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Talent? Ohne die Profispiegelreflex und Fotoshop wären die meisten 'Fotografen' doch auch aufgeschmissen

Jetzt mal ernsthaft. Was täten die ganzen Fotografen, ob Studiofotograf oder Freelancer eigentlich, wenn sie eine einfache Digitalkamera von Aldi in die Hand gedrückt bekämen? Was würden da wohl für Ergebnisse rauskommen?

16. Dezember 2013 - 21:15
von SPIESSER-Autorin Lena Engel.
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Lena Engel Offline
Beigetreten: 13.12.2013

Heute läuft doch alles mit Getrickse. Sogar ich, als Gelegenheitsfotografin ertappe mich so, so oft dabei, den schönstmöglichen Filter für meine Bilder aus Pixlr-o-matic oder Picasa 3 herauszusuchen oder mit der schönen Polaroid-App meinen Fotos einen Vintage Style zu verpassen. Das Ergebnis: Eigentlich ganz in Ordnung, wenn nicht sogar ab und zu mal schön. Ich dachte echt eine Zeit lang, ich wär ein bisschen talentiert. Doch einmal kam ich aus Versehen auf einen Knopf, der alle meine Effekte, Filter, Sättigungseinstellung etc. wurden rückgängig gemacht. Das was ich sah, ließ all meine Einbildung vom einen auf den anderen Moment verschwinden und mich in ein Häufchen Elend verwandeln. Ein tristes, langweiliges, farbloses Foto hatte ich gemacht. Wie peinlich! Schnell legte ich wieder den Filter drüber und SCHWUPPS, hatte ich wieder ein herrliches Bild mit Indie-Touch.

Ist es nicht das gleiche bei den ganzen anderen Fotografen? Man schnappt sich seine 2500 Euro schwere Canon/Nikon etc., schnappt sich ein Model, das einigermaßen gut aussieht und knipst ein bisschen. Reflektor hierhin halten, externen Blitz dort aufstellen.. Und wenn das Bild trotz des ganzen Aufwandes und der zahlreichen Kameraeinstellungen nichts geworden ist, gibts immernoch Photoshop. Photoshop. Damit kann man doch echt ALLES machen. Selbst wenn das Model im Regen vor ner Hauswand steht, kriegt man es mit Photoshop - natürlich spektakulär in Szene gesetzt - in die Sahara gebeamt. Haste Mist gebaut, korrigiert Photoshop es für dich. Oder all die Streetfotografen mit ihren puristischen, authentischen Streetstylefotos! Stellt mal so einen mit ner Digicam auf die Straße. Ich wäre echt sehr gespannt! 

Natürlich - die meisten sagen, Bearbeitung gehöre dazu, Bearbeitung sei ein 'Teil der Kunst'. Und genauso schön ist es auch, ein Bild ohne Makel, ohne etwas, das das Auge stört zu betrachten. Das ist doch schließlich (meistens) das Ziel? Aber ist man dann direkt schon Profi, wenn man sich ein Jahr lang die technischen Skills anlernt und ein einigermaßen anständig proportioniertes Bild schießt? Ist man dann schon ein Profi, wenn man das Ziel mit den Mitteln erreicht?

Was mich ärgert, ist, dass so, so viele für ihr 'Talent' angepriesen werden, wobei sie es doch - ES TUT MIR LEID - gar nicht verdient haben.. Leute, lasst euch nicht blenden und nehmt euch doch einfach mal selber die eigene Digicam (oder die von den Eltern) zur Hand und probiert aus. Wer weiß, vielleicht kommt da Großes raus!

Es gibt jedoch trotzdem Fotografen, die ich sehr bewundere zum Beispiel, Theo Gosselin oder Nirrimi Hakanson. Die könnte man auch mit ner 4 Megapixel Kamera ohne Bildstabilisator laufen lassen. I promise.

Gute Nacht!

 

 

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Kommentare

Sieben Kommentare
  • Keine Ahnung, ob sich das jetzt irgendwie gemein liest, aber:
    Ich befürchte, dass du dich tatsächlich nur mit Hobbyfotografie und dementsprechend Hobbyfotografen auseinandergesetzt hast. UND außerdem mit der simplen Frage nach der Bildqualität auf Grund von Größe und nicht mit den technischen (Einstell-)Möglichkeiten, die dir verschiedene Kameras bringen. Ich meine vor allem, die manuellen, keine Vorbearbeitungen, sondern mechanische, wie Blende, Belichtungszeit, etc.

    Wenn man als 'professioneller' Fotograf also eine Aldi-Kam in die Hand bekommt, kann man durchaus gute Momente einfangen, die VIELLEICHT jemand anderem nicht aufgefallen wären, vielleicht eine Komposition fotografieren, die jemand anderes so nicht im Sucher/auf dem Bildschirm gefunden hätte. Das ist auch eine Frage des Blicks -> Fotografie hat also auch etwas mit einem Blick und dem Gefühl für Bildaufbau und -kompositionen zu tun.
    Kann der Fotograf keine eigenen Einstellungen, die nichts mit Photoshop und Filtern zu tun haben, vornehmen, kann er beispielsweise die Schärfentiefe nicht beeinflussen, er kann nicht bestimmen, ob das Bild eine lange oder kurze Belichtungszeit hat, und wo der Fokus liegt. Das hat nichts mit Nachbearbeitung zu tun.
    Auch das richtige Licht kann ein 'Fotograf' vielleicht in seiner Umgebung eher ausmachen als ein 'Laie'.

    Also: Natürlich ist es grundsätzlich erst einmal schwieriger, mit einer 'schlechteren' Aldi-Kompakt-Knipse wirklich wundervolle Bilder hinzubekommen, rein technisch gesehen, im Vergleich dazu muss man aber auch überlegen, ob man als Laie denn auch mit den viellen Grundeinstellungen einer komplexeren Kamera überhaupt zurecht käme – oder eben nicht. Und dann wären die Bilder des Laien eventuell sogar noch schlechter als wenn er sie mit einer Aldi-Kam geknipst hätte.

    Zusammenfassend kann man also sagen, dass das Thema weit mehr in sich hat als du anführst.

  • Nachdem mir meine süße Digitalkamera auf's Objektiv gefallen war, weil ich einen Notenständer als provisorisches Stativ nutzte, gab es erstmal eine Fotografierpause in meinem Leben. Ich fing an zu zeichnen und dies, (Achtung Eigenlob) gar nicht schlecht. Irgendwie bin ich dann mal auf den Künstler Miroslav Tíchy gestoße (lohnt sich wirpklich mal zu googeln, über ihn hier zu schreiben wäre zu komlex) und bekam Lust mir meine eigene Lochkamera zu bauen. Ein Schuhkarton, ein Loch, eine Reflektierfläche und ein bisschen Pergament- und Fotopapier, fertig war der Spaß. Die Bilder waren toll, teilweise sogar zu erkennen. Durch diese experimentelle Phase lernte ich unglaublich viel, das digitale reizte mich kaum. Ich besorgte mir, statt einer digitalen Spiegelreflexkamera eine ordentliche Analoge mit viel Equipment und sogar einem Stativ! :) Zudem habe ich das große Glück in einem alten Fotolabor selbst entwickeln zu können, was ich auch schon mit den Bildern der Lochkamera machte. Da ich nichtmal ein Smartphone besitze, bin ich also volkommen Analog. Zwar ist es ein unglaubliches Zeitaufwendiges Hobby, aber es bringt auch unglaublich viel Spaß. Man lernt so viele Sachen zu entdecken, vielleicht sehe ich die Welt entzwischen einfach ein kleines bisschen anders.

  • Ich mache die meisten Fotos mit meiner Spiegelreflexkamera und wenn man mit der Technik umgehen kann, kommen richtig schöne Bilder zustande, die eigentlich kein Photoshop mehr brauchen.
    Natürlich macht es auch Spaß seine Fotos mit diversen Apps zu bearbeiten, aber bitte nicht übertreiben!!!
    Manchmal kommt durch die Spielerei mit den Fitern, aber auch ein kleines Kunstwerk zustande (Zufall! :D).

    Trotzdem kann der schlechteste "Hobbyknisper" mit einer 2500 Euro Kamera immer noch keine guten Bilder machen. Dafür braucht man einen gewissen Blick und Kreativität.

  • Ich kenne so viele Idioten die glauben fotografieren zu können bloß weil sie eine teure Kamera haben. Manche von denen betreiben sogar eine Facebookseite auf der sie ihre 'meisterwerke' präsentieren. -->kein Talent
    oder die die sich eine teure Kamera kaufen um im Endeffekt nur sich selbst zu fotografieren -.-
    so was unprofessionelles und dämliches ich könnte sie alle erwürgen

  • ich find es auch schade, dass so viel gephotoshoped wird, aber ich glaub, dass du das (zumindest nach dem geschriebenem) ein wenig zu eng siehst. also, dass man zu viel photoshoped das stimmt und man kann mit sicherheit auch nur mit der kamera grandiose bilder machen. aber ich denke, dass es mit der digicam schon echt schwer werden kann. ich bin nur hobbymäßig am fotografieren und leider meist mit auto-modus der spiegelreflex unterwegs, weil ich es bis jetzt (2 jahre lang) nich geschafft hab, dass genügend zu üben, alles selbst einzustellen...aber ich denke mit der digicam kann es ECHT scher werden, etwas so fotografieren wie man will. bei den aldi-dingern kann man z.b. nichmal selbst scharf stellen (was auch der grund für meine selbstangeschaffte spiegelreflexs ist - ich musste die kamera bei "nahaufnahmen" immer irgendwie so austricksen, dass der autofokus das scharf gestellt hat, was ich wollte :D )

    ich persönliche photoshoppe auch nich, weil ich das gefühl hab, dass ich meine bilder manipuliere und es dann nich mehr mein eigenwerk ist..

    ach und limau, mit ner spiegelreflex hast du meitens ne viel bessere auflösung als mit ner digicam...allein das hab ich anfangs schon bei spiegelreflex bewundert :) aber mit dem rest hast du recht ;)

  • Schön geschrieben und es drückt auch genau meine Meinung aus.
    Wenn kann man fotografieren oder man kann es nicht. Das bringt auch nichts wenn man sämtliche Photoshop Funktionen an einem Bild ausprobiert.
    Zwar ist es zurzeit der Trend das viele Menschen mit einer Spiegelreflex Kamera durch die Gegend rennen. Aber warum so eine so unhandliche? Mit meiner zwar kleinen Kamera bekomme ich (fast) genauso gute Ergebnisse, wenn man gut darin ist.

  • ja so ist das...ich hab mit einer popeligen digicam angefangen...und mir vor 3 jahren ne dsr-cam gekauft einfach weil mein anspruch für die digivam zu hoch geworden ist...aber die kunst des fotografierens liegt in der improvisation...wenn man das beherrscht kann man auch ohne photoshop und dsr-cams aus nichts ganz viel machen. peinlich wirds dann wenn auf ner familienfeier zig leute mit ner dsr auftauchen und im vollautomatikmodus fotographieren. damit wäre die ganze technik wieder für den arsch.

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