Kinofeeling

Mit Siebzehn

Dem 78-jährigen Regisseur André Téchiné ist mit „Mit Siebzehn“ ein Film gelungen, der vor Jugendlichkeit nur so sprüht und die leichten aber auch die nicht so leichten Seiten des Erwachsenwerdens liebevoll zeigt. Warum es sich auf jeden Fall lohnt, für diesen Film ins Kino zu gehen, verrät euch SPIESSERin Carolin.

22. März 2017 - 14:36
SPIESSER-Redakteur Onlineredaktion.
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Beigetreten: 25.04.2009

Worum geht's?

Zwei Siebzehnjährige, Damien und Thomas, gehen in die gleiche Klasse und können sich nicht leiden. Die Gründe dafür scheinen die beiden Außenseiter selbst nicht ganz zu verstehen. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen und Rangeleien. Einmal landen sie damit sogar beim Schuldirektor. Thomas, der jeden Tag anderthalb Stunden zu Fuß und mit dem Bus zur Schule unterwegs ist, hat außerdem Schwierigkeiten mit seinen Schulleistungen und riskiert seinen Traumberuf Tierarzt zu verfehlen. Damiens Mutter, die Landärztin Marianne, behandelt auch Thomas' kranke Mutter und schlägt kurzentschlossen vor, Thomas bei sich und ihrem Sohn wohnen zu lassen.


Damiens Mutter nimmt Thomas bei sich auf.
Wer spielt mit?

Für Sandrine Kiberlain ist es nicht das erste Mal auf der Kinoleinwand. Wir kennen sie bereits aus Filmen wie „Violette“, in dem sie Simone de Beauvoir spielt, und aus „Nur Fliegen ist schöner“ als Rachelle. Nun gibt sie der unglaublich starken und liebenden Mutter Marianne ihr Gesicht. Kacey Mottet Klein tritt als Damien auf, der irgendwo zwischen Kindheit und Erwachsensein steht und diese Rolle sehr überzeugend spielt. Genau wie Sandrine Kiberlain ist er bereits ein alter Kinohase und wird dieses Jahr gleich noch einmal in „Vent du Nord“ zu sehen sein. Nur für Corentin Fila ist es das Filmdebüt und dieses meistert er glänzend. Für seine Rolle als Thomas wurde er gleich zweimal als bester Nachwuchsdarsteller nominiert.

Auf einen Blick
Action:
Romantik: ✪ ✪ ✪
Humor: ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪
Filmischer Augenschmaus?

Die Geschichte von Damien und Thomas könnte in keine Landschaft besser eingegliedert sein als in die Berge der Pyrenäen. Wie das Eis auf den Hochwiesen schmilzt, so tauen auch die beiden Jungs langsam auf und entdecken nach und nach die Schönheit des Lebens in sich selbst und im anderen. Bilder und Musik entführen in eine andere Welt und lassen den Zuschauer nach 116 Minuten lächelnd zurück. Ein Film, der aus keinem anderen Land kommen könnte als aus Frankreich.

Gibt's was zu meckern?

Gar nichts!

Braucht man Taschentücher?

Ihr solltet auf jeden Fall welche griffbereit haben. „Mit Siebzehn“ hält so manche überraschende Wendung bereit und geht mit den präzisen Profilen seiner Hauptdarsteller manchmal ganz schön nahe.

Mit wem angucken?

Dem besten Freund oder der besten Freundin oder einfach jemandem, mit dem ihr gerne ins Kino geht.

Was macht man danach?

Genauso weiter wie zuvor, denn dies ist kein Film, der schockiert oder aus dem Leben reißt, sondern einer, der uns eine poetische Brille aufsetzt und uns durchs Leben begleitet.


Gemeinsames Lernen macht mehr Spaß!
In 3 Worten:

überwältigend, unkonventionell, liebevoll

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Eine großartige Naturlandschaft wie diese hier passt nicht auf einen kleinen Bildschirm, sie schreit geradezu nach einer großen Leinwand!

Mainstream oder Independent?

Independent

Mit Siebzehn

Regie:André Téchiné
Schauspieler: Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Corentin Fila
Kinostart: 16. März 2017
Länge: 116 Minuten
Genre: Drama
FSK: 12

 

 

Text: Carolin Eyert
Bildmaterial: © KOOL Filmdistribution

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