Kinofeeling

Cleo

Ein trauriges Schicksal einer jungen Frau verpackt in bezaubernde Bilder, die an „Die fabelhafte Welt der Amelie“ erinnern. Hinzu kommt eine Schatzsuche nach einer mysteriösen Uhr. SPIESSER-Autorin Anna empfiehlt den Film für ein erstes Date, da man danach noch ein wenig mehr verliebt in das Leben und die Liebe ist.

24. Juli 2019 - 10:48
SPIESSER-Autorin eis-am-stiel.
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eis-am-stiel Offline
Beigetreten: 19.05.2009

Worum geht's?

Die schüchterne Cleo ist 30, wohnt im zauberhaften Berlin und arbeitet in einem Tourismusbüro. Ihren Alltag gestaltet sie nach festen Regeln und ihre Routine ist ihr heilig. Dabei lässt Cleo niemanden an sich heran und führt dadurch ein ziemlich einsames Leben. Ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben, zusammen mit ihrem Vater suchte sie in ihrer Kindheit nach Schätzen und ließ ihrer Fantasie freien Lauf. Seit ihr Vater vor zwanzig Jahren bei einer Schatzsuche ums Leben kam, ist die Welt nicht mehr dieselbe für Cleo. Um nicht verletzt zu werden, mauert sie ihr Herz ein und isoliert sich von ihren Mitmenschen. Doch ihre Regeln werden auf den Kopf gestellt, als Paul eines Tages in ihrem Tourismusbüro mit einer Schatzkarte auftaucht. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach einer mysteriösen Uhr, mit der man durch die Zeit reisen kann. Cleos sehnlichster Wunsch ist es, in die Vergangenheit zu reisen, um ihre Eltern wieder lebendig zu machen. Auf der Suche nach der Uhr lernen Paul und Cleo schrullige Freunde, die Geschichte Berlins und sich selbst kennen und kommen einander näher. Doch was will Cleo wirklich vom Leben?

Wer spielt mit?

Der Kurzfilmregisseur Erik Schmitt wagte sich mit „Cleo“ zum ersten Mal an einen Langfilm. Die Hauptrollen spielen Marleen Lohse und Jeremy Mockridge. Besonders die Nebencharakteren überzeugen, beispielsweise Andrea Sawatzki als Leiterin des Tourismusbüros oder Max Mauff als begriffsstutziger Sprengstoffexperte Zille.

Filmischer Augenschmaus?

„Cleo“ erinnert mit seinen visuellen Effekten, der märchenhaften Erzählform und der zurückhaltenden Hauptfigur sehr an den französischen Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“, an manchen Stellen vielleicht zu sehr. Die Bilder sind bunt und verzaubernd und könnten fast einer Instax-Kamera entstammen. Die Stadt Berlin wird in dem Film liebevoll dargestellt. Der Regisseur versucht „die Berliner Seele“ einzufangen – mit fantasievollen Einblendungen von Berliner Originalen wie Marlene Dietrich oder den Brüdern Sass gelingt dies besonders gut.

Gibt’s was zu meckern?

„Cleo“ ist auf der einen Seite ein modernes Märchen für Erwachsene, auf der anderen Seite vielleicht ein wenig zu klischeehaft geraten und dadurch etwas langweilig. Menschen mit Migrationshintergrund werden nur in einer Mini-Nebenrolle repräsentiert und es fühlt sich an, als ob Berlin vor allem aus dem gut situierten Prenzlauer Berg und der Oberbaumbrücke besteht.

Auf einen Blick
Action: ✪ 
Romantik: ✪ ✪ ✪ ✪ 
Humor: ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ 
Bildungsfaktor: ✪ 
Braucht man Taschentücher?

Es wird emotional, da Cleo die Zuschauer auf eine Reise durch ihr Leben mitnimmt. Dabei ist der Ton aber immer sehr verspielt, der dadurch auch tragischen Ereignissen, wie dem Tod des Vaters, die Schwere nimmt. Der Film zaubert eher ein Lächeln als Tränen ins Gesicht, daher können die Taschentücher zu Hause bleiben.

Mit wem angucken?

Für ein erstes Date eignet sich der Feelgood-Movie „Cleo“ auf jeden Fall, da man danach noch ein bisschen mehr verliebt in das Leben und die Liebe ist. Auch für kleinere Geschwister passt der Film super durch die verspielte Art und die Abenteuergeschichte.


„Was macht man danach? Ein wenig knutschen, am besten auf der
Oberbaumbrücke in Berlin und danach durch die Stadt spazieren.“
Was macht man danach?

Ein wenig knutschen, am besten auf der Oberbaumbrücke in Berlin und danach durch die Stadt spazieren. Wer nicht in Berlin wohnt, plant danach eine Reise nach Berlin mit Walking-Tour und stellt sich Cleo als Reiseführerin vor. Wer ganz engagiert ist, spendet für ein Denkmal für die Meisterdiebe Sass in Berlin.

In drei Worten:

Zauberhaft, Romantik, Berlin

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Ich kann mir beides gut vorstellen, die Bildeffekte wirken auf der großen Leinwand bestimmt noch emotionaler. Für den kleinen Bildschirm spricht das Indie-Feeling und die warme und heimelige Atmosphäre, die der Film ausstrahlt.

Mainstream oder Independent?

Independent, aber der Film wurde bisher auch bei der Berlinale in der Kategorie „Generation K plus“ gezeigt.

Cleo

Regie: Erik Schmitt
Protagonisten: Marleen Lohse, Jeremy Mockridge
Kinostart: 25.07.2019
Filmlänge: 101 Minuten
Genre: Komödie / Abenteuer
FSK: 6

 

Text: Anna Garrido
Bildmaterial: © Detailfilm, Johannes Louis

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