SPIESSER Bildungsweg

"Kinder sind kleine Lernmaschinen"

Alle sächsischen Abiturienten müssen die MINT Fächer bis zum Abi belegen. SPIESSER.de fragte den sächsischen Staatsminister für Kultus und Sport, Professor Doktor Wöller, warum das so wichtig ist.

25. October 2009 - 17:07
SPIESSER-AutorIn Lilientiger.
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Lilientiger Offline
Beigetreten: 11.11.2009

SPIESSER.de: Warum ist der MINT-lastige Lehrplan jetzt besser?

Roland Wöller: MINT ist besonders wichtig. Davon hängt unser Wohlstand ab. Es ist aber auch zwingender Bestandteil der Allgemeinbildung. Die wollen wir verbessern. Außerdem wollen wir die Abbrecherquote in naturwissenschaftlichen Studiengängen senken.

Schränken Sie damit nicht die Schüler mit geisteswissenschaftlichen Interessen ein?
Der Sächsische Kultusminister Roland Wöller Foto: www.rolandwoeller.de

Man muss ja eine allgemeine Hochschulreife erwerben und dazu gehören auf jeden Fall auch Deutsch und zwei Fremdsprachen. Mit unserer Bildung müssen wir ein Studium erfolgreich absolvieren, aber auch am Leben teilnehmen können. Die Wahlmöglichkeiten in der Oberstufe bleiben bestehen. Es gibt noch genügend Möglichkeiten, auf Seiten der Schüler Schwerpunkte zu setzen.

Gibt es überhaupt genug Lehrkräfte, um allen Schülern einen sinnvollen Unterricht in den MINT-Fächern zu bieten?

Momentan haben wir noch mehr Lehrer, als wir für den Unterricht brauchen. Allerdings wird sich das in vier, fünf Jahren ändern. Wenn man klug ist, dann wählt man jetzt ein Lehramtsstudium. Dann ist man fertig, wenn der größte Bedarf besteht.

Kinder sollen früh gefördert werden, zum Beispiel in Naturwissenschaften. Überfordert man sie nicht irgendwann?
Auf dem Weg in eine Zukunft mit MINT? Foto: Günter Havlena Quelle: www.pixelio.de

Ich glaube, Kinder sind kleine Lernmaschinen. Sie können gar nicht anders als lernen. Daher ist es wichtig, schon in den Kindergärten Möglichkeiten zu schaffen, sich mit Naturwissenschaften auseinander zu setzen. Die Stiftung „Haus für kleine Forscher“  hat spielerische Alltagsexperimente in die Kindergärten gebracht. Die sollen Freude an Naturwissenschaften und Technik vermitteln, was sich hoffentlich in Schule und  Studium fortsetzt.

In einer Ihrer Pressemitteilungen hieß es, Kinder sollen geschlechtsspezifisch gefördert werden. Was bedeutet das? Brauchen Mädchen mehr Förderung als Jungen?

Ganz im Gegenteil: In Sachsen hat PISA gezeigt, dass gerade die Mädchen besonders naturwissenschaftlich begabt sind. Jungs sind dagegen oft Nachzügler und machen den Lehrern etwas Sorge. Insofern müssen wir da früher ansetzen, sie auch mitzunehmen.

Die Schüler und Studenten fordern im Bildungsstreik weniger Einfluss der Wirtschaft auf die Bildung. Sie wollen aber gerade mit dieser kooperieren. Wie erklären Sie das den Streikenden?

Man lernt vor allem fürs Leben, aber natürlich auch für den späteren Job. Die Wirtschaft zu kennen, ist wichtig für die Berufswahl. Früher haben sich viele erst mit der Zeugnisvergabe Gedanken über ihre Zukunft gemacht. Wir wissen heute: Berufliche Orientierung muss früher einsetzen. Man muss dazu Informationen geben: Wo liegen meine Stärken? Welchen Beruf kann ich ergreifen? Welche Unternehmen bieten Ausbildungsplätze? Und da brauchen wir Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit "MINT- Zukunft schaffen".

 

 

 

Seid ihr der gleichen Meinung? Sind Kinder kleine Maschinen? Oder ist die neue Regelung nicht gut?

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Kommentare

Fünf Kommentare
  • es verhindert zweifellos die "dünnbrettborer" der anderen jahrgänge, aber ich würde gerne auf eine sprache verzichten, die naturwissenschaffen mache ich eh aus eigenem interesse. da fehlt es dann an förderung der "wahren" stärken.
    das weitere: ich hätte damit nicht so viele probleme wenn wir nicht in 2 jahren durch diesen gigantischen aufwand rennen müssten.

    was die lehrnmaschinen angeht: war ich früher bestimmt auch (un bin, vor allen in den naturwissenschaften); aber bei sprachen hört das auf.
    die sprachen werden mir den schnitt und damit das abi verhauen, ich danke!

  • Ich finde es total blöd, dass ich in der Oberstufe entweder 3(!) Naturwissenschaften also: Chemie, Physik,Bio nehmen muss oder mindestens 2 Fremdsprachen UND 2 Naturwissenschaften!
    Wieso? Chemie und Physik sind meine schelchtesten Fächer, noch schlag ich mich da irgendwie durch aber wie soll das im Abi werden??

    Außerdem hat Mario recht! Nur jemand der Spaß an seinem beruf hat kann ihn auch gut machen! jemand der keinen Bock auf lernen hat kannst du noch so lange in Unterricht setzen und er lernt nichts!

  • ganz klar, kinder sind lernmaschinen, sie lernen permanent alles was sich in ihrer umgebung abspielt, trotzdem sollte die wirtschaft sich das nicht zu nutze machen. dass sie die möglichkeit bekommen etwas zu machen, finde ich nicht schlecht aber ich sehe schon kommen dass sie bald verpflichtet sind an den experimenten teilzunehmen... in dem alter sollte vorallem ihre kreativität gefördert werden...

  • -kinder sind keine maschinen
    -manches was man in der schule macht braucht man später nicht mehr
    - 2 fremdsprachen sin scheiße für die die´s nicht können & außerdem ist das sprachangebot sehr begrenzt
    & überhaupt ....

  • wie war das mal ... für das leben lernen wir nicht für die schule. ist da mit leben der zukünftige job gemeint? ja, klar nach momentanen gesellschaftlichen entwicklungen sind MINT berufe wichtiger als geisteswissenschaftler - klar das man die freiheit des: was ich lernen will- einschränkt um einen haufen vorzeige ingeneure zu erschaffen. was hat deutschland sonst zu bieten. das ist die verwirtschaftlichung des bildungssystems. nicht für uns selbst lernen wir sondern für den profit, dabei besteht unser wohlstand eher auf der ausbeutung der dritten welt. schon ulkig das dem herrn bei geisteswissenschaften nur fremdsprachen und deutsch einfallen. ich halte das für beschränkt. kinder sollten nach ihren fähigkeiten und neigungen gefördert werden und nicht zu profitablen maschinen für die wirtschaft erzogen werden. *pfui* *pfui*

    ich meine, was ist den das für eine botschaft: werdet lehrer weil die wirtschaft bald welche braucht. nicht etwa weil ihr an den job glaubt, kindern helfen wollt oder weil ihr euch dafür eignet.

    und das resultat? unengagierte lehrer, lustloser unterricht nach plan, überforderte schüler leistungsdruck, versagen, depression usw.

    juhey!

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