Titelverteidiger

Abgehört: Blackout Problems

Schon der Bandname verrät: Diese vier Münchner lassen es ordentlich krachen. Mit englischen Texten und innovativem, rockigen Sound, präsentieren sie ihr neues Album „Kaos“. SPIESSERin Rebekka hat es sich vorab für euch angehört.

21. Juni 2018 - 09:27
SPIESSER-Autorin breakfastatspiesser.
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breakfastatspiesser Offline
Beigetreten: 28.07.2017

2012 gründeten die vier Münchner Ms, Mario Radetzky, Marcus Schwarzbach, Michael Dreilich und Moritz Hammrich die Band „Blackout Problems“. 2016 performten sie bei Circus Halligalli. Diesen Sommer legt die Alternativ-Punk-Rockband endlich mit ihrem lang erwarteten Album „Kaos“ nach.

Chaos steht für das Durcheinander, dafür, den Überblick zu verlieren und sich verloren zu fühlen. Diesen Gedanken greift Blackout Problems auf dem Album auf. Insgesamt 12 Songs laden den Zuhörer dazu ein, in die chaotische Gefühlswelt der Band einzutauchen und sich mit deren Inhalten zu identifizieren. Hört man genauer hin, fallen die tiefgründigen Texte und abwechslungsreichen Rhythmen auf.

„I'm a mess but I'd get better if you stopped asking ‚How the fuck are you doing?‛“ Schon Song Nr. 1 „How are you doing?“ beschäftigt sich mit einer Thematik, die wohl vielen bekannt ist. Man fühlt sich wie Dreck, möchte am liebsten keinen sehen und dann kommt ständig jemand, der fragt wie es einem geht. Extrem nervig – extrem nachvollziehbar.
Danach wird der Inhalt des Albums leider etwas schwächer. Ab der Mitte liefert der Track „Sorrow“ dann aber beeindruckende Gitarrenchords und endet mit einem Sound, ähnlich dem eines schnellen Herzschlags.

„Kaos“ strotzt voll innovativem Sound, es ist nicht nur eine weitere Punk-Rock-Platte, die den anderen gleicht. Blackout Problems schaffen es, Kaos mit Ästhetik zu verbinden und bringen ihre Aussagen gekonnt auf Englisch zum Ausdruck. Die Titel „Holly“ und „Charles“ machen das Album zu etwas Besonderem. Sie bringen einen unerwarteten, emotionalen Ruhepol in den Mix und zeigen, wie musikalisch vielfältig die Band sein kann. So beginnt „Charles“ mit sanften Pianoklängen, welche auf tiefe Basstöne treffen und für Gänsehaut sorgen. Der Overlay der Stimme einer weiblichen Sängerin gibt den Songs zusätzlich mehr Volumen und erzeugt den Effekt eines Chores.

In „Holly“ erzählen Blackout Problems von Herzschmerz und setzen hierbei auf den Sound von zartem Gesang mit vermutlich elektrischen Streichinstrumenten. Der Refrain macht absolut süchtig: Tiefer gelegte Vocals vibrieren durch den Körper und gehen unter die Haut. Diese Jungs haben es so richtig drauf und sind wie geschaffen für das Gefühlschaos des Künstlerlebens.

Abschließend kann ich „Kaos“ denen empfehlen, die sich manchmal so richtig verloren im Leben fühlen. Das heißt, ich kann es jedem empfehlen. Und obwohl es komisch klingen mag, lässt Blackout Problems den Schmerz, den das Leben mit sich bringt, fast schon schön klingen.

Ohrwurm: „Limit“, „Kontrol“, „Gutterfriends“
Hinhörer: „Holly“
Album in drei Worten: außergewöhnlich, mitreißend, tiefgründig
Passt zu: einem Tag an dem alles schief läuft
Erinnert an: Throwback Rock mit frischen Elementen

Kaos

VÖ: 15.06.2018
Label: Blackout Problems

 

 

 

 

 

Text: Rebekka Hörnig
Bildmaterial: Ilkay Karakurt; Munich Warehouse / Cargo Records

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