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Die Erbsünden der Solarzelle

Wieviel Kohlendioxid wird eigentlich dank Solarzellen in die Atmosphäre gepustet? Gar nichts? Weit gefehlt - Bloggerin Annemarie geht der Erbsünde der Solarzelle nach.

11. März 2011 - 09:35
von SPIESSER-Redakteurin Annemarie Walter.
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Annemarie Walter Offline
Beigetreten: 20.01.2011

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit RWE.
 

 


Fotos: R. Sturm, D. Bleyenberg, pixelio.de

Warum noch gleich erneuerbare Energien? Die beiden wichtigsten Argumente sind wohl die Endlagerung radioaktiver Abfälle, die bei der Stromproduktion in Atomkraftwerden entstehen, und der hohe CO2-Ausstoß anderer konventioneller Kraftwerke. Sonnenenergie, so glaubt man, ist rein und grün und kommt sündenfrei zu uns in die Steckdosen. Mööööp. Falsch!

 

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Richtig ist, dass eine Solaranlage im Betrieb kein CO2 abgibt. Dabei wird allerdings der Herstellungsprozess der Fotozellen vergessen: Wenn eine Solarzelle entsteht, entsteht auch eine große Menge CO2. Dazu kommen dann noch Bodenversauerung und Bodenüberdüngung. Und: Es wird sehr viel Energie aufgewendet – die meist aus konventionellen Kraftwerken stammt, die wiederum eine Menge CO2 produzieren.

 

Der CO2- Ausstoß im Vergleich, gerechnet auf eine Lebensdauer von 30 Jahren:

   Windstrom - 19 Gramm/ Kilowattstunde
   Atomstrom - 31 Gramm/ Kilowattstunde
   Solarstrom - 135 Gramm/ Kilowattstunde
   Strom aus Erdgas - ca. 500 Gramm/ Kilowattstunde
   Kohlestrom - 900 - 1000 Gramm/ Kilowattstunde

Die Umwelteinwirkungen der Photovoltaik sind also vergleichbar mit fossilen Stromerzeugungsarten. Das weiß bloß kaum einer.

Text: Annemarie Walter

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Kommentare

Neun Kommentare
  • Mich verwundert, dass bei der Atomkraft so geringe Zahlen als Ergebnis darstehen.
    Das wird aber an den Ausgangswerten liegen, die verwendet wurden.

    Was passiert denn beim Atomstrom?
    Nun, da wird zunächst ein AKW gebaut. Mit gaaaanz viel Stahl, Beton und überhaupt. Dann muss das ständig gewartet werden, sprich: Jemand fährt zu diesen Anlagen hin, der mit dem Betrieb nichts zu tun hat. Anschließend muss der Müll mit Castor weggefahren werden, unter Begleitschutz der Polizei, die mit vieeelen Fahrzeugen, Hubschraubern u.ä. den Transport sichert. Der Müll wird dann aufbereitet, weiter hin und her kutschiert und irgendwann "endgelagert". Wobei dieser Begriff formal falsch ist, denn bisher wird ja nur zwischengelagert.

    Verwunderlich, dass man da auf einen Wert kommt, der nur 1/5 des Solarstroms beträgt.
    Wurde hier ein ganzes AKW mit einer einzigen Solarzelle verglichen, die alleine in einem 40Tonner zu ihrem Einsatzort gefahren wurde? Ich weiß es nicht...

  • Hallo,

    habe eben eine Tabelle unter http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2007/CO2-Bilanzen_verschieden... gefunden, die andere Werte liefert für CO2-Äquvalente (also inkl. anderer Emissionen) in g/kWh:

    AKW: 32
    AKW (Uran nur aus Südafrika): 126
    Solarzelle (multikristallin): 101
    Solarstrom-Import (Spanien): 27

  • Das Atomstrom weniger CO2-Emissionen als Solarstrom hat ist eigentlich bekannt, nur ziehen die auch andere negative Umwelteinflüsse mit sich, die nicht in diesem Maß gemessen werden. Zum einen z.B. das "warme" Abwasser. Die anderen Problematiken mit Strahlung und Endlagerung lassen wir mal beiseite. Fraglich wäre auch wie aufwendig der Rohstoffabbau von Uran in CO2 gerechnet wäre. Es gibt keine rosarot grüne Lösung für das Energieproblem. Und um ehrlich zu sein, deckt der Solarstrom nur max. 1% des deutschen Stroms, hat aber durch das Erneuerbare Energiengesetzes, so viel Förderung erhalten, dass sie damit eigentlich auch die teuerste ist. Dennoch bleibt die Idee die Sonne als Energiequelle zu nutzen, doch die "einleuchtendste", die Technologie muss noch folgen, um auch Ressourcen dafür effizient zu nutzen.

  • Meine Meinung! Dieses Ich-disse-jetzt-mal-alternative-Energien nervt. Man sieht ja gerade, wie gefährlich AKWs sein können. "Angst vor Super-GAU", titeln sämtliche Blätter...

  • nur anschließen. Und falls ein Tsunami kommt, wie heute in Japan geschehen, wären die Solaranlagen zwar auch kaputt, aber es hätte nicht alle Welt Angst vor einem neuen Atom-Unfall.

  • Ein guter Artikel wie ich finde, allerdings bin ich der Meinung, dass man die Produktionsenergie nicht ohne weiteres mit einbeziehen darf. Die Zahlen sind mit Sicherheit gut recherchiert aber für mich ist das ganze nicht besonders plausibel. Denn wer die Energie bzw. den Kohlenstoffdioxid Ausstoß mitberechnet, der bei der Fertigung einer Solarzelle entsteht, der sollte auch beim "Kohlestrom" die Werte mitrechnen die beim Bau eines solchen Kraftwerks enstehen. Denn das ist ja wohl ausserfrage: Der Bau eines Kohlekraftwerks oder eines Reaktors läuft nicht gerade CO2 neutral ab, allein die Bagger und Lkw's auf einer solchen Baustelle haben einen enormen Spritverbrauch (und somit CO2 Ausstoß). Hinzu kommt noch die Verwendung von Zement, der wie wir alle wissen, auch nicht gerade ein umweltschonender Baustoff ist. Doch auch wenn das Kraftwerk schon fertig ist, gibt es immer noch weiteren CO2 Ausstoß und zwar bei der Anlieferung von Kohle, auch wenn diese oftmals mit dem Zug kommt, der fährt ja auch nicht von alleine. Eine Phototvoltaikanlage muss man sich nur einmal liefern lassen und aufs Dach schrauben und fertig ist das Ding.
    Von daher, finde ich, sind zumindest die Zahlen am Artikelende nicht besonders überzeugend.

  • ist bedeutend weniger und sofort vorzuziehen. Warum hast du dich denn so auf Solarstrom eingeschossen? In deinem letzten (und einzigen, glaub ich) Artikel ging's auch schon darum.

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