Kinofeeling

Kinofeeling: Filme über frauenliebende Frauen

Ein Aufschrei ging durch das Internet, als vor kurzem der Trailer für „The L Word: Generation Q“ veröffentlicht wurde. Am 8. Dezember ist es also soweit: Es wird wieder geliebt in Los Angeles! Drei Damen aus der Nuller-Jahre-Kultserie kehren zurück, ansonsten wird eine neue junge, queere Community gezeigt. Und egal, ob man die sechs Staffeln „The L Word“ geliebt oder gehasst hat – frauenliebende Frauen brauchen mehr Repräsentation in den Medien. Wir haben uns daher zwei tolle Filme herausgepickt, die dies erfüllen.

06. Dezember 2019 - 11:28
SPIESSER-Autorin teaserette.
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teaserette Offline
Beigetreten: 12.07.2010

Immerhin taucht, wenn man bei Netflix „Lesben“ eingibt, ziemlich schnell „Friends“ auf. Das Angebot bei den Streaming-Plattformen ist also gering, und doch gibt es sie da draußen: Die großartigen Filme über frauenliebende Frauen, in denen eben diese im Mittelpunkt stehen – und nicht so, wie in den meisten Serien, nur eine Nebenrolle spielen. Wir möchten euch einen Vertreter aus dem Genre Romcom sowie eine Komödie vorstellen.

„Saving Face“

Worum geht’s?

Das turbulente „Saving Face“ spielt in Flushing, Queens, New York City. Zur großen chinesischen Gemeinde dort gehört auch Wilhelmina Pang (Michelle Krusiec) zwangsläufig, denn ihr Großvater ist in dieser sehr angesehen. Beim wöchentlichen Tanzabend verschießt Wilhelmina sich Knall auf Fall in die hübsche Ballerina Vivian Shing (Lynn Chen). Am nächsten Tag treffen sie sich im Krankenhaus, in dem Wilhelmina als Assistenzärztin arbeitet, wieder. Sie stößt auf Gegenliebe – doch ganz so einfach passen ihre Leben und Karrieren nicht zusammen. Aber es gibt noch andere Sorgen: Wilhelminas Mutter Hwei-Lan Gao (Joan Chen) zieht bei ihr ein, denn sie ist mit 48 schwanger geworden und nicht mehr im Haus der Eltern erwünscht – obwohl sie eigentlich Wilhelminas Oma pflegt. Das sorgt selbstredend für ordentlich Tratsch. Die Storyline der schwangeren Mutter nimmt einen großen Teil der Geschichte ein, ohne den lesbischen Inhalt an die Wand zu spielen – denn die Mutter ignoriert die Sexualität ihrer Tochter vehement.

Auf einen Blick
Action: 
Romantik: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪ ✪
Filmischer Augenschmaus?

Entstanden 2004 ist „Saving Face“ unter der Regie der Drehbuchautorin Alice Wu. Ihr ist damit ein zeitloser Klassiker gelungen, der sehr ästhetisch daherkommt und liebevoll inszeniert ist. Die expliziten Szenen sind äußerst geschmacksvoll.

Was macht man danach?

Sich auf die Netflix-Serie freuen, die Alice Wu gerade entwickelt. Im Mittelpunkt steht erneut eine Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln, was durchaus immer noch selten in den Medien vorkommt.

In 3 Worten:

Lustig, süß, herzzerreißend.

Saving Face

Regie: Alice Wu
Mitwirkende: Michelle Krusiec, Lynn Chen, Joan Chen, Jessica Hecht, Ato Essandoh

DVD-Erscheinungstermin: 09.05.2006
Filmlänge: 93 Minuten
Genre: RomCom
FSK: 0

 

„But I’m A Cheerleader“

Worum geht’s?

„But I’m A Cheerleader – Weil ich ein Mädchen bin“ erschien Ende 2000, hat aber an Relevanz nichts eingebüßt. Humoristisch wird sich nämlich dem Thema „Umerziehungslager“ angenähert, was nicht nur in den USA leider als tatsächliche, schreckliche Option gegen Homosexualität gesehen wird. Im Rahmen einer Teenie-High-School-Komödie wird ziemlich unvorhersehbar erzählt, wie Megan Bloomfield (gespielt von Natasha Lyonne, die später bei „Orange Is The New Black“ eine weitere lesbische Rolle annahm) in einem religiösen Umfeld mit Quarterback-„Scheinfreund“ an nichts anderes denken kann, als ihre Mitcheerleaderinnen.

Auf einen Blick

Action:
Romantik: ✪ ✪ ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪

Wer spielt mit?

Natasha Lyonne spielt das Abstreiten vor sich selbst, lesbisch zu sein, herrlich naiv. In Nebenrollen brillieren Michelle Williams als intrigante Kimberly und RuPaul Charles („RuPaul’s Drag Race“) als einer der „Heterotrainer“ des Camps. Die lesbische Schauspielerin Clea DuVall als Graham wirkt zudem wie der feuchte Traum aller Neunziger-Jahre-Grungegirls. Mit ihr kommt der Tiefgang in den Klamauk.

Filmischer Augenschmaus?

Wie man es nimmt: Das Umfeld zuhause wird sehr altmodisch dargestellt, während das Umerziehungslager pink, blau und grün – monochrom! – ausgestattet ist.

Mit wem angucken?

Mit den Freundinnen, um über Klischees abzulachen.

In 3 Worten:

Absurd, kurzweilig, intim.

But I’m A Cheerleader

Regie: Jamie Babbit
Mitwirkende: Natasha Lyonne, Ru Paul Charles, Clea Duvall, Cathy Moriarty, Melanie Lynskey

DVD-Erscheinungstermin: 15.04.2003
Filmlänge: 89 Minuten
Genre: Comedy
FSK: 12

 

 

Text: Simone Bauer
Headerbild:
by Teddy Osterblom on unsplash

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