Wie spießig ist das denn?

Can(‘t) touch this

Ein Wochenende Tantra Youth Seminar steht mir bevor und noch bin ich mir nicht sicher, was ich erwarten soll. Als ich im August das Seminarzentrum von Sinnesart in Dresden besucht habe, konnte ich schon erste Einblicke gewinnen, aber jetzt soll ich selber…nun ja – anpacken.

13. Oktober 2017 - 13:14
SPIESSER-AutorIn freedy.beedy.
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Gewohnt fröhlich werde ich von Charly, Tobi und Chrissy begrüßt. Die drei habe ich damals interviewt. Die restlichen Menschen im Raum sind mir unbekannt aber ich werde nett lächelnd in die Runde aufgenommen. Dem Dresscode entsprechend habe ich mich in meine bequemste Leggings geschmissen und Wollsocken wärmen meine Füße. Der Raum ist gemütlich eingerichtet und der dezente Geruch von Räucherstäbchen bringt mich sofort in den Wohlfühlmodus. Die anderen wirken hingegen mehr oder weniger angespannt, wahrscheinlich sind sie auch noch ganz neu im Tantra-Universum.

Seelenstriptease

Mit einer Begrüßungsstunde werden wir ganz klassisch auf das Wochenende eingestimmt. Doch anstatt nur unseren Namen zu sagen, sollen wir auch unsere Wünsche preisgeben. Ich hadere innerlich mit mir was ich sagen soll. Bin ich bereit jetzt schon die emotionalen Hüllen fallen zu lassen? Der Redestab kommt immer näher. Ich nehme ihn und es platzt nur so aus mir raus – hat gar nicht wehgetan.

Doch damit nicht genug. Nach dieser Runde teilen wir uns in zweier-Gruppen auf. Wir tauschen uns über unsere Wünsche und Erfahrungen aus und diese Unbekannte, die mir gegenüber sitzt, wird plötzlich zu einer Art Seelenverwandten. So viele Emotionen und Gedanken schwirren durch meinen Körper, eine Art Selbstfindungstrip in knackigen zehn Minuten.

Ran an den Speck

Nachdem wir uns auch alle in den Pausen ausgetauscht und dabei den wunderschönen Blick über Dresden genossen haben, werden wir uns nun das erste Mal berühren. Aber vorerst nur Hand an Hand. Jedenfalls stehen wir jetzt alle mit geschlossenen Augen im Kreis und unsere Hände berühren sich. Auch wenn wir uns erst seit ein paar Stunden kenn, wissen wir jetzt schon, wen wir da eigentlich anfassen. Diese Übung würde ich auch jedem Pärchen empfehlen! Einfach mal die Augen schließen und einfach die Hände des anderen berühren, lasst euch Zeit. Der erste Tag endet mit einer Bodypainting-Session und ich tobe mich kreativ aus. Jedenfalls haben wir am Ende des Abends alle einen wunderschön vollgemalten Rücken. 

Am zweiten und damit letzten Tag wird dann endlich massiert, zuerst gibt es noch ein paar Grundlagen, die wir gezeigt bekommen, und dann geht’s los. Für mich war der Part schöner, als ich selber massieren durfte. Es hat etwas Meditatives an sich, einen Körper mit den Händen zu bearbeiten, vielleicht sollte ich mich noch als Metzgerin umschulen lassen. Meinem Versuchskaninchen hat die Massage auch gefallen und als das Wochenende vorbei ist gehen wir doch alle eher wehmütig nach Hause.

Ich würde die Sinnesart Seminare auf jeden Fall weiter empfehlen. Die netten Menschen dort bieten dir einen geschützten Raum und stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Ich denke ich werde demnächst nochmal bei Sinnesart vorbei schauen und vielleicht traut ihr euch ja auch.

Falls ihr neugierig geworden seid, findet ihr hier ein paar Masagegriffe zum nachmachen.

 

Text und Teaserbild: Frieda Rahn

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