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Denn Angst ist Alltag

Menschen, die an Kainophobie leiden, haben Angst vor neuen Situationen und Dingen. Gar nicht so abwegig! Denn gerade vor neuen technischen Errungenschaften warnen Kritiker immer wieder  – und verbreiten dadurch Angst und Panik. Zieht die Angst immer mehr in unseren Alltag ein? Blogger Jens hat für euch recherchiert, wovor wir Menschen so Angst haben.

10. April 2014 - 11:23
SPIESSER-Autor juwe.
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juwe Offline
Beigetreten: 01.03.2012

Dieser Beitrag entstand
in Zusammenarbeit mit RWE.

Angst vor Filmen

Horrorfilme, Thriller und Krimis können auch gestandene Männer das Fürchten lehren. Der vermutlich erste richtige „Horrorfilm“, der die Zuschauer sogar reihenweise aus den Kinos flüchten ließ, wurde schon 1895 von den Brüdern Lumière auf die Leinwand gebracht. Er zeigt – haltet euch fest – die Einfahrt eines Zuges in den Bahnhof von La Ciotat. Was daran so schrecklich sein soll? Die Menschen, die zum ersten Mal einen Film sahen, hatten Angst der Zug könnte sie überrollen.



Bei solchen Schildern ist die Angst vor Elektrizität
gar nicht mal so unbegründet.
Foto: Dieter Schütz, pixelio.de
Angst vor Elektrizität

Electrophobie heißt sie, die Angst vor Elektrizität. Auch heute noch sind viele Menschen von ihr betroffen. Ganz unbegründet ist sie nicht: Elektrizität kann uns gefährlich werden, vor allem dann, wenn wir den Umgang mit dem Strom allzu leichtfertig angehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Schere aus der Steckdose lassen und erst recht nicht mit dem Fön baden gehen.

Angst vorm Jahrtausendwechsel

Der 31. Dezember 1999 war ein besonderes Datum. Nicht nur, weil das alte Jahrtausend zu Ende ging, sondern auch, weil monatelang im Voraus der Super-GAU angekündigt wurde. Elektrogeräte mit Datum-Chips, insbesondere Computer aber auch Kühlschränke und andere Haushaltsgeräte würden den Jahrtausendwechsel nicht verkraften und möglicherweise durch das Umstellen der Jahreszahl auf „00“ einfach ihre Funktion einstellen, hieß es. Nicht auszudenken, wenn es passiert wäre – Börsen, Rechenzentren und unsere ganze Weltordnung wären im Chaos versunken. Passiert ist tatsächlich einiges: Alles lief weiter. Was blieb war das Rätsel, wer diesen Irrsinn eigentlich in die Welt gesetzt hatte.

Angst vor der Energiewende

Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Energiewende sind so Wörter, die irgendwie alles und nichts bedeuten können. Klar ist, dass wir die Energiewende gestalten möchten. Dass wir dafür neue Formen der Energiegewinnung brauchen, wissen irgendwie auch alle. Aber dann hörts auch schon auf: Kaum bekommen die Ersten „Wind“ von einem neuen Energiepark um die Ecke, kommt gleich die Angst ins Haus. Windräder vorm Wintergarten? Nein, davor haben wir Angst…



Läufts euch bein Anblick dieser Straßen-
laterne auch schon eiskalt den Rücken
runter?
Foto: gabriele Planthaber, pixelio.de
Angst vor Straßenbeleuchtung

Als die Straßenbeleuchtung im 19. Jahrhundert in Städten immer öfter eingesetzt wurde, warnten Mediziner vor deren schwerwiegenden Gefahren. Die Bürger seien nicht mehr in der Lage Tag und Nach zu unterscheiden oder in der Nacht zu schlafen. Ruhelosigkeit, Aggresivität und Krankheiten seien die Folge. Optimale Lösung, spätestens ab serienmäßiger Laternenbestückung: Der Rollladen.

Angst ohne Handy zu sein

Ängste können zum  Teil echt absurde Züge annehmen. Meist geht es dabei um die Ablehnungshaltung und Skepsis vor einer neuen Errungenschaft. Ganz anders ist das bei der Nomophobie. Immerhin leiden im Vereinigten Königreich ganze zwei Drittel der Bevölkerung unter der „No Mobile Phobia“, der Angst kein Mobiltelefon zu besitzen, völlig immobil und abgeschnitten von dieser Welt zu sein – die ja selbst voller potentieller Angstmacher steckt. Für mich die klare Nummer eins unter den absurden Ängsten.

 

Text: Jens Augspurger
Teaser-Foto:
Klicker, pixelio.de

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