Titelverteidiger

Abgehört: Wolf & Moon – „Before it gets dark“

Die Musiker und Weltenbummler Stefanie und Dennis von Wolf & Moon veröffentlichen am 25. Januar ihr Debutalbum „Before it gets dark“. SPIESSER-Autorin Sarah hat es sich angehört und sortiert jetzt erstmal ihr Gefühlschaos.

29. Januar 2019 - 15:45
SPIESSER-Autorin Sarah.
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Sarah Offline
Beigetreten: 26.04.2009

Wenn ich mir die Bilder von Stefanie und Dennis auf ihrem Instagram Account anschaue, bin ich ziemlich sicher überzeugt davon, den Inbegriff eines Musik machenden, verliebten, reisenden Pärchens vor mir zu haben. Genauso wie es gerne in etlichen Filmen, Büchern und Songtexten beschrieben wird. Die Harmonie, Ruhe und Hoffnung, die sie auf den ersten Blick in ihren Fotos und Videos ausstrahlen, spiegeln sich eins zu eins in ihrer Musik wieder. Der Sound der beiden niederländischen Musiker mit Wahlheimat in Berlin ist vollends harmonisch, melancholisch, doch nicht spannungslos – aufgepeppt wird ihre Musik, die eigentlich eher an Lagerfeuer und die ruhigen Sounds von Angus & Julia Stone oder Iron & Wine erinnert, durch elektronische Synthesizer Elemente.

Das gibt der Musik eine leichte und gleichzeitig durchdringenden dynamische Atmosphäre, aber nicht zu sehr. Selbst wenn die Tracks vitaler und mutiger werden - bis zum Zenit kommen sie nie. Sie transportieren eher die geballte Vorfreude darauf. Mittanzen ist bei Tracks wie „Getaway“ aber drin! Was zwar nicht störend, aber im ersten Moment vielleicht etwas verwirrend ist: Diese bizarre Mischung aus Tatendrang und kompletter innerer Ruhe stellt auf jeden Fall was mit mir an. Was? Ich denke Lust auf Abenteuer, meine Sachen zu packen und loszuwandern, Lust über den Sinn des Lebens zu philosophieren, Lust zu knutschen und Lust auf dem Bett sitzend alte Fotos anzuschauen. Alles auf einmal und alles sofort.

Genauso melancholisch wie sich ihre Musik anhört, lassen sich auch die Texte von Wolf & Moon lesen oder hören. Anders als bei den beiden vielleicht erwartet, geht es nicht nur um das Reisen, unbändiges Fernweh und die Liebe. Dieses komische Gefühl vom Wachsen-Müssen, aber nicht genau zu wissen wohin, können sie auch ziemlich gut in Worte packen. Komischerweise geht es auch viel um zu Hause. Komisch, weil die beiden fast konstant auf Reisen sind. Sie brauchen das Reisen und die neuen Eindrücke nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Musik. Warum also ist zu Hause für sie so ein wichtiges Motiv? Vielleicht weil sie das einfach füreinander geworden sind? Das Stückchen Geborgenheit, das sie quasi immer dabeihaben. Das ist zwar ziemlich kitschig, aber auch schon wieder sehr harmonisch und pur. Und für mich bringt es wieder ein süßes, melancholisches Gefühl mit sich. Wie es wohl wäre, diese Musik ganz frisch verliebt zu hören? Da kann man doch eigentlich gar nicht anders als sich noch mehr zu verlieben, oder?

Ohrwurm: Before
Hinhörer: Getaway
Album in drei Worten: hoffnungsvoll, melancholisch, dreamy
Passt zu: Bei Regen aus dem Reisebusfenster schauen und denken man wäre in einem Film, hoffnungsvoll gestarteten Neuanfängen
Erinnert an: The XX, Oh Wonder, Angus & Julia Stone

Before it gets dark“ von Wolf & Moon

: 25.01.19
Label: AdP Records

 

 

 

Text: Sarah Küster
Teaserbild: © AdP Records

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