Nebenjob

Cash on the road

Paketlieferant werden – das klingt nach viel Arbeit und wenig Bezahlung. Doch als CoCarrier verdienst du Geld, während du in den Urlaub fährst. SPIESSERin Rebekka hat im Interview mit Geschäftsführer Julian Maar herausgefunden, wie.

21. November 2017 - 09:30
SPIESSER-Autorin breakfastatspiesser.
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Beigetreten: 28.07.2017

Ein angenehmer Mitfahrer

Das junge Startup Unternehmen „CoCarrier“ wurde im Juli 2016 gegründet und funktioniert seitdem als Transportplattform für Privatpersonen und Unternehmen. Entstanden sei es aufgrund eines Problems, verrät einer der Gründer, Julian Maar: „Ich war mit einem Freund unterwegs, von Berlin nach Frankfurt. Uns ist erst kurz vor Frankfurt aufgefallen, dass die Anzüge, die er brauchte, noch in Berlin im Schrank hingen. Letztendlich sind wir mit dem Flugzeug zurückgeflogen, weil die Kosten für die Nachlieferung bei 700 Euro gelegen hätten.“ Da diese Summe einfach utopisch erschien für eine normale Strecke, die sowieso jeden Tag Menschen zurücklegten, gründeten sie die CoCarrier Plattform.

Außerdem hätten schon viele Menschen ausgesagt, sie würden ungern fremde Menschen im Auto mitnehmen, da oft komische Gestalten darunter seien. „Aber wenn man bei uns ein Paket mitnimmt, kann man sich erstens die Spritkosten zurückholen und das Paket spricht nicht, kann also auch nicht komisch werden“, kommentiert Julian.

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Geschäfte auf Vertrauensbasis

Obwohl es bei CoCarrier nicht in erster Linie um den Gewinn geht, sondern mehr darum, Reisekosten auszugleichen, ist dieser Nebenjob ein guter Verdienst. Man kann sich als Zusteller anmelden und so Pakete von einem Ort zum nächsten ausliefern – und das selbst, wenn man in den Urlaub reist. Auf der Webseite kann man die Strecke eintragen und bekommt dann die Möglichkeit, Lieferungen zu tätigen, die auf dieser Strecke liegen. Und die Vergütung fällt nicht gerade gering aus. „Im nationalen Bereich verhält es sich preislich ähnlich wie bei herkömmlichen Mitfahrzentralen. International, bei sehr langen Strecken, geht’s schnell mal um 700-800€, die man für ein Paket kriegen kann“, serklärt Juluan. Auf diese Weise erhält man zum Beispiel schon die Flugkosten zurück.

Wer Bedenken oder Zweifel hat, der kann diese getrost verlieren. Denn um Zusteller oder Empfänger zu werden, muss man einige Vorkehrungen treffen. Zuerst muss man die Volljährigkeit erreicht haben, außerdem gilt es sich ein Profil anzulegen, den Ausweis und die Telefonnummer hochzuladen. „Das heißt am Ende kennen sich der Empfänger und der Zusteller schon auf gewisse Weise“, meint Julian. Um die Kommunikation zu erleichtern wurde zudem eine App eingerichtet, die vor allem für kurze innerstädtische Strecken gedacht ist.


Die CoCarrier-Gründer Anabel Ternes und Julian Maar
Ver- und Abgesichert

Damit für alle Fälle vorgesorgt ist, wird jede Sendung mit bis zu 500€ versichert. Laut Julian ist auch der Sender abgesichert: „Als Auslieferer von CoCarrier bin ich versichert, wenn mir mal etwas herunterfällt. Auch für den Inhalt des Pakets hafte ich nicht, das kann ich jeder Zeit durch Begleitpapiere nachweisen.“ So wird sichergestellt, dass wenn sich unter den rund 1500 täglichen Sendungen doch etwas Illegales befinden sollte, der CoCarrier nicht dafür verantwortlich gemacht wird.

Die kurioseste Mitnahmeaktion sei allerdings alles andere als illegal gewesen. Denn auch Sendungen, über die man schmunzeln muss, seien öfters mal dabei. Julian plaudert aus dem Nähkästchen: „Es war ein riesiger 3m-großer Teppich, der im Auto von Wien nach Berlin transportiert werden musste.“ Dagegen war das Hinterhersenden von Personalausweisen und Reisepässen von Mutti an ihre Kinder eine kleinere Lieferung.

Doch egal was es auch ist, CoCarrier bietet eine sehr einfache Möglichkeit, Geld zu verdienen. Denn letztendlich muss es keine Afrikareise sein, sondern es genügt auch die Reise zur Uni – die kann einem ja auch länger vorkommen, als sie ist.

 

Text: Rebekka Hörnig
Fotos: CoCarrier Pressematerial

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