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Schwerpunkt

Wie stellst du
dir die Zukunft vor?

Wann beginnt Zukunft für dich? Was ist dir wichtig? Was bereitet dir Sorgen? Mit diesen und ähnlichen Fragen wendet sich die Staatliche Kunstsammlung Dresden (SKD) sachsenweit in einer Online-Umfrage an alle zwischen 15 und 35. Noura Dirani, Kuratorin des Projekts „Die Erfindung der Zukunft“, erklärt, was dahintersteckt.

14. März 2019 - 08:48
SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Onlineredaktion Online
Beigetreten: 25.04.2009


Noura Dirani ist Referentin für
transkulturelle Methodik
Liebe Frau Dirani, wie entstand die Idee, junge Menschen im Vorfeld online zu ihren Vorstellungen der Zukunft zu befragen?

Als öffentliche Institution haben wir den Auftrag ein Museum für alle Bürger*innen zu sein. Das haben wir uns mit diesem Projekt besonders zu Herzen genommen. Uns interessiert, was junge Menschen interessiert und wir wollen versuchen, mit unseren historischen Sammlungen darauf zu reagieren oder sogar Antworten zu finden. Das wirft auch die Frage danach auf, welche gesellschaftliche Rolle das Museum heute spielen kann und wie wir zu einem attraktiven Ort für alle inmitten unserer Gesellschaft werden können. Ich selbst gehöre gerade noch zur sogenannten Generation Y.

Warum sollten junge Menschen an der Umfrage teilnehmen?

Mit dem Projekt wollen wir jungen Menschen aus Sachsen einen Raum geben, in dem sie die Möglichkeit haben, ihre Meinung und Ideen einzubringen. In der Ausstellung spiegeln wir die Themen, Wünsche und Sorgen, die ihnen besonders wichtig sind. Basierend auf den Ergebnissen der Befragung erstellen wir außerdem das Begleitprogramm, laden Expertinnen und Experten zu den Themen ein oder bieten Workshops und Aktivitäten zu ausgewählten Themen an.

„Die Erfindung der Zukunft“

Vom 9. Mai bis zum 8. September 2019 widmet sich die Sonderausstellung „Die Erfindung der Zukunft“ historischen Zukunftsvisionen und setzt diese mit aktuellen künstlerischen Positionen in den Dialog. Auch die Ergebnisse der Online-Umfrage unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden ab Mai 2019 in der Ausstellung im Japanischen Palais präsentiert. Hier könnt ihr an der Umfrage teilnehmen: www.LSNQ.de/Zukunft
Welche Themen zeichnen sich als zentral ab?

Die Themen Familie, Umwelt und Nachhaltigkeit spielen für junge Erwachsene eine wichtige Rolle. Daher können bis 10. April 2019 Dinge eingereicht werden, die man doppelt hat oder einfach nicht nutzt, wie Bücher oder Kopfhörer. Wir machen daraus eine Rauminstallation und bieten sie in der Ausstellung zum Tausch an. Hier würden wir uns sehr über eine rege  Beteiligung freuen, um die Räume besonders lebendig zu machen. Und mitmachen lohnt sich! Wir verlosen unter den Teilnehmenden kleinere und größere Preise, z. B. können Teilnehmer gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern ganze Kunstwerke mitgestalten. Die Ausstellung wird umso spannender, je mehr sich beteiligen.

Was glauben Sie, wird der Unterschied sein zu den Zukunftsvisionen längst vergangener Epochen?

Jede Epoche hat ihre Vorstellung von Zukunft, die wiederum viel über die damalige Gegenwart verrät. Spätmittelalterliche Vorstellungen sind beispielsweise zumindest in Europa vom Glauben geprägt – so gibt es eine Menge apokalyptischer oder paradiesischer Darstellungen. In der Romantik können es Landschaftsdarstellungen sein, die eine politische Dimension haben. Der Blick auf die freie Landschaft ist hier nicht nur räumlich zu verstehen, sondern immer auch gesellschaftlich, als eine Öffnung der Perspektive, die in die Zukunft weist. Heute machen bildgebende Verfahren der Wissenschaft das Nicht-Sichtbare sichtbar: zum Beispiel den Klimawandel und daraus resultierende Folgen.

Was ist das Besondere an der Ausstellung?

In der Ausstellung fragen wir danach, wie wir leben wollen und was ein gutes Leben ausmacht. Mit Kunstschätzen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden versuchen wir auf aktuelle Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren und Antworten darauf zu finden, was wir aus der Geschichte für die Zukunft lernen können. Dafür arbeiten wir zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern, die zu den verschiedenen Themen, wie dem Umgang mit der Umwelt, der Technik oder künftigen Wirtschafts- und Gesellschaftsformen, praktische Instruktionen liefern, die das Publikum einladen, in der Ausstellung selbst aktiv zu werden.

 

 

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit
mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

 

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