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Titelverteidiger

Titelverteidiger: Tonbandgerät – Zwischen all dem Lärm

„Zwischen all dem Lärm“ ist Tonbandgeräts drittes Album und erzählt vom Aufbruch in eine Zeit des Erwachsenwerdens, Reflektierens und Ankommens. Warum sie als Band plötzlich ernster sind, den Lärm noch immer ganz gerne mögen und Tinder eher abschreckend finden, haben sie SPIESSER-Autorin Sophie erzählt.

12. September 2018 - 15:37
SPIESSER-Autorin sophielorraine.senf.
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sophielorraine.senf Offline
Beigetreten: 07.07.2012

Ihr habt euch 2007 gegründet und damit schon eine relativ lange Bandgeschichte hinter euch. Ging es dabei immer Stück für Stück bergauf oder war es manchmal auch etwas holprig? (Nirgendwohin)

Ole: Wir haben erst kürzlich festgestellt, dass es für uns nie im Steilflug aufwärts ging. Man könnte eher sagen, dass sich alles allmählich aber konstant gesteigert hat – ein bisschen, wie auf der Rolltreppe in einem alten Karstadt.

Euer neues Album heißt „Zwischen all dem Lärm“. Mögt ihr das Laute ganz gerne oder braucht ihr manchmal auch Ruhepausen? (Blau)

Sophia: Die brauchen wir selten und wenn, dann bitte nicht so lange. Ich glaube, wir sind richtig gern auf Bühnen – und wenn mal ein paar Monate nichts Aufregendes passiert, dann werden wir schon wieder unruhig.

In den letzten elf Jahren seid ihr ziemlich viel gereist: China, Tschechien, USA, Israel. Wo war es am schönsten? (Reisegruppe Angst und Bange)

Isa: Ganz eindeutig in den USA! Wir waren dort einen Monat lang in einer Nightline unterwegs. Das ist ein Tourbus, in dem man schlafen kann – und damit sind wir durch das ganze Land gereist: Von Seattle durch Kalifornien und dann Richtung Boston und New York.

Sophia: Die Reise war für uns schon damals surreal. Wir mussten uns währenddessen immer wieder vor Augen halten, dass wohl niemand mehr in unserem Hotel auf uns warten und kreischen wird, sobald wir wieder zurück in Deutschland sind.

Jetzt aber noch mal zurück zu euren Anfängen: Wo kommt eigentlich euer Name her? (Mit dir)

Ole: Als wir anfangs noch namenlos waren, haben wir den Song „Rec & Play“ richtig gefeiert. Darin geht es um ein Tonbandgerät und seine Funktion: Das Aufnehmen und Konservieren von Momenten. Wir dachten damals, dass das ziemlich passend ist, weil wir genau das auch mit unserer Musik erreichen wollen.

Euer Lied „Mein Herz ist ein Tourist“ spricht Generation Tinder an. Wie steht ihr eigentlich zu der Dating-App? (Mein Herz ist ein Tourist)

Sophia: Eigentlich sieht es nach ziemlich viel Spaß aus, aber trotzdem ist Tinder eine super oberflächliche App.

Ole: Stimmt. Die nächste große Liebe scheint darin nur einen Swipe entfernt. Zur Sicherheit schaut man aber trotzdem weiter, denn es könnte ja noch etwas Besseres kommen.

Jakob: Tinder ist auch nur ein Puzzleteil in dem, was momentan in unserer Gesellschaft passiert: Schnelllebigkeit durch Digitalisierung. Alles ist mit allem permanent vernetzt.

Apropos Digitalisierung: Einer eurer Songs heißt „Mario Kart“. Hand auf’s Herz, was zockt ihr noch? (Mario Kart)

Ole: Ich habe neulich mal wieder Mario Kart gespielt. Ich war ehrlich überrascht: Mir sind noch alle Strecken im Kopf geblieben.

Jakob: Ich habe seit diesem Jahr endlich eine Playstation. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dabei wollte ich schon als Kind eine haben. Jetzt könnte es richtig ausarten. (lacht)

In eurem Song „Der letzte der Nacht“ geht es um Nachtschwärmer und Wachbleiben bis zum Morgengrauen. Was ist nachts besser als tagsüber? (Der letzte der Nacht)

Sophia: Vieles. Das Licht ist schöner, alles scheint ein bisschen entspannter und tendenziell friedlicher. Und auch die richtig guten Erkenntnisse kommen immer nur nachts.

In der Ankündigung wurde euer Album als Aufbruch beschrieben. Was lasst ihr dabei zurück? (Bis es vorbei geht)

Ole: Für mich war Tonbandgerät acht Jahre lang unglaublich positive Naivität. Das hat sich mittlerweile geändert.

Isa: Vor dem Album gab es für uns eine ziemlich lange Phase, in der es nicht so gut lief. Das spiegelt sich jetzt auch in unserer Musik wieder.

Sophia: Ich glaube, wir haben damit ein Stück unserer Kindlichkeit abgelegt. Vielleicht auch den jugendlichen Leichtsinn. Obwohl – den haben wir eigentlich auch heute noch. (lacht)

„Zwischen all dem Lärm“ von Tonbandgerät

 

: 07.09.18
Label: Columbia Records

 

 

 

Text: Sophie Lorraine Senf
Bilder: Pressematerial

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