SPIESSER Bildungsweg

Mutige Gedanken – Die Schule der Zukunft

Ipads statt Bücher, Wikipedia statt Bibliotheksbesuche, Online-Tests statt Klausuren? Die Institution Schule verändert sich im Vergleich zu anderen Bereichen im Schneckentempo, dennoch sind viele dieser Aspekte längst in dem Schulalltag etabliert. Was muss bzw. sollte die Politik tun, um den Bildungsbereich weiter voranzutreiben? Wie stellen sich Schülerinnen und Schüler die „Schule der Zukunft“ vor? Jule, Zeliha und Hevro – alle 15 Jahre alt – diskutieren.

16. Oktober 2019 - 14:28
SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Beigetreten: 25.04.2009

Wie sieht deine Schule der Zukunft aus?

Jule: Ich könnte mir vorstellen, dass die Schule der Zukunft sehr anders sein wird, da sich in den letzten Jahren schon sehr viel verändert hat. In unserer Schule arbeiten wir häufiger mit Ipads und immer weniger mit den Heften. Aus diesem Grund könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass in der Zukunft alles digitalisiert sein wird und Bücher in den Hintergrund rücken.

Zeliha: Meiner Meinung nach sollten alle Schulen mit Ipads ausgestattet werden.

Hevro: Die Schule sollte ein Ort sein, wo man auch Spaß hat und gerne hingeht. Ich stelle mir die Klassenräume bunt, groß und mit bequemen Stühlen darin vor. Wir brauchen unsere Rücken für unsere Zukunft!

Was sind für dich Vorteile der Digitalisierung?

Jule: Wenn du keine Bücher oder sonstige Materialien zur Schule mehr schleppen musst, fällt der Druck, etwas zu Hause zu vergessen, weg. Man kann alles auf einem Gerät abrufen, jederzeit und überall.

Mutige Gedanken

Hierfür steht die Alfred-Herrhausen-Gesellschaft und führt in ihrem neu erschienenen Buch „Weiter.Denken. Ordnen.Gestalten.“ verschiedene Grundsätze und Theorien rund um die Themen Bildung, Wirtschaft und Europa auf. Wie hängen Wohlstand und Bildung zusammen? We kann die Schule der Zukunft gestaltet werden? Diese und weitere Diskussionen können auf herrhausen-weiter-denken.de gelesen und gehört werden. Bei uns könnt ihr das Buch noch bis 20. Oktober gewinnen! Hier geht's zum Gewinnspiel!

Hevro: Mit Ipads sind wir flexibel und frei. Es wird unser Buch, unser Heft, komplett alles sein. Auf diese Weise retten wir auch mehr Bäume …

Was macht den Lehrer der Zukunft aus?

Jule: Ich stelle sie mir viel entspannter vor, viele sind noch streng. Sie sollten dennoch strukturiert sein und Lust haben, uns etwas beizubringen.

Zeliha: Die Lehrer sollten einfach sympathisch sein, sodass sich Schülerinnen und Schüler wohl fühlen und motiviert sind, im Unterricht teilzunehmen.

Hevro: Lehrer sollten zeigen, dass sie Spaß an ihrer Arbeit haben. Sie haben einen wichtigen Job und sollten sich dessen bewusst sein. Sie müssen Schülerinnen und Schüler ernst nehmen und motivieren ohne streng sein zu müssen, am besten auf freundschaftlicher Basis.

Wie sehen die Klassen der Zukunft aus?

Jule: Ich stelle mir kleinere Klassen vor. So können alle dem Unterricht besser folgen und der Lehrer kann sich mehr auf uns fokussieren und gezielt individuelle Lernschwächen erkennen und ausgleichen. Eine andere Option wäre, dass es keine Klassen mehr gibt und der Unterricht stattdessen per Livestream stattfindet. Jeder kann von zu Hause aus einschalten, auch bei Krankheit.

Zeliha: Für mich sollte die Schule der Zukunft den respektvollen und fairen Umgang unter Schülern und Lehrern fördern. Kleinere Gruppengrößen wären hierfür optimal, da man sich wohler fühlt und sich den anderen Mitschülern mehr öffnen kann. 

Wie lernen Schüler in der Zukunft?

Jule: Bestimmt kann man den Stoff, den der Lehrer vorgibt, in seinem Tempo lernen. Schülerinnen und Schüler können dann selber entscheiden, wann sie die Klausur schreiben wollen, das aber in einem bestimmten Zeitraum.

Zeliha: Die Klassenarbeiten sollten leichter sein. (grinst)

Hevro: Mehr auf die individuellen Lerntypen eingehen und analysieren. Anschließend sollten Gruppen gebildet werden: Hör-, Schreib- und Sehlerngruppen. So können diese effektiv den Unterrichtsstoff lernen.

Welche Fächer sollte es geben?

Jule: Es sollten definitiv alltagsbezogene Fächer angeboten werden, wie zum Beispiel Steuern.

Zeliha: Selbstverteidigungskurse und Fächer, die für Mobbing und Gewalt sensibilisieren, sollten auf dem Lehrplan stehen.

Hevro: Mindestens eine Stunde in der Woche sollten sich Schülerinnen und Schüler mit beruflichen Themen auseinandersetzen, um sie besser auf die Zukunft vorzubereiten. Einen Tag im Krankenhaus oder auf dem Polizeirevier verbringen … so lernen wir unterschiedliche Berufsfelder kennen.

Text: Noelia Sanchez-Barón
Jule (15) besucht die zehnte Klasse der Freiherr-vom-Stein-Realschulein Coesfeld
Zeliha (15) besucht die zehnte Klasse der Gustav-Heinemann-Realschule Bottrop
Hevro (15) besucht die zehnte Klasse der Gustav-Heinemann-Realschule Bottrop
Teaserbild: Photo by moren hsu on Unsplash

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