Freier Zugang zu Forschung aus Steuergeldern!

Dieser Beitrag entstand
in Zusammenarbeit mit RWE.

20. September 2012 - 12:03
von SPIESSER-Autor TheoMueller.
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TheoMueller Offline
Beigetreten: 24.09.2010

12,8 Mrd. Steuergelder hat die Bundesregierung letztes Jahr für Forschung und Entwicklung ausgegeben. MIt diesem Geld konnten Wissenschaftler Spitzenforschung betreiben, neue Projekte und Zentren finanzieren und Ideen für  drängende Probleme der Zukunft entwickeln. Für jeden Einwohner Deutschlands sind das deutlich über 150 Euro, die dafür ausgegeben wurden.

Schöne neue Welt - hinter verschlossenen Türen

Ein geöffnetes Schloss, das
Symbol der Open-Access-
Bewegung.

Was bekommen wir dafür? Patente, Ruhm und Ehre für Wissenschaftler, neue Produkte und mit etwas Glück mehr Wohlstand  - vor allem aber neue Erkenntnisse zum Nutzen aller... Schön wär's. Allzu oft nehmen Universitäten und forschende Unternehmer gerne öffentliche Gelder entgegen, können oder wollen danach aber nichts von ihren Erkenntnissen preisgeben.

Die Allgemeinheit, die diese Gelder aufbringt, hat also häufig wenig davon. Immer noch wird bei der Vergabe der Mittel selten vorgeschrieben, dass Forschungsergebnisse auch in vollem Umfang veröffentlicht werden - und zwar kostenlos und für jedermann einsehbar, der auf der vom Steuerzahler finanzierten Arbeit aufbauen möchte. Open Access nennt sich das.

Reibach für Wissenschaftsverlage

Ist es nicht absurd, dass Universitäten teure Bibliotheks-Abos bei wissenschaftlichen Verlagen abschließen müssen, nur um Zugang zu solchem Material zu bekommen? Außer den Fachverlagen hat niemand etwas davon. Dabei wäre es nun wirklich kein technisches Problem mehr, ein staatliches Wissensportal im Internet einzurichten.

Daran etwas zu ändern fände fast jeder gut, unternommen wurde bislang aber kaum etwas. Die Piratenpartei hat Open Access in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. Hoffentlicht vergisst sie dieses Ziel jetzt nicht bei ihrer Arbeit in den Landesparlamenten.

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Kommentare

Sechs Kommentare

Nicht.

Du beginnst mit einem Riesenbetrag von 12,8 Milliarden Euro, der in Forschungsprogramme investiert wurde. Klingt viel, ist auch viel.
Du fährst fort mit Spitzenforschung – und endest bei Hochschulen, die auf der einen Seite von Wissenschaftsverlagen "abgezockt" würden, auf der anderen Seite aber aus der Forschungarbeit gewonnene Erkenntnisse für sich behielten, um ja niemand anderen davon wissen zu lassen.
Dass sie teilweise nicht anders können, klingt nur ein einziges Mal an und wird quasi durch ein wollen überschrieben.
So wird suggeriert, dass ja nur Halsabschneider und gierige Forscher die Kohle für sich haben wollen.
Wie schön, dass sich hier gleichzeitig Werbung für die Piratenpartei rausschlagen lässt, die sich die Freier-Zugang für-alle-Idee regelrecht auf die Fahnen geschrieben hat.

Was hier eindeutig fehlt sind Rechercheergebnisse zum Thema Verteilung der Gelder: Wer bekommt wieviel? Sind es wirklich die fiesen Hochschulen, die den großen Batzen abbekommen?
Und weiter: In welcher Relation stehen Förderung und daraus gewonnene Erkenntnisse, veranschaulicht anhand eines expliziten Beispiels?

"Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit RWE".
Nun, es ist ja nicht gerade so, als sei RWE nicht ebenso ein Nutznießer dieser Förderprogramme.
Und, wird dadurch die Stromrechnung etwa günstiger, weil jeder von uns besagte 150 Euro zu Teilen auch in deren Programme investiert hat? Von der Begleichung der genannten Rechnung ganz zu schweigen.
Stattdessen steigen Strompreise für Eigenkunden und Netznutzungsentgelte für kleinere und mittlere Firmen, eben jene nämlich, die eigentlich – und so stellt es das BMBF auch fest – von den Forschungsergebnissen profitieren sollten. Immerhin, manche tun es auch; ein wichtiger Punkt, den Du unter den Tisch fallen lässt, verlinkst Du doch genau diesen Beitrag selbst!
Zitat: "Innovative Unternehmen, insbesondere kleinere und mittlere Firmen sind entscheidende Wachstums- und Beschäftigungsmotoren."

Gleichzeitig ist es natürlich wichtig, dass nicht jeder offenen Zugang zu den Ergebnissen der Forschung bekommt.
Denn dann wäre der Industriespionage Tür und Tor geöffnet, übrigens nicht nur der nationalen, sondern besonders der internationalen.
Was das für die Stellung Deutschlands als wichtiger Wirtschafts- und Entwicklungsstandort bedeutet, kann sich jeder selbst zusammenreimen.
Es ist schon gut so, wenn auch nur ein bestimmter Teil die detaillierten Ergebnisse zu Gesicht bekommt, und eben nicht die breite Masse, wie es etwa die Piratenpartei fordert.

Wenn Wissenschaftsverlage Bibliotheksabos für den Zugang zum Wissen voraussetzen, dann ist das deren gutes Recht. Denn egal ob Buch oder digitale Medien: Die Daten müssen aufbereitet, katalogisiert und zusammengestellt, ggf. auch gedruckt werden.
Das machen diejenigen, die für diese Arbeit zuständig sind, nicht kostenlos, irgendwo sitzt immer einer oder mehrere, die dafür verantwortlich sind, was wir bzw. die Forscher und Hochschulen schließlich nutzen, um darauf aufbauend neue Ansätze und Studien zu entwickeln, welche wiederum von Firmen gekauft werden können.

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mich monate- oder manchmal sogar jahrelang für die Förderung eines Forschungsprojekts bewerben müssen, hätte dann auch nach langem Warten und großen Anstrengungen hinsichtlich meiner investierten Zeit (die ich bis dahin für lau opfern muss) und Nerven den Zuschlag bekommen – und müsste dann, nach weitgehend immer noch ehrenamtlicher Forschungsarbeit – meine Ergebnisse in einer Art Katalog kostenlos für jedermann veröffentlichen, nur um dann bei der nächsten Automesse die Ergebnisse meiner Arbeit bspw. in einem Auto verwurstet zu sehen, das ich als "geschätzter Kunde" für teures Geld kaufen muss ...
Also, wer sowas allen Ernstes fordert, der muss in einem Wolkenkuckucksheim ansässig sein, anders kann ich mir das nicht erklären.

Die Forscher können gierig sein oder nicht, entscheidend ist, dass die Kosten vieler Abos von Fachzeitschriften nicht im Mindesten etwas mit den Kosten für Herstellung, Vertrieb und Produktion zu tun haben. In Sachen Industriespionage: Von Unternehmen war gar nicht die Rede. Aber öffentliche Grundlagenforschung, um die es mir vor allem geht, sollte auch öffentlich verfügbar sein. Warum muss die DFN "Nationallizenzen" beschaffen, damit meine Uni Zugriff auf bestimmte Datenbanken hat, die eine andere Uni befüllt hat?

datenbank in deutschland einrichtet, dann kann da jeder amerinaker, jeder chinese und sonst alle mit nem inetanschluss darauf zugreifen. ich kann mir nicht vorstellen, dass ausländische unternehmen ihre recherche für grundlagen usw.... nicht online u.a. über dieses portal beschafft.

Ergo wäre es Industriespionage. Wobei die dann ja nicht mehr viel "spionieren" müssten...

Die Frage ist auch, ob überhaupt ein "Durchschnittsdeuter" etwas mit den Ergebnissen anfangen kann.
Solange die Texte ja nicht so aufbereitet wurden, dass die auch von einem nicht Diplomphysiker verstanden werden, kann ja keiner was damit anfangen. Falls man überhaupt etwas über Themen lesen möchte, von denen man in den meisten Fällen noch nie gehört hat.

Doch, der Diplomphysiker will das schon. Und auch wenn Lieschen Müller das nicht interessiert, sollte sie das Recht haben, auf solche Daten zugreifen zu können. Das Eh-zu-blöd-Argument benutzen wir doch auch nicht, um jemandem das Wahlrecht zu entziehen.