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Werft mal einen Blick über den Tellerrand!

Dieser Beitrag entstand
in Zusammenarbeit mit RWE.

19. Februar 2014 - 18:08
von SPIESSER-Autor Philipp Frohn.
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Philipp Frohn Offline
Beigetreten: 27.02.2013

Steigende Strompreise – dieser Gedanke drängt sich sicherlich bei vielen deutschen Bürgern auf, wenn es um die Energiewende geht. Über die internationale Energiepolitik hört man allerdings verhältnismäßig wenig. Dabei ist Deutschland ja nicht das einzige Land, das fortan nicht mehr auf fossile Rohstoffe setzen will.

Ich finde es schon egoistisch und kurzsichtig zu behaupten, Deutschland wäre das einzige Land der Welt, das versucht die Energiewende „richtig“ zu bewerkstelligen. Schließlich entschloss sich die Weltgemeinschaft schon 1997, die CO2-Emissionen zu senken und damit dem Klimaschutz einen Schritt entgegenzukommen. Leider folgte auf das sogenannte „Kyoto-Protokoll“ kein Nachfolger mehr, sondern schlicht Fortsetzungen. Außerdem sind gerade die Entwicklungsländer, die oft hohe Treibhausausstöße aufweisen, von den festgelegten Mindestanforderungen befreit. Sonderlich produktiv dürfte das nicht sein.

Erfreulich ist, dass der Trend hin zu erneuerbaren Energien weltweit gestiegen ist. Sogar Russland möchte erste Schritte in diesem Bereich wagen.  2012 gingen stolze 19 Prozent des globalen Energieverbrauchs aus regenerativen Energiequellen hervor. Zudem wurden weltweit 244 Milliarden US-Dollar in die Energiewende investiert. Besonders die Entwicklungs- und Schwellenländer sollen einen großen Teil vom Kuchen abbekommen. Sie erhalten immerhin die Hälfte des Geldes zum Ausbau erneuerbarer Energien – wäre es da nicht langsam mal Zeit, daran zu arbeiten, dass auch sie die Mindestanforderungen zur Reduktion der CO2-Emissionen aus dem Kyoto-Protokoll einhalten können? Ich finde schon.

Ein echtes Positivbeispiel für eine gelungene Energiewende ist Schweden. Dort gibt es eine gesetzliche Quotenregel. Sie besagt, dass alle Energieversorger einen gewissen Prozentsatz des gesamten Stroms aus regenerativen Energiequellen gewinnen müssen. Welche sie nutzen, spielt keine Rolle. Selbstverständlich wählen die Unternehmen die günstigste Methode, wodurch auch die Strompreise für den Verbraucher nicht in die Höhe schnellen. Gerade ein Blick auf die schwedische Energiewende zeigt also, dass Deutschland gar nicht der ach so tolle Vorreiter der Energiewende ist, für den wir uns alle halten. Die rasante Abschaltung aller Atomkraftwerke bis 2021 und massig Investitionen in allerlei regenerativer Energiequellen –  wen wundert es da, dass die Energiepreise bei uns stetig steigen? Vielleicht wäre eine Quotenregel wie die schwedische auch hierzulande ganz sinnvoll. Manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Merke: Deutschland ist also kein einsamer Schütze in Sachen Energiewende. Trotzdem sind weltweit weitere Maßnahmen in Sachen Energiewende erforderlich, wie auch die Klimaorganisationen auf der diesjährigen Weltklimakonferenz in Warschau postulierten. Diese Maßnahmen müssen allerdings auch von der breiten Masse bezahlbar sein

Text: Philipp Frohn

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Klar, du hast recht, dass wenige Menschen einen erheblich großen Teil der Vermögens besitzen. Und ich selber bin auch der Meinung, dass gerade reiche und viel Energie verbrauchende Konzerne mehr entgegenbringen sollten statt von ständigen Ausnahmeregeln zu profitieren. Aber ich finde nicht, dass lediglich die Besserverdiener für die Energiewende aufkommen sollen. Es ist ein gesellschaftliches Probleme, dem sich nicht nur eine Gruppe zu verantworten hat. Sie zahlen ohnehin schon mehr Kohle ein als Normalverdiener. Und dass man fürs Erben noch bestraft wird, finde ich ebenso falsch.

  • wenn man sich die vermögensverteilung allein national, aber erst recht global ansieht, muss die breite masse gar nix. man müsste nur all jene besteuern, welche die vermögen in erster linie besitzen, ohne sie zu verdienen oder sie verdiehnt zu haben (z.b. nur durch erben erworben). da ist genug geld für alle probleme dieser welt da, auch die energiewende.

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