Kinofeeling

Under the Tree

In dieser schwarzen Komödie dreht sich alles um den namesgebenden Baum. Wegen ihm eskaliert ein Nachbarschaftsstreit, aus welchem sich eine verrückte Geschichte mit einigen Überraschungsmomenten entwickelt.

15. Mai 2019 - 14:50
SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Beigetreten: 25.04.2009

Worum geht’s?

Augenscheinlich leben Inga und Baldvin ein besinnliches Leben in einer isländischen Vorstadt. Hinter ihrem Haus verbirgt sich ein wunderschöner Garten mit einem prachtvollen Baum, welcher den beiden an heißen Sommertagen kühlenden Schatten spendet. Alles scheint perfekt, wäre da nicht dieser nervige Nachbar, welcher sich andauernd darüber beschwert, dass der heißgeliebte Baum seinen Schatten auf die Nachbarterrasse wirft. Als wäre das nicht schon genug, zieht auf einmal auch noch Sohnemann Atli wieder zu Hause ein, nachdem seine Ehefrau Agnes von einem Sexvideo aus einer früheren Beziehung erfährt. Während Atli also auf Zwang versucht, die Wogen mit seiner Frau wieder zu glätten, eskaliert der Nachbarschaftsstreit. Nachdem auf mysteriöse Art und Weise auch noch die Hauskatze verschwindet und der verhasste Nachbar urplötzlich mit einer Kettensäge in der Hand gesichtet wurde, versinkt alles im Chaos. Auf einmal scheint Nichts mehr unmöglich …

Regisseur Hafsteinn Gunnar Sigurdsson hat mit „Under the Tree“ eine schwarze Komödie geschaffen, deren Setting jedem von uns bekannt sein dürfte. Reibereien mit den Nachbarn oder Streit in der Beziehung – wer kennt es nicht?! Es sind diese ganz banalen und alltäglichen Konflikte, welche den Film realitätsnah wirken lassen. Nachdem der Beginn zunächst recht schleppend verläuft, nimmt der Film besonders zum Ende hin an Fahrt auf und weist den ein oder anderen Überraschungsmoment auf.

Wer spielt mit?

Der Cast des Films setzt sich fast ausschließlich aus isländischen Darstellenden zusammen. Die Hauptfiguren werden dabei von Steintór Hróar Steintórsson (Atli), Edda Björgvinsdóttir (Inga), Sigurður Sigurjónsson (Baldvin) und Lára Jóhanna Jónsdoóttir (Agnes) verkörpert. Der Nachbar wurde von Torsteinn Bachmann dargestellt.

 

 

Filmischer Augenschmaus?

Der Film bietet keine spektakuläre Szenerie und auch keine aufregenden Actionszenen. Wer sowas erwarten sollte, ist hier also absolut Fehl am Platz. Dagegen wird hier viel Wert darauf gelegt, ein möglichst authentisches Vorstadtsetting zu schaffen. Der Film besteht aus ziemlich wenigen Drehorten und meistens findet das Geschehen in und um Inga und Baldvins Haus statt.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪
Romantik:
Humor: ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪
Gibt’s was zu meckern?

Wie bereits erwähnt, fällt vor allem der Einstieg in den Film sehr schwer. Es wird nun einmal das alltägliche Leben der Charaktere dargestellt, welches anfänglich nicht besonders spannend erscheint. Erst in der letzten halben Stunde baut der Film eine Dynamik auf, die das Interesse besser auf sich ziehen kann. Dazu bleibt die Bindung zwischen Zuschauenden und den Charakteren relativ flach, weshalb einem als zuschauende Person nicht so recht klar ist, was man von ihnen halten soll. Letztendlich stellt sich die Frage, wer hier Protagonist und wer Antagonist ist. Aber vielleicht ist dies auch eine Stärke des Films.

Braucht man Taschentücher?

Nein. Zwar erfahren wir über den Film hinweg auch traurige Details aus Inga und Baldvins Leben, aber um wirklich mitzufühlen, fehlen wichtige Informationen und eine richtige Bindung zu den Charakteren. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da der Film vermutlich niemals eine solche Intention gehegt hat.

Mit wem angucken?

Seht euch den Film am besten alleine an. Falls ihr ihn doch mit anderen schauen wollt, dann sollten diese Personen geduldig sein und nicht allzu häufig dazwischenquatschen.


Inga war nicht gerade über die Gartenzwerge erfreut.
Was macht man danach?

Sich gut mit den Nachbarn stellen.

In 3 Worten:

Vorstadt, Streit, Alltag

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Ihr könnt euch den Film ruhig im Kino anschauen. Dies ist aber kein absolutes Muss, weil die Szenerie nicht sonderlich spektakulär ist und der Film auch sonst eher den Fokus auf die Handlung legt. Daher reicht auch ein kleinerer Bildschirm, um die Geschehnisse um Inga und Baldvin zu verfolgen.

Mainstream oder Independent?

Auf jeden Fall Independent. Mit Humor ist es ja eh immer so eine Sache. Dies trifft dann erst recht auf nordische, schwarze Komödien zu. Der Film wird auf keinen Fall den Massengeschmack treffen, sondern richtet sich eher an ein Nischenpublikum mit einem dunklen Humor.

Under the Tree

Regie: Hafsteinn Gunnar Sigurðsson
Protagonisten: Steintór Hróar Steintórsson, Edda Björgvinsdóttir, Sigurður Sigurjónsson
Kinostart: 16. Mai 2019
Genre: Schwarze Komödie
FSK: 12
Länge: 89 Minuten

 

Text: Duc Hai Le
Bildmaterial: Farbfilm

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