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Werbung in der Schule – ist das erlaubt?

Immer mehr Unternehmen strömen mit ihren Werbebotschaften in Schulen. Dabei gibt es jedoch grobe Unterschiede zwischen erlaubter und unerlaubter Werbung. Wir klären auf.

05. April 2016 - 09:14
SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Beigetreten: 25.04.2009

Schulwerbung – Warum eigentlich?

Die Schule ist ein beliebter Ort für Werbetreibende. Von dem kleinen Betrieb um die Ecke, der neue Azubis sucht bis zum großen Konzern der Kekse verkaufen will, ist so ziemlich alles mit dabei. Agenturen für Schulmarketing haben sich auf die Vermarktung von Werbeflächen in Bildungseinrichtungen spezialisiert. Dennoch gibt es enorme Unterschiede zwischen erlaubten (und seriösen) Werbebotschaften und den unseriösen bzw. teilweise sogar illegalen Kampagnen.

Doch warum machen diese Unternehmen eigentlich Werbung in der Schule? Ganz einfach: Sie wollen euch – also die Schüler – als Zielgruppe erreichen. Das ist manchmal absolut legitim und das andere Mal mehr als nur moralisch verwerflich.

Jugendliche unter sich – Konsumverhalten

Forscher haben herausgefunden, dass junge Menschen knapp drei Milliarden Euro Vermögen auf der hohen Kante haben. Um diese Summe verständlich zu machen: Damit könnte die Jugend von Deutschland den FC Bayern München kaufen, eine eigene Universität für Jugendforschung gründen oder die Flüchtlingskrise komplett finanzieren.

Vor diesem Hintergrund sind natürlich auch Unternehmen sehr interessiert an einem Teil dieses Geldes. Sie wollen junge Menschen zum Kauf von irgendwelchen Produkten animieren. Das ist aber nicht so leicht, denn der Gesetzgeber hat verschiedene Restriktionen geschaffen, um genau diesen Werbekanal so gut wie möglich zu begrenzen.

Was ist erlaubt und was ist einfach nur verboten?

In allen Bundesländern gibt es ein Gesetz oder eine Verordnung, wie mit Schulmarketing oder Sponsoring umgegangen werden soll. Manche Bundesländer (wie Berlin) sind da deutlich liberaler. Andere Bundesländer (wie zum Beispiel Sachsen) sind deutlich härter. Im Wesen vereint aber alle Staaten die Einigkeit, dass Produktwerbung (also der Verkauf von irgendwelchen Sachen oder Leistungen) nicht in die Schulen gehört.

Genau so wenig tolerieren die meisten Bundesländer die Einflussnahme der Wirtschaft auf die Schule. So zum Beispiel in dem Unternehmen einen Teil eurer Sporthalle oder eurer Aula kaufen und sich dann die Namensrechte sichern. Die „Erfrischungsgetränke 123 GmbH präsentiert euch... Mathe“ kann es somit nicht geben.

In fast allen Bundesländern ist jedoch die Platzierung von Informationen zu den Themen Ausbildung und Studium erlaubt. Klar, hier will ja niemand etwas verkaufen, sondern die Schüler animieren eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen. Auch Informationen über Präventionsthemen wie Drogenaufklärung oder HIV-Kampagnen wird geduldet.

Was tun bei Produktwerbung?

Sollte in eurer Schule also Werbung für Produkte (zum Beispiel verkauf von Süßigkeiten, Versicherungen oder Mobilfunkverträge durch ein Unternehmen) zu sehen sein: Meldet euch beim Unternehmen und weist es darauf hin, dass diese Form der Werbung nicht gestattet ist. Sprecht auch mit eurer Schulleitung oder einem Vertrauenslehrer, dass der Verkauf von irgendwelchen Sachen einfach nicht erlaubt ist.

Da Schüler aber in vielen Lebenslagen mit Werbung konfrontiert werden, ist der richtige Umgang enorm wichtig. Denn Werbung muss nicht per se schlecht oder unnötig sein. Initiativen wie Klicksafe helfen euch beim Umgang mit Werbung im Internet. Auch eure Lehrer können euch viel über Medienkompetenz beibringen und somit weiterhelfen, wenn es um die Wahrnehmung von Werbung geht.

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