Frage der Woche

Farid Bang als Videobotschafter – ein No-Go?

27. Juli 2020 - 09:50
von SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Beigetreten: 25.04.2009

In der vergangenen Woche wollten wir von euch wissen, ob Digital Detox – also der Verzicht auf Social Media und am besten alle digitalen Medien – eine Option für euch ist. Scheint so, als hättet ihr die Frage direkt zum Anlass genommen, mit dem Detox anzufangen – das ist jedenfalls der Schluss, den wir aus der mangelnden Teilnahme ziehen. :)

In dieser Woche greifen wir eine aktuelle Diskussion auf, die ihr vielleicht schon mitbekommen habt: Die Stadt Düsseldorf hat auf ihrem YouTube-Kanal ein Video veröffentlicht, in dem appelliert wird, sich an die vorgegebenen Corona-Regeln zu halten. Besonders die junge Zielgruppe soll mithilfe des Videos erreicht werden. Diese würde nach Aussage der Stadt häufig in der Nacht am Rheinufer feiern, ohne die geltenden Regelungen zu befolgen.

Für reichlich Diskussionspotenzial sorgt allerdings nicht der Inhalt oder das Ziel des Videos, sondern ihr „Botschafter“: der Rapper Farid Bang. In der Musikszene ist er für seine provozierenden und zum Teil frauenfeindlichen sowie gewaltverherrlichenden Texte bekannt. Insbesondere sorgte er 2018 mit der Liedzeile „mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ aus dem Song „0815“ für Aufsehen, der in Kooperation mit dem Rapper Kollegah entstanden ist. Kritik für die Wahl des Rappers kommt daher auch von der Antisemitismusbeauftragten von Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel ist sich bewusst, dass der Künstler Farid Bang eine, wie er sagt, „ausgesprochen kontroverse Figur“ ist, was jedoch keinen Einfluss auf die Veröffentlichung des Videos hatte. Geisel betont, dass Farid Bang in einem Gespräch die angesprochene Liedzeile als großen Fehler eingeordnet hat.

An dieser Stelle muss betont werden, dass der Sinn des Videos an sich dabei nicht in der Kritik steht, sondern allein Farid Bang als Botschafter für eine öffentliche Kampagne der Stadt Düsseldorf. In der Diskussion steht vor allem die Frage, ob es für dieses Vorhaben nicht andere, geeignetere Personen des öffentlichen Lebens gegeben hätte.

Wir wollen daher von euch wissen: Farid Bang als Videobotschafter – für euch ein No-Go?

Die Umfrage und die Ergebnisse sind nicht repräsentativ. Fügt den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten gern weitere hinzu.

Das geht für mich aufgrund seiner Vorgeschichte gar nicht.
Wenn genau seine Zielgruppe die Probleme macht, ist er doch der ideale Botschafter.
Keine Ahnung, wer Farid Bang ist.
Für mich zählt nur die Botschaft.

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