Schmökern

„Nevernight –
Die Prüfung“

Obwohl Mia Corvere erst 16 Jahre alt ist, kennt sie nur ein Ziel: Rache zu üben an den Männern, die ihr Leben zerstört haben. Nur wie soll sie das schaffen, handelt es sich bei ihren Feinden doch um die mächtigsten Männern ihrer Welt? SPIESSER-Autorin Nora begab sich für euch nach Itreya und berichtet über Mias blutigen Weg.

04. Oktober 2017 - 10:49
SPIESSER-Autorin Noreena.
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Noreena Offline
Beigetreten: 12.07.2012

Worum geht's?

Mit erst zehn Jahren muss Mia Corvere, Tochter einer angesehenen itreyanischen Familie, mitansehen, wie ihr Vater hingerichtet und ihre Mutter eingekerkert wird. Sie selbst entkommt ihren Verfolgern nur knapp und schwört Rache. Unter falschem Namen nimmt Mercurio, ein Antiquitätenhändler, sie auf und zieht sie groß. Aber Mercurio ist kein normaler Händler. Er bildet Attentäter für den Assassinenorden aus, der sich die „Rote Kirche“ nennt. Und auch Mia ist kein normales Mädchen. Sie ist eine Dunkelinn. Seit dem Tag, an dem ihre Familie auseinandergerissen wurde, begleitet sie eine Katze, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten ernährt. Um ihre Ausbildung als Assassinin abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur „Roten Kirche“ machen, wo gefährliche Prüfungen auf sie warten.

Wer steckt dahinter?

Jay Kristoff lebt in Melbourne, Australien und schreibt Science Fiction- und Fantasy-Romane. Mit seinem ersten Roman „Stormdancer“ aus der „The Lotus War“-Reihe (japanischer Steampunk) wurde er im englischsprachigen Raum bekannt. „Nevernight“ ist das erste Buch der „Nevernight Chronicle“. Das zweite Buch „Godsgrave“ kommt September 2017 auf Englisch raus. Der dritte Teil erscheint 2018.

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Mit seinen knapp 700 Seiten ist das Buch eher was für ein stabileres Bücherregal. Da die Geschichte nicht von der Hauptperson erzählt wird, sondern von einem Erzähler, der den Leser mit Fußnoten bombardiert, liest es sich zunächst langsam. Wenn man sich aber einmal in der Welt zurechtgefunden hat, vergeht die Geschichte wie im Flug. Zudem finden sich in dem Buch schön gestaltete Landkarten, mit denen man Mias Weg verfolgen kann.

Nevernight – Die Prüfung

Autor: Jay Kristoff
Verlag: FISCHER Tor Verlag
Veröffentlichung: August 2017
Seitenzahl: 704

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Da der Autor die vielschichtige Welt Itreya geschaffen hat, brauchte ich Ruhe um der Geschichte folgen zu können. Die Fußnoten geben dem Leser zusätzliche Informationen und Hintergrundgeschichten der Welt. Allerdings enthalten sie auch bissige bis zynische Kommentare des Erzählers, die sich direkt an den Leser wenden. Hinzu kommt eine sehr explizite Sprache mit vielen Schimpfwörtern und der einen oder anderen detaillierten Sexszene.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Das Buch beginnt mit einer 2 und endet mit einer 9. Durch die ersten hundert Seiten musste ich mich durchkämpfen, da man in die Welt hineingeworfen und durch die Fußnoten immer wieder aus dem Lesefluss herausgerissen wird. Aber das Kämpfen lohnt sich, denn ab dann nimmt die Spannung immer weiter zu. Das Buch endet gemeinerweise mit einem Cliffhanger, daher bin ich gespannt auf den zweiten Teil.

Wem borgt man es als erstes?

Am Anfang erinnerte mich die Geschichte an die „Throne of Glass“-Reihe von Sarah J. Mass und die Sprache und der Schreibstil an „Bartimäus“ von Jonathan Stroud. Das Ausmaß der Gewalt hingegen kann mit „Game of Thrones“ von George R. R. Martin mithalten. „Nevernight“ ist eine Mischung aus allen, aber wesentlich derber. Dieses Buch ist nichts für Romantiker und zart Besaitete. Wer sich nicht von abgeschnittenen Körperteilen, Blutbädern und Leichenbergen abschrecken lässt, der sollte zu diesem Buch greifen. Denn abgesehen davon ist die Welt, in der Mia lebt fesselnd und etwas ganz anderes.

Lieblingszitat:

„Eigentlich ist zwischen deiner und meiner Schamgegend gar kein Unterschied. Außer dem offensichtlichen, natürlich. Aber keines ist dem anderen überlegen. Wieso sollte das, was ich zwischen den Beinen habe, auch schlauer oder dümmer sein, besser oder schlechter? Es ist doch einfach nur Fleisch, Don Tric.“ (Seite 99)

In drei Worten:

Brutal, blutrünstig, kompromisslos

 

Text+Teaserbild: Nora Füllenkemper

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