Titelverteidiger

Abgehört:
Samuel Hope

Das Debütalbum „OTHER MAN“ des Amerikaners Samuel Hope überzeugt nach dem Motto „Weniger ist mehr“ – Mit oftmals lediglich dezenter Musik begleitet, steht die Stimme im Vordergrund und erzählt seinen Zuhörern von Liebe und Schmerz. Ein echter Geheimtipp für diejenigen, die gerne nach Musikschätzen Ausschau halten, findet SPIESSER-Autorin Vanessa

08. Juni 2018 - 12:20
SPIESSER-Autorin VanessaJason.
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VanessaJason Offline
Beigetreten: 29.02.2012

Mit dem Titel „other man“ verbinde ich die Vielfältigkeit von Samuel Hope – er hat unter anderem eine klassische Trompetenausbildung hinter sich und spielt nahezu alle Instrumente auf diesem Album selbst. Mit großen Erwartungen tastete ich mich also heran an seine Musik.

Sobald die ersten Töne des Albums erklingen meint man fast, man hat einen guten alten Freund zu sich nach Hause eingeladen und spricht mit ihm auf dem Sofa über das Leben. Der talentierte Musiker Samuel Hope verschafft sich binnen Sekunden mit seinem authentischen Gesangsstil einen Weg zu den Herzen seiner Zuhörer und erzählt Geschichten aus dem Leben, bei denen man mittrauern muss oder auch neuen Mut gewinnen kann. So nah und persönlich wirken die Lieder seines Debütalbums „Other man“. Man spürt, er möchte deine Aufmerksamkeit und zwar hier und jetzt. Diese erhält er unter anderem auch dadurch, dass ab und zu elektronische Musik einfließt – nur eben von Hope vermenschlicht und versoult klingt. Es handelt sich nicht um gleichmäßige Hintergrundmusik, wie man anfangs vielleicht erwartet, nein, da muss man genauer hinhören – die Texte sind simpel gehalten und doch vermitteln sie den Eindruck, Tiefgründiges erzählen zu wollen. Wer also auf Authentizität, Ehrlichkeit, Menschlichkeit steht, wird mit Samuel Hopes Musik glücklich.

Leidenschaftliche Frustration und Verwundbarkeit erlebt man in „Carried away“, tiefe Traurigkeit fast schon Gleichgültigkeit über die Trennung vom Partner begleitet von einer Gitarre erfährt man in „Nothing to lose“. Samuels Stimme punktet mit ihrer Einzigartigkeit und sticht durch ihre Höhen hervor, ähnlich wie es bei Daniel Schuhmacher, DSDS-Gewinner 2009, der Fall ist. Seine Lieder zeichnen sich oftmals durch einen zunehmend dramatisch werdenden Verlauf aus: Zu Beginn sind meist leise und zurückhaltend Klavier/Gitarre und Gesang zu hören, im weiteren Verlauf des Songs wird die Stimmung durch die Hinzunahme weiterer Instrumente dramatisch aufgebauscht, wie beispielsweise in „Believe“.

Wer nicht mit dem Trend der Zeit mitgehen will und sich nicht einfach nur mit Mainstream aus den USA wie Rihanna, Ariana Grande oder Jason Derulo zufriedengibt, dem legt man mit dieser CD etwas Besonderes in die Hände. Ein echter Goldschatz, der es schafft, mit Wenigem Viel zu erreichen und beim Zuhörer Eindruck zu hinterlassen.

Ohrwurm: „Wounded“
Hinhörer: „I won’t keep you waiting“, „Carried away“
Album in 3 Worten: melancholisch, unbeschwert, authentisch
Passt zu: einem Glas Wein an einem Sonntag, der Zeit zum Nachdenken bietet
Erinnert an: James Bay, Sam Smith, Calum Scott
 

„OTHER MAN“ von Samuel Hope

 

: 08.06.2018
Label: Filter Music Group

 

 

 

Text: Vanessa Bollmann
Teaserbild: © Vitali Gelwich/ Filter Music Group

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