Kinofeeling

Das schönste Mädchen der Welt

Die neue Mitschülerin Roxy verdreht allen Jungs den Kopf. Wäre nur nicht Cyrils „Hammernase“, hätte auch er realistische Chancen bei ihr. Doch ist Äußeres, was in der Liebe wirklich zählt? SPIESSER-Autorin Sophie hat die Komödie auf Tiefsinn getestet.

03. September 2018 - 09:59
SPIESSER-Autorin sophielorraine.senf.
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sophielorraine.senf Offline
Beigetreten: 07.07.2012

Worum geht's?

Roxy ist 17 als sie während der Klassenfahrt in Berlin die Schule wechseln muss. Mit ihrer offenen Art macht sie sich hier schnell neue Freunde und zieht auch das Interesse einiger Jungs auf sich. Sogar ihr bester Freund Cyril scheint sich ziemlich in Roxy zu verknallen. Wegen seiner großen Nase malt er sich jedoch nur wenig realistische Chancen bei dem Klassenschwarm aus. Heimlich versteckt er sich hinter dem undurchschaubaren Rick – und schickt Roxy in seinem Namen selbstgeschriebene Songs, poetische Texte und Liebeserklärungen per SMS. Und tatsächlich weckt das Roxys Interesse, nur blöderweise nicht an Cyril, sondern eher an Rick, von dessen Nummer sie die gefühlvollen Nachrichten erreichen. Roxy verknallt sich in den Falschen und die Klassenfahrt wird so zum Gefühls-Tohuwabohu für alle. So bleibt bis zum Ende hin spannend, ob es Cyril nicht doch noch schafft, das für ihn schönste Mädchen der Welt zu erobern.

Wer spielt mit?

In den Hauptrollen sind Luna Wedler („Blue my mind“) als schöne Roxy, Aaron Hilmer („Einsamkeit und Sex und Mitleid“) als der begabte Cyril und Damian Hardung („Club der roten Bänder“) als idiotischer Klassenkamerad Rick zu sehen. In weiteren Nebenrollen fährt der Cast mit Anke Engelke („Frau Müller muss weg!“) als Cyrils Mutter, sowie Heike Makatsch („Tatsächlich … Liebe“) und Johannes Allmayer („Colonia Dignidad“) als Klassenlehrer auf und bezieht sogar bekannte YouTube-Stars wie Julia Beautx und Jonas Ems in den Plot mit ein.

Filmischer Augenschmaus?

„Das schönste Mädchen der Welt“ erinnert als Teenie-Komödie vor allem an „High Society“, „Fack ju Göhte“ oder „Bruder vor Luder“ – und arbeitet mit dem jugendlichen Humor typischer deutscher Mainstreamproduktionen. Abgesehen davon erlaubt er aber auch interessante Blicke hinter die Kulissen namhafter Berliner Sehenswürdigkeiten und zeigt so neben der Berliner Mauer und dem Fernsehturm auch Ausschnitte aus der berühmten Wanderausstellung „Körperwelten“, die nicht nur optisch herausfordernd wirkt, sondern in der Hauptstadt auch einige Kritik mit sich zog.

Gibt’s was zu meckern?

„Das schönste Mädchen der Welt“ soll mit Humor auf die Wichtigkeit hinweisen, sich in seinem pubertären Identitätsfindungsprozess nicht auf Äußerlichkeiten zu reduzieren, sondern seine individuelle Persönlichkeit abseits von Oberflächlichkeiten zu entwickeln. Leider tappt der Film bei der Wahl seines Titels selbst in die Falle – und wirkt an einigen Stellen mit plakativem Wortwitz statt betont lässig eher plump und gewollt. Insofern hat die Thematik hat weitaus mehr Potenzial, als sich der Film auszuschöpfen traut.

Braucht man Taschentücher?

Nur für Lachtränen.

Mit wem angucken?

Jüngeren Geschwistern oder den 12-jährigen Babysitter-Kindern, die vielleicht Follower der YouTuber aus dem Filmcast sind.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪
Romantik: ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪
Was macht man danach?

Beschwingt sein und schmunzeln.

In 3 Worten:

Affektiert, aber cool und jugendlich.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

In seiner Machart ist „Das schönste Mädchen der Welt“ definitiv auf großer Leinwand gedacht. Und zugegeben passen die Jumbo-Tüte Popcorn und eine frisch gezapfte Cola auch ziemlich gut dazu.

Mainstream oder Independent?

Eine Teenie-Komödie über Klassenfahrten, Musik und das erste Mal Verliebtsein, deren Cast mit Anke Engelke und berühmten deutschen YouTubern arbeitet, reiht sich eindeutig in das Klischee des Mainstream-Kinos ein.

DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT

Regie: Aron Lehmann
Darsteller: Luna Wedler, Aaron Hilmer, Damian Hardung, Julia Beautx, Anke Engelke, Heike Makatsch u.v.m.
Kinostart: 06. September 2018
Filmlänge: 102 Minuten
Genre: Komödie
FSK: ab 12 Jahren

 

Text: Sophie Lorraine Senf
Teaser: © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH.

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