Brief an …

Brief an... die Z-Promis

SPIESSER-Autoren schreiben Briefe. Diesmal rechnet Rubi3 mit den durch die verschiedenen Dschungel und Container dieser Welt tingelnden Z-Promis ab.

21. September 2013 - 10:41
SPIESSER-AutorIn anonymer Nutzer.
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anonymer Nutzer Offline
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Liebe Z-Promis,

Ich schalte den Fernseher ein und was sehe ich? Euch.

Ich kann euch dabei zusehen, wie ihr lebendige Tiere esst, Blut trinkt, euch anschließend vor laufender Kamera übergebt oder durch Afrika rennt, um den Traum aller Frauen zu ergattern: einen goldenen High Heel. Damit auch diejenigen von euch auf ihre Kosten kommen, die den Ruf der Wildnis noch nicht gehört haben, gibt’s einen gemütlichen Container mit ständiger Kameraüberwachung.

Wenig später sehe ich euch dann auf dem roten Teppich und höre euch stolz berichten, wie hart ihr gekämpft habt und dass ihr immer wieder an eure Grenzen gestoßen seid. In eurer Welt ist es eine große Leistung, mit anderen Frauen um einen Mann zu buhlen oder sich für schlechten Gesang von Dieter Bohlen anzicken zu lassen. In eurer Welt seid ihr berühmt.

Diese Berühmtheit muss selbstverständlich genutzt werden, um in Kochshows aufzutreten, am Ballermann leicht bekleidet die Lippen zum Playback zu bewegen oder eine skandalöse und möglichst öffentliche Beziehung zu beginnen. Alles, um bloß nicht in Vergessenheit zu geraten.

Doch mir reicht's, ich schalte den Fernseher jetzt aus – das Fremdschämen ertrage ich nicht mehr. Ich möchte euch zurufen: Beweist echte Stärke! Verschwindet nach euren 15 Minuten Ruhm wieder aus der Öffentlichkeit. Fangt doch bitte mit eurem Leben etwas Richtiges an – denn es ist kein Beruf, Ex-TV-Trash-Hasi-dann-Dschungelcamp-Kakerlakengourmet zu sein. Zumindest keiner mit erfreulicher Zukunftsperspektive.

 

Liebe Grüße,
eure Rubina

Text: Jana Kerp

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Kommentare

Fünf Kommentare
  • Erniedrigend fände ich nicht, meine Brüste in sämtliche Kameras zu halten oder etwas zu essen, dass in anderen Kulturkreisen als Delikatesse angesehen wird, sondern mich für etwas zu prostituieren, das ich nicht machen möchte.

  • Wer sagt denn, dass es erniedrigend für diese Menschen ist, "seine Titten in die Kamera" zu halten? Vielleicht kannst du dich nicht in die Situation hineinversetzen, aber es gibt eben Menschen, die sich gerne präsentieren. Die ihre Haut und alles andere zeigen, auch wenn man das vielleicht nicht sehen will. Es zwingt sie doch keiner dazu.

    Von "Oktoberfest" war weder in dem Brief noch in meinem Kommentar die Rede und ich habe nicht behauptet, dass sie mit "Gesaufe" ihr Geld verdienen.
    Aber überlege doch mal: Ist es nicht leichter, (ich als arbeitender Mensch darf das sagen), täglich von mir aus 10 Stunden zu arbeiten, in einem Job, der Alltag geworden ist, den man gewohnt ist und sich eventuell sogar aus eigenen Interessen selbst ausgesucht hat, als sich 14 Tage lang 24 Stunden am Tag in einen Container einsperren zu lassen, nicht zu wissen, was einen erwartet, welche Menschen man antrifft und jeder kann dich ständig beobachten? Das ist doch hart.
    Wenn aus solchen Sendungen Gewinne entstehen, ist es doch nur fair, die Menschen daran zu beteiligen, ohne die das Ganze nicht stattgefunden hätte.
    Mal davon abgesehen, ob ich das Ganze jetzt gut finde oder nicht, Fernsehsendungen leben einfach von diesen "Z-Promis". Jeder fängt doch mal klein an.
    Du musst dich ja nicht dafür entscheiden. Aber bitte: leben und leben LASSEN.

  • "Ich bin mir sogar relativ sicher, dass diese Menschen, die deiner Meinung nach "nichts" leisten, mehr leisten als viele andere. Vielleicht sitzen sie keine acht Stunden am Tag im Büro oder verüben körperliche Arbeit auf dem Bau, doch das heißt ja noch nicht, ihr Geld wäre leicht verdient."

    Wenn man sich selbst so erniedrigt wie diese Menschen, seine Titten in die Kamera hält, irgendwelche Kakerlaken frisst oder sonstwas, dann haben diese Menschen mehr geleistet als ehrlich und hart arbeitende Menschen? Dass ich nicht lache. Du ziehst damit grad jeden in den Dreck, der sich sein Geld mit ehrlicher ARBEIT verdient.

    Klar, bin ich nach nem anstrengenden Tag Oktoberfest-Gesaufe ziemlich knülle, aber verdient hab ich damit ja wohl nichts, auch nicht, wenn Kameras dabei waren. Das nur mal als aktuelles Beispiel.

    Lächerlich.

  • Menschen selbst überlassen sein, was er machen möchte?
    Vielleicht springen diese Leute von einer TV-Sendung zur nächsten, aber offensichtlich bekommen sie damit die Aufmerksamkeit, die sie sich erwünschen. Manche Bands warten ein Leben lang darauf im Mittelpunkt zu stehen, und schaffen es selbst nach 40 Jahren nicht.
    Ich bin mir sogar relativ sicher, dass diese Menschen, die deiner Meinung nach "nichts" leisten, mehr leisten als viele andere. Vielleicht sitzen sie keine acht Stunden am Tag im Büro oder verüben körperliche Arbeit auf dem Bau, doch das heißt ja noch nicht, ihr Geld wäre leicht verdient.
    Allein die Tatsache, dass wir Namen von Menschen kennen, die sich in Container einsperren lassen oder Tiere vor laufender Kamera essen, zeigt doch, dass es keine Z-Promis sind, sondern Leute, die sich einen Namen gemacht haben. Und das, ohne Plattenvertrag oder Rolle in einem Film. Sie haben mindestens genauso stark für ihren Traum im Rampenlicht zu stehen gekämpft wie "die richtigen Promis." Vielleicht solltest du diesen Punkt auch berücksichtigen, bevor du etwas abwertest.
    Außerdem: Was wären Fernseher und Klatschpresse ohne solche Menschen? Wer würde in Kochsendungen mitmachen und wer am Ballermann Hits trällern?
    Vielleicht ist das kein Beruf, den man studieren oder lernen kann, aber es gehört einiges dazu, solch einen Weg zu gehen. Und nur weil das offensichtlich nichts für dich ist, kannst du doch trotzdem ein bisschen mehr Toleranz zeigen.
    Es zwingt dich ja auch niemand diese Sendungen anzuschauen!

  • Du sprichst mir sowas von aus der Seele!

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