aufgrund der zentralen Datenspeicherung auf einem Server umstritten. In Island hilft die Rakning C-19 App bei der Auswertung von Standortdaten, die über GPS ermittelt werden. Diese genannten Ansätze sind in Deutschland aus Datenschutzgründen ausgeschlossen.

Aber es gibt auch Bedenken: Experten vermuten, dass 60 Prozent der Deutschen die App nutzen müssten, damit sie ihren Zweck erfüllt. Zum Vergleich: lediglich die Nutzerzahl von WhatsApp bewegt sich in Deutschland in diesen Dimensionen.

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Unsere Frage der Woche lautet: Was hältst du von der Corona-Warn-App?

Die Umfrage und die Ergebnisse sind nicht repräsentativ.

Find ich super, werde ich nutzen.
Hab kein Smartphone.
Sehe darin keinen Sinn.
Find ich doof, Datenschutz und so.
Mein Smartphone kann's nicht
Kontrolle , Kontrolle , Kontrolle
find' doof, dass man dafür die Google Services aktivieren müsste...

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