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Steckdosengrün

Gutes Gewissen aus der Steckdose dank Ökostrom? Bloggerin Jelena kann die Werbeversprechen der Energiekonzerne nicht so ganz glauben und ist dem „grünen Strom“ nachgegangen.

12. July 2013 - 12:22
SPIESSER-AutorIn Jelly.
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Jelly Offline
Beigetreten: 10.09.2012

Dieser Beitrag entstand
in Zusammenarbeit mit RWE.

Mit mehr oder weniger flotten Sprüchen wie „Unser Strom macht Bäume wahr“ oder „Rette die Welt, sei ein Held“ werben Energiekonzerne für die Crème de la Crème des umweltbewussten Strombezugs: Ökostrom – auch „grüner Strom“ genannt – ist angesagt. Immer mehr Leute achten auf ihren ökologischen Fußabdruck und damit auch auf den ihres Stromversorgers. Die großen Stromkonzerne sind schon längst auf diesen Trend aufgesprungen, werben mit ihrem Aushänge-Umweltbewusstsein und bieten günstige Ökostromtarife an. Aber woher weiß Ottonormalstromverbraucher, ob das wirklich grün ist, was zu Hause aus der Steckdose kommt?

Für alle dasselbe?

So leicht ist Ökostrom leider nicht zu
erkennen.

Das fragen sich viele (potentielle) Ökostromkunden. In Deutschland gibt es schließlich ein bundesweites Stromnetz. Wenn wir den Stromanbieter wechseln, benutzen wir nicht plötzlich andere Steckdosen oder Leitungen. Tatsächlich ändert der Stromanbieterwechsel erst einmal gar nichts daran, was für Strom in eine Wohnung fließt. Wir bekommen in Deutschland alle den gleichen Saft.

Man könnte die Entscheidung über den Stromanbieter also eher mit einer Spende vergleichen: Wir entscheiden, welchen Anbieter wir mit unseren Stromzahlungen unterstützen wollen. Mit mehr Kunden können Ökostromanbieter mehr erneuerbare Energiequellen betreiben und in sie investieren. Der Anteil von Ökostrom in unserem Stromnetz wird also größer, je mehr Deutsche zu Ökostromanbietern wechseln und damit die regenerative Energiegewinnung  vorantreiben.

Faire Lügen

Doch welcher Stromanbieter wirklich „grün“ ist und den Aufbau von erneuerbaren Energiequellen fördert, ist nicht immer ganz leicht zu erkennen. Hier herrscht das gleiche Problem wie bei biologisch angebauten Lebensmitteln und fair gehandelten Produkten: „öko“, „bio“ oder „fair“ sind keine geschützten Begriffe und so kann im Grunde jeder Konzern mit ökologischem Bewusstsein werben. Bei besonders günstigem Strom wird häufig mehr öko versprochen als tatsächlich drin ist.


Ein Logo so grün wie der Strom, den es
kennzeichnet. Foto: ok-power.de

Aber auch hier gibt es Tests, Gütesiegel und Zertifikate. Das „ok-Power Label“ kennzeichnet Stromanbieter, die einen „zusätzlichen Umweltnutzen“ fördern und mehr als vom Staat sowieso subventionierte erneuerbare Energiequellen einsetzen.

Ökozug Richtung Klimarettung

Dass nun auch die großen Stromkonzerne auf den „Ökozug“ aufspringen, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Denn erst, wenn alle Stromanbieter mitmachen und erneuerbare Energiequellen fördern, kann in Zukunft auf konventionelle Energiequellen wie Kohle verzichtet werden.

 

Text: Jelena Malkowski
Fotos: Rainer Sturm/pixelio.de

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Was Jelly in ihrem Artikel unter "Faire Lügen" schreibt stimmt nicht! Jeder, der es wirklich wissen möchte bekommt ganz leicht raus, ob er wirklich "grünen" Strom kauft.

    Folgende Möglichkeiten hat jeder dies zu prüfen:

    1. jedes Kilowatt Strom wird in Deutschland in Liepzig an der Strombörse gehandelt. Nur der Anbieter, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien einkauft, wird ausschließlich Strom aus erneuerbaren Enerien verkaufen. Die Zahlen sind öffentlich im Netz zugänglich.

    2. in Zeitschriften wie Ökotest oder Stiftung Warentest werden regelmäßig die Stromanbieter getestet und auf die Herkunft der verkauften Energien geprüft.

    3. auf jeder Stromrechnung steht der Strommix des Konzerns (nicht nur der Mix des abgeschlossenen Tarifs). Hier sieht man klar, was man unter Umständen unterstützt.

    Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

    Es gibt jede Menge Tricks und Kniffe um aus Kohle- oder Atomstrom saubere erneuerbare Energie zu machen. Da werden mal Zertifikate gehandelt oder da wird mal Kohlestrom genutzt um Wasser auf einen Berg zu pumpen und in Spitzenlast-Zeiten wird das Wasser dann zu sauberem Strom aus Wasserkraft. Es finden sich wohl immer wieder Schlupflöcher um seine Energiebillanz zu schönen.
    Stromanbieter die einzig Ökostrom anbieten hätten nichts von solchen Tricksereien und sind somit die sichere Alternative.

    Große Konzerne die immer noch auf Kernkraft und Kohlestrom setzen, eventuell sogar Aktionären gegenüber verantwortlich sind und damit rein profitorientiert arbeiten müssen, haben wenig Interesse an der Energiewende.

    Ich möchte hier keine Firmen beim Namen nennen, da ich selbst für einen Stromanbieter arbeite und weder Schleichwerbung machen möchte noch irgend einem Konzern konkret etwas böses unterstellen mag.

  • Ich finde es dreist, dass Energieriesen wie "Eon" jetzt mit Ökostrom werben. Es gibt Anbieter wie "Lichtblick" oder "Greenpeace Energy", die fast 100% grünen Strom verkaufen.
    Erst wenn mindestens 50% des Stroms grün ist, darf man es sich auf die Fahne schreiben!

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