SPIESSER Beschäftigungstherapie

Erster Auftrag: Interview mit Moritz Bleibtreu

   Die SPIESSER-Neulinge David, Anne und Friede berichten abwechselnd vom WG-Leben und dem Redaktionsalltag. Diesmal erfahrt ihr, warum  Anne an ihrem ersten Arbeitstag fast einen Herzkasper bekam.

22. August 2010 - 16:22
von SPIESSER-AutorIn Die-WG.
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Die-WG Offline
Beigetreten: 04.09.2009

   Unverhofft kommt oft

   Das war er also. Der erste „echte“ Arbeitstag. Zwölf Jahre Schülerleben ade, ab jetzt bin ich Vollzeit-Spießerin. Da saß ich nun in der Redaktion, inspizierte noch unbekannte PC-Programme. Entspannt, kontrolliert, Puls im Bereich des Normalen – jedenfalls bis zum Öffnen meiner ersten „Berufsmail“ von Robert:

   „Jedenfalls MUSST du am Mittwoch nach Berlin. 45 Minuten Interview machen mit Moritz Bleibtreu. Vorher Goethe! - Kinopreview. Findest du vielleicht gut. Ich hoffe das. Denn wenn nicht, musst du nämlich trotzdem hin.“

   Meine Güte. Heiliger Strohsack! Okay, ich wollte Herausforderungen. Aber gleich so plötzlich? Und in Gestalt von Schauspieler Moritz Bleibtreu? Da war Schockverarbeitung  angesagt. „Tief ein- und ausatmen, ganz ruhig.“ Nerven flatterten wilder als wild. Mist – dabei wartete doch massig Recherchearbeit! Denn auch ohne einen Blick in die Journalistenfibel weiß der Abiturient: Ein Interview ist eine methodische Befragung durch Fragesteller mit dem Ziel Wissenswertes zu ermitteln. Mit anderen Worten: Fragen mussten her. Nur: Wie denken, wenn Schreckwolken das (sonst so schlaue) Hirn vernebeln?

   Berlin, Berlin – ich fahre nach Berlin
    Erster Eindruck  Foto: Anne Wirth

   Nach nicht einmal drei Tagen wohnhaft in der SPIESSER-WG folgte erneutes Kofferpacken. Mein Gefühlscocktail bestand aus Interview-Vorfreude und den Sorgen einer berufstätigen Mutter, die ihre zwei Küken allein lassen muss. Würden Friede und David den Kampf gegen Geschirrbergmonster und Pfandflaschenbiest allein durchstehen? Zweifelnd wurde „Tschüss, bis bald.“ geschluchzt. Die aufbauenden Worte meiner WG-Genossen fanden allerdings noch Platz im Reisegepäck. Mit Diktiergeräten, Stadtplan, Laptop und Pudding-Knien ging es ab nach Berlin. Starluft schnuppern.

   „Tag Moritz!“ & „Hallöchen, Anne.“

   Szenenwechsel: Member Club Hotel. Noch nie davon gehört. Aber muss wohl besonders sein, denn die  PR-Dame sang Lobeshymnen. Mit dem Fahrstuhl ging es aufwärts – direkt in einen exklusiven Einrichtungs-Traum. Neben Seidenkissen, Keksarrangements und Designerteppichen etwas Lebendiges: Lässig hingefletzt lümmelte Moritz Bleibtreu auf der Chaiselongue. (Oder wie wir bei uns in der WG sagen: auf dem Sofa). Im Original ohne Untertitel und in 3D. Ein charmanter Annekiller, doch die war Miss Contenance persönlich! Verschmitztes Lächeln, Grübchen, braune Augen – ließen mich ganz kalt. Zumindest tat ich so.

   Mission geglückt

   Fröhlich pfeifend schlendern? Osterspaziergang! Foto: Matthias Popp

   Mein Masterplan ging auf: Herr Bleibtreu sinnierte über Prügeleien, Verlockungen, Flirtstrategien, halbvolle und halbleere Gläser. Kurzum: Mir wurde das Leben erklärt.  „Werd Schauspielerin!“, riet er beim Pantomimespiel, weil mir die kreative Darstellung diverser Goethewerke gelang. Vielleicht komme ich ja darauf zurück, sollte es mit dem Journalisten-Dasein nicht funktionieren. Doch vorerst bin ich damit voll und ganz zufrieden. Wann trifft frau schon mal Moritz Bleibtreu?

   Das Interview gibt es im SPIESSER-Heft (130) und hier auf SPIESSER.de

   Letzte Woche hat  Friede vom schlagartigen Erwachsenwerden der WG-Bewohner berichtet.

   
       

   

   

       Lust auf eine kleine Preview?    

   Kinostart für den „Goethe!“-Film mit Moritz Bleibtreu ist am 14. Oktober 2010.

   Was ist eigentlich die SPIESSER-WG? Eine schöne Wohnung mit vier Zimmern, Küche, Bad und drei jungen Menschen, die ein einjähriges Volontariat in der SPIESSER-Redaktion in Dresden absolvieren. In diesem Jahr sind es Anne, Friederike und David.

   

   Was machen die drei in der Redaktion? Sie arbeiten an der gedruckten Ausgabe genauso wie an SPIESSER.de. Sie schreiben Artikel, führen Interviews und recherchieren, sie sind bei Redaktionssitzungen dabei und entscheiden mit, was ins Heft und auf die Startseite kommt. Betreut werden sie dabei von fest angestellten Redakteuren. Wie sich das Leben in den vier WG-Wänden nach Redaktionsschluss gestaltet, fragt ihr sie am besten hier auf SPIESSER.de.

   Text: Anne Juliane Wirth
   Teaserfoto: Matthias Popp
   

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Kommentare

Acht Kommentare
  • im Club. Hab ihn mal in München getroffen :) Feiner Kerl!

  • Ein Film über echte Männer, die gekonnt mit Worten jonglieren und beeindrucken, Zopf tragen und auch im Regenschauer verdammt gut aussehen...
    Ich werd mir den Film wohl noch ein zweites Mal ansehen.

    Der neue Komparativ von famos heißt übrigens Goethe-mos (oder doch Bleibtreu-mos)?

    ;)

  • Habe mir gerade den Trailer angeguckt.
    Famos.
    Ein Film, in dem es noch Frauen mit Locken und richtigen Kleidern gibt. Klingt fantastisch. :)
    Ich sollte wohl ins Kino hüpfen.

  • Sehr stark geschrieben.
    Kann man von vorn bis hinten nachvollziehen, wie es dir erging. Sehr toll ...
    ... da freu ich mich auf den neuen SPIESSER.

  • Hallo die WG sah jawohl top aus als du wiederkamst. Wir haben dich aber auch ganz doll vermisst. Und ich hatte ein wenig Angst, dass du dich verläufst oder Herr Bleibtreu dich gleich da behält.
    Wir sollten über die Anschaffung eines Chaiselongue nachdenken. Vielleicht in die Loggia ;)

  • Von der Kleinstadt in die Metropole;D
    Und gleich einen Promi zur Pantomime animiert... coole Sache.
    Bin schon auf den nächsten SPIESSER gespannt!

  • Der Text ist ja knuffig :D
    Ich kann mir voll vorstellen, wie's dir ging. Aber ich bin mir auch sicher, das Interview ist super :)
    (btw- die Mail war ja auch cool :D)

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