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Das Tagebuch der Zeit
#1.Der Fund
Es war ein verregneter Novembertag. James hatte keine Lust mit seinem Hund Gismo, einem alter Cockerspaniel, „Gassi“ zugehen.
Aber er musste !
Seine Mutter würde es ihm schon sagen, er wollte den Hund und hatte versprochen, sich um ihn zu kümmern.
Eigentlich, war die Idee, von seiner Therapeutin gekommen. Sie meinte, da James ein Außenseiter wäre, und er oft blass und ängstlich aus sah, sollte Gismo ihm helfen, Kontakt zu anderen Jugendlichen, in seinem Alter zu bekommen. Außerdem, war James Mutter Alleinerziehend, und musste für den Lebensunterhalt der Beiden sorgen. Dadurch, war er zu oft alleine !!!
James zog seine Regenkleidung und seine Gummistiefel an. Als Gismo dies bemerkte, bekundete er wedelnd, bellend und hüpfend seine Zustimmung.
„Ja, mein Alter, jetzt geht‘s Gassi!“
Er nahm den Hund an die Leine und öffnete die Tür seines Elternhauses, sie wohnten mitten in Ort. Frankenstein nannte sicht die Gemeinde- kaum mehr als 300 Einwohner. Jeder kannte hier jeden!
Gemeinsam liefen sie die Strasse entlang, raus aus dem Ort, in Richtung Wald.
Dort fühlte sich James am wohlsten, unbeobachtet, frei von gesellschaftlichen Zwängen.
Dort konnte er sein, wen er wollte! Hier war er kein Loser oder Außenseiter!
Oft spielte er Archäologe, Egytologe, Entdecker oder Ermittler. Er knackte alle Rätsel und löste jeden Fall, immer an seiner Seite, sein treuer Begleiter Gismo.
Oft stellte er sich vor ,dass die Bäume Schiffe oder Häuser wären. Der Wald, war dann eine Stadt, oder ein Ozean. Seiner Fantasie waren keine Grenzen gesetzt! Gismo, war dann Matrose, sein Dr. Wattson oder einfach nur ein Spürhund. Sie hatten „Mordsspaß“!
Heute spielten sie Expedition im Regenwald, und schon nach wenigen Metern, schien Gismo etwas zu wittern.
Sie hatten schon öfter etwas entdeckt, meist waren es tote Tiere. Ein Kaninchen oder irgendein Vogel, der stinkend vor sich hin weste.
Gismo schnüffelte und James folgte ! So gingen sie, ohne ein Wort !
Beide waren ganz aufgeregt. Nach einiger Zeit im Unterholz, wurde das Gestrüpp weiter, da hatten Waldarbeiter Bäume gefällt.
Überall standen Stümpfe und Gräser, Pilze, Wiesenblumen und kleine Ableger der Waldbäume versuchten die Fläche neu zu erobern.
Gismo war immer noch auf der Pirsch ! Plötzlich blieb er bellend vor einem der Baumstümpfe stehen. Sein Schweif stand waagerecht und war völlig steif , wie in der Bewegung eingefroren.
James rannte zu ihm und konnte erst die Aufregung nicht verstehen.
„Was hast Du gefunden?“. „Zeig‘s mir!“
Gismo ging halb um den Stamm und bellte erneut. Jetzt erst sah James, etwas im Gras liegen.
Es war ein kleines Büchlein. Er hob es auf und betrachtete es lange. „Es scheint ein Tagebuch zu sein!“, sagte er mehr zu sich selbst, als zu seinen Begleiter. Durch das Wetter, war es schon ganz wellig und aufgeweicht. Es besaß auch ein Schloss, dass geschlossen war. Auch nach längerem Suchen konnten beide keinen Schlüssel finden.
Was sollten sie jetzt tun?
Sollte James das Buch einfach liegen lassen oder sollte er es mit nach hause nehmen?
Wem gehörte es, und warum lag es hier im Wald ?
Würde er ein Geheimnis entdecken, wenn er das Buch mitnahm ?
Erfühlte sich nicht ganz wohl, aber das Schicksal hatte ihn dieses Tagebuch finden lassen...
Es war spät geworden und es regnete immer noch, durchnässt machten sich James und Gismo auf den Nachhauseweg.
Zuhause angekommen, bemerkte James, dass seine Mutter schon zu hause war. Sie stand in der Küche, was er von draußen am Lichtschein sah, und machte Abendbrot.
Als er die Tür aufschloss :“James, bist du das?“
„Ja, Mama! Ich komme sofort, ich ziehe nur schnell meine nassen Sachen aus!“
Gismo übernahm die Ablenkung und rannte zur Begrüßung schon mal in die Küche. James zog schnell seine Jacke und Gummistiefel aus , und versteckte seinen Fund.
Seine Mutter brauchte ja nicht alles zu wissen.
Danach ging er in die Küche, um seiner Mutter ebenfalls Hallo zu sagen.
Gemeinsam aßen sie zu Abend, unterhielten sich über Alltägliches und gingen wie immer müde zu Bett.
2. Die Entdeckung
James sank tiefer in den Sessel, fuhr sich nervös durch das dichte braune Haar und kaute unruhig auf seiner Unterlippe, während er das Buch anstarrte, das vor ihm auf dem Tisch lag. Er hatte das vergilbte Tagebuch vor wenigen Tagen bei einem Spaziergang im Wald gefunden und bereits darin geblättert. Es standen keinerlei Namen darin – nur Dinge, die dem Besitzer widerfahren waren. Und je länger James in diesem Buch las, desto stärker überkam ihn das Gefühl, den Menschen zu kennen, der dort seine Gedanken niedergeschrieben hatte.
Forsetzung folgt....
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