Meinung

Mal wieder ins Museum – Langweilig? Überwältigend!

Wer von euch musste nicht langweilige Museumsbesuche mit der Schulklasse über sich ergehen lassen? Da ist es kein Wunder, wenn einem vor lauter Gähnen einige der tatsächlich bemerkenswerten Ausstellungen entgehen. SPIESSER Paul erzählt über seine Begegnung mit dem T-Rex Tristan.

16. März 2018 - 09:17
SPIESSER-Autor PaulausMdorf.
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PaulausMdorf Offline
Beigetreten: 18.05.2016

Ein unerwartetes Wiedersehen

Dunkel regt sich etwas in den Tiefen meines Unterbewusstseins als ich die große Eingangshalle des Naturkundemuseums in Berlin betrete. „Hier warst du doch schon mal...“, denke ich mir, als ich die gewaltigen Brontosaurus-Skelette erblicke. Vor einer gefühlten Ewigkeit bin ich als Kind schon ehrfürchtig diese Gänge entlanggeschlichen. Jetzt bereue ich, diesem Museum innerhalb des letzten Jahrzehnts keinen weiteren Besuch abgestattet zu haben. Wo man auch hinschaut gibt es interaktive Informationsflächen und atmosphärisch in Szene gesetzte Ausstellungsstücke. Aber das Markenzeichen des Naturkundemuseums Berlin, das über 13,5 m große Stegosaurusskelett, ist heute nicht mein Ziel. Ich suche Tristan!

Ein Museum macht´s richtig!

Wenn man Schulkinder fragt, was sie mit Museen verbinden, so wird man vermutlich oft die Antwort „Langeweile“ bekommen. Der Hauptgrund dafür ist wohl, dass viele Museen die wunderbare Chance verpasst haben, mit Hilfe neuer technischer Möglichkeiten eine schwer zu begeisternde Zielgruppe zu gewinnen: Junge Menschen.

Ein Beispiel dafür, wie man es richtig macht, ist das Naturkundemuseum Berlin: Statt auf mehr oder weniger wirksam präsentierte Infotexte wird hier sehr viel auf technische Innovation gesetzt: Per Touchscreen oder zumindest über Bewegungserkennung werden auf Infotafeln spannende Fakten als Filme oder Animationen präsentiert. Das ist aber noch nicht alles! In einem Teil des Museums kann man die Paläontologen bei der Arbeit beobachten und sehen, wie Knochen präpariert werden.

Das bemerkenstwerteste Exponat, den T-Rex Tristan, sieht man in Berlin auf gewaltigen Plakaten mit Nahaufnahmen von Zähnen oder Klauen in der U-Bahn. Diese Bilder werden dann mit Zitaten von Filmen und Literatur unterschrieben. Zum Beispiel „Don´t worry. It´s dead.“ aus Jurassic Park. Das alles ist sehr stimmungsvoll und macht deutlich, dass das Naturkundemuseum in der neuen Zeit angekommen ist.

Ende der Safari

Auf meiner Suche nach dem T-Rex Tristan bin ich mittlerweile in einem großen, abgedunkelten Raum angekommen. Da steht er! Gewaltig. Angsteinflößend noch Millionen Jahre nach seinem Tod. Das vollständige Skelett eines Tyrannosaurus Rex! Hier wurde sich eine besondere Art der Präsentation ausgedacht. Das Skelett steht auf einer grob nachmodellierten Felslandschaft mitten im Raum. Der Kopf, bedrohlich nach unten geneigt, ist so groß wie ich. Auf den Infotafeln kann man einzelne Körperteile anwählen und zusätzlich zu der gewohnten Animation auf der Tafel wird dann auch noch der entsprechende Knochen direkt am Skelett mit einem Scheinwerfer angestrahlt. Sehr beeindruckend!

Am Abend verlasse ich das Museum mit dem Gefühl, etwas Großartiges gesehen zu haben. Leute, ihr müsst echt mal schauen, was die Museen in eurer Umgebung Neues zu bieten haben! Und Museen: Ihr habt, glaube ich, ein Imageproblem. Zeigt, dass ihr euch neu erfunden habt! Ihr seid eigentlich super!

 

Text und Bilder: Paul Hilliger

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • cool, das du das auch so siehst! Kannst du vieleicht ein paar kleine Musen empfehlen?

  • Ich sehe das absolut genau so. Aber oft sind gerade die kleinen Museen die besten. Aber das Naturkundemusem in Berlin ist schon echt cool

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