SPIESSER Bildungsweg

Unterricht for Future

Waldbrände, heftige Regenfälle, Überflutungen: Nur ein paar Folgen der Klimakrise, die wir jetzt schon auf der ganzen Welt zu spüren bekommen. Um schon im jungen Alter auf die Klimakrise aufmerksam zu machen, führt Italien ab 2020 das Fach Klimaschutz in der Schule ein. Eine Stunde Klimakrise in der Woche – ein Vorbild für Deutschland?

10. Januar 2020 - 07:51
SPIESSER-Autor PhilippSch.
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PhilippSch Offline
Beigetreten: 09.09.2017

Kaum ein Thema ist in den aktuellen Debatten präsenter als Klimaschutz; nicht zuletzt durch die Fridays-For-Future-Bewegung, die das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hat. Doch es ist längst noch nicht in den Schulen, speziell im Unterricht, angekommen. Während manche Schulen sich mal eine Demonstration als „Klassenausflug“ angeschaut haben, scheint das Thema für andere Einrichtungen noch Neuland zu sein – gerade auch für die Schülerinnen und Schüler. Könnte ein solches Schulfach die Schülerinnen und Schüler näher an das brisante Thema heranbringen? Welches Ziel könnte es erfüllen?

Gute Idee, auf die Umsetzung kommt es an

Prinzipiell ist es immer gut, wenn Schule direkt an die Themen anknüpft, die gesellschaftlich gerade dringend sind, vor allem, wenn das Interesse von den Lernenden selbst kommt – jeder Pädagoge erkennt hier das Unterrichtsgold. Außerdem erfordert es die Demokratie, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit den Dynamiken hinter den Protesten auseinandersetzen, eine Dynamik, die durch die größten Klimaproteste der Menschheitsgeschichte für jede und jeden greifbar wird – auch hier sollte man ansetzen, wenn Politik als etwas Lebendiges, Gestaltbares wahrgenommen werden soll.

Ein weiter Pluspunkt wären die Anknüpfungspunkte an viele „klassische“ Unterrichtsfächer wie Politik, Geographie, Geschichte, Biologie, Chemie oder Physik, die zur unterrichtlichen Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven einladen und gleichzeitig aus den Teildisziplinen etwas neues schaffen: Ein individuelles Verständnis. Essentiell hierfür ist jedoch, dass die Unterrichtsmethode Frontalunterricht über Bord geworfen wird, soll hier doch mit eigenen Ideen und Überlegungen ein spezifisches Thema analysiert werden.

Wissen als Mobilisierungsfaktor?

Durch eine neue Sichtweise auf das Thema und deutlich mehr Informationen könnten auch die Fridays-For-Future-Demonstrationen mehr Zulauf finden. Die Schülerinnen und Schüler könnten ein größeres Problembewusstsein bei dem Thema entwickeln. Als Beispiel könnten tiefergehende Kenntnisse über das Pariser Klimaabkommen und die Reaktion der Politik darauf die Schülerinnen und Schüler durchaus mobilisieren, an den Protesten teilzunehmen: Schule trifft hier auf Politik, die Demonstrationen sind ein Beispiel gelebter Demokratie von Menschen jeden Alters.

„Die Klimakrise ist eine Kommunikationskrise“, titelt Luisa Neubauer, bekannte Klimaaktivistin von Fridays For Future. Und es ist wahr: Es fehlt an der Kommunikation, gerade an die jüngere Generation, zu der ich mich ebenfalls zählen kann. Nicht jeder Jugendliche konsumiert die herkömmlichen Medien, meistens noch nicht einmal online. Die meisten Inhalte werden von Jugendlichen über Social Media, aber auch die Schule aufgefasst. Um diese Zielgruppe für das Thema zu sensibilisieren und die wissenschaftlichen Erkenntnisse in den bereits genannten Fächern nahezubringen, kann das Unterrichtsfach einen wichtigen Kommunikationskanal bereitstellen.

Eine Idee für Deutschland?

Als Reform des Bildungssystems, das meiner Meinung nach sowieso baufällig ist, könnte das Fach Klimaschutz seinen Teil zur Modernisierung beitragen. Das Wissen, das die Schülerinnen und Schüler dadurch erhalten ist von entscheidender Bedeutung. Leider wissen viele Teile der Bevölkerung noch nicht über die erschreckenden Auswirkungen der Klimakrise Bescheid. Viel mehr stellt sich aber auch die Frage: Wie können wir den Planeten retten? Die Unterrichtsinhalte sollten den Schülerinnen und Schülern neben individuellen Maßnahmen auch Möglichkeiten aufzeigen, systematische Veränderungen herbeizuführen – denn auch das sollte Teil der Bildung über Klimaschutz sein.

 

Text: Philipp Schröder
Teaserbild:
Photo by inbal marilli on Unsplash

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Kommentare

Ein Kommentar
  • ich finde, die Schüler sollten zuerst einmal alle richtig lesen schreiben und rechnen lernen!!! Dann sollte die handwerkliche, sportliche, musische sowie naturwissenschaftliche Ausbildung folgen, verbunden mit dem gesellschaftswiss. Aspekt. Dazu gehört auch der Klimaschutz in Verbindung mit Chemie, Physik, Biologie! Diese Fächer dürften nicht mehr abgewählt werden. Auch eine zweite Sprache und Grundlagen der Astronomie gehören zur Allgemeinbildung. Religion sollten den Kirchen überlassen werden. Wobei die Kinder in Gesellschaftskunde über die unterschiedlichen Religionen aufgeklärt werden müssten und Toleranz in den Schulen gelebt werden muß.
    Um diese umfangreichen Grundlagen in der Schule zu erwerben, bedarf es eine Gesamtschule mit Fördermöglichkeiten! Nach 10 Jahren dann auf Gymnasium zu wechseln, sollte unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte keine Schwierigkeiten machen. Aber dafür brauchen wir gut ausgebildete Pädagogen und verpflichtende Frühförderung der Imigrantenkinder. Ohne Ausnahme! Diese ständigen Experimente (Reformen wie Rechtschreibreform o. jedes Kind darf selbst entscheiden was es wie lernt...) im Schul- und Bildungswesen sollten aufhören. Und gleiche Lehrpläne/Bücher sowie Prüfungen für alle Länder in Deutschland. Dann stehen für die Zukunft auch wieder genügend gut ausgebildete Schüler für die Berufsausbildung bereit. Aber ich wage zu bezweifeln, dass das in diesem Land gewollt ist!

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