Titelverteidiger

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BENNE

Sein neues Album handelt von Vertrauen, Menschen und deren Beziehungen zueinander. Singer-Songwriter BENNE wagt sich auf eine emotional-musikalische Reise und findet schlussendlich am verletzlichsten Punkt zu sich selbst.

13. August 2018 - 10:58
SPIESSER-AutorIn mori-rau.
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mori-rau Offline
Beigetreten: 02.08.2018

SPIESSER-Autor Moritz: In dem ersten Lied auf deinem neuen Album „3000 Umwege“ singst du davon, ein geplantes und vorgezeichnetes Leben verlassen zu haben. Du musstest 3000 Umwege gehen, um jetzt bei dir zu sein. Wie genau hast du festgestellt, dass du deine eigene Musik machen und damit Geld verdienen willst?

Ich hatte das Glück, dass meine Eltern mich unterstützt oder zumindest nichts dagegen hatten. Als Musiker hat man diese Umwege mehr als in jedem anderen Job, weil man eben nie so richtig weiß, was wozu führt und wie so alles läuft. Auf seinem Weg gibt es einfach viele Sachen, die man machen muss, die am Ende zu etwas führen, auch wenn man denkt, das bringt jetzt gar nichts.

„Ich weiß da ist ein Licht in uns“ klingt für mich sehr sehnsüchtig und intensiv. Für wen oder was brennt das Licht in dir?

Für Menschen allgemein. Ich mag Menschen und zwischenmenschliche Begegnungen, das ist das, was mir immer wieder total viel gibt. Darum geht es ja auch in dem Song – um Vertrauen in den Menschen. Es ist eine Art Hymne an die positiven Seiten in uns und auch in die Verbindung zwischen uns.

Deine Lieder sind eher ruhig, ohne großen Einsatz von lauten Instrumenten oder sogar Chören. Warum hast du dich für diese Atmosphäre in deinem Album entschieden?

Auf diesem Album sind auch einige große Lieder, wie „Licht in uns“ und „3000 Umwege“, die sehr nach vorne gehen. Diese Vielseitigkeit mag ich besonders. Manche Lieder sind eher ruhig und in sich gekehrt und andere sind sehr extrovertiert und stark.

Du formulierst oft auch Erinnerungen an das Leben. Gab es Etappen oder Ereignisse in deinem Leben, die deine Persönlichkeit und somit deinen musikalischen Werdegang besonders geprägt haben?

Ich bin direkt nach meinem Abitur nach Südamerika und habe dort für ein halbes Jahr in einem Kinder- und Waisenheim gearbeitet. Danach reiste ich noch für zwei weitere Monate dort umher. Für mich war das die prägendste Reise, da sie gleich nach der Schule war. Man verlässt sein behütetes Umfeld und schaut was so kommt. In mir selbst hat das ein Vertrauen in das Leben und die Welt hervorgerufen und gestärkt.

Manche deiner Songs wirken fast schon ein wenig philosophisch. So steht z.B. in „Bis zum tiefsten Punkt“ das Meer sinnbildlich für deine Seele. Du sagst, du möchtest deinen Gefühlen Platz geben. Warum denkst du, ist das so wichtig?

Gerade in unserer Gesellschaft geht verloren, dass man auch den negativen Gefühlen Raum gibt. Diese negativen Gefühle, z.B. Trauer und Angst, sind aber wichtig anzunehmen, nur so können sie sich zu etwas Positiven verändern.

Du wurdest 2014 eingeladen, Adel Tawil auf seiner Tournee zu begleiten. Darauf folgten Konzerte u.a. mit Revolverheld. Würdest du sagen, dass diese Ereignisse deinen Erfolg verändert haben?

Ja auf jeden Fall. Musikalisch hat das mit mir sehr viel gemacht. Zum einen sind viele Leute auf mich aufmerksam geworden und zum anderen war das auch für mich persönlich eine große Erfahrung. Zuvor bin ich meistens alleine vor fünfzig Menschen aufgetreten und plötzlich stand ich auf einer großen Bühne mit Band vor mehreren tausend Menschen. Das war ein krasses Erlebnis, aber auch eine große Herausforderung.

In „Für das was kommt“ singst du vom Aufbruch nach vorne. Wie sieht deine Zukunft aus? Gibt es Pläne oder Wünsche?

Ein Plan für mich ist, weiterhin Musik zu machen. Da bin ich auch jetzt schon sehr dankbar, dass das geht. Gerade mit diesem Album gibt es einige Dinge, die ein bisschen größer werden als bei dem letzten. Von daher bin ich sehr guter Dinge, dass ich das auch weiterhin machen kann. Ich schreibe derzeit auch viel für andere, das möchte ich in Zukunft gerne mehr machen. Ich habe gerade einen sehr guten Umgang mit mir selbst, ich kümmere mich gut um mich und mir geht es sehr gut. Das ist auch mein größter Wunsch, dass ich mich weiterhin an meiner Seite habe.

„Nie passiert“ handelt von dem Abschluss einer Liebesbeziehung und gibt als sehr sentimentaler Song einen perfekten Abschluss für das Album. Hat die Geschichte autobiographische Züge?

Der Song ist letztes Jahr in einer Trennungsphase entstanden. Wir waren noch nicht ganz getrennt, aber ich habe gemerkt, dass es langsam auseinander geht. Ich habe den Song aus dem Gefühl heraus geschrieben, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorbei war.

„Im Großen und Ganzen“ von BENNE

 

: 03.08.18
Label: Ferryhouse

 

 

Text: Moritz Rauch
Bilder: Pressematerial

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