Mittagspause mit ...

„Rede ich wirklich so?“

Selbst in der Mittagspause muss Peter Kloeppel arbeiten – und zwar Evas Fragen beantworten. Bei einem Teller Nudeln mit Kaninchen-Ragout erzählt er ihr alles über die politische Situation in Lampukistan und sein privates Spießertum.

17. Oktober 2016 - 08:56
SPIESSER-Autorin Eva SchautindieLuft.
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Eva SchautindieLuft Offline
Beigetreten: 23.10.2013

SPIESSER: Herr Kloeppel, gibt es heute Abend bei RTL-Aktuell neue Nachrichten aus Lampukistan?

Peter Kloeppel: Wir machen wie immer Nachrichten aus der ganzen Welt. Aber Lampukistan hat bei uns – bisher – keine Rolle gespielt. Über die Regierungsverhältnisse vor Ort bin ich trotzdem einigermaßen gut informiert. Da herrscht ja eine stabile Diktatur. So gesehen muss man sich da auch nicht so oft drum kümmern.


Auf dem Monitor siehts aus wie „Punkt 12", gedreht wird es aber im rundum grünen Raum.

Sind Sie verärgert, wenn Sie, wie vom Switch-Team, parodiert werden?

Nö. Das ist ja auch fast immer lustig. Parodien haben den Vorteil, dass man sich an ihnen überprüfen kann. Manchmal frage ich mich: „Rede ich wirklich so? Und bewege ich mich wirklich so?“ Aber ich habe zum Glück noch nicht angefangen, extra darauf zu achten, anders zu sein.

Würden Sie eigentlich ins Dschungelcamp gehen?

Nein.

Wie überzeugt sind Sie vom RTL-Programm?

Sehr überzeugt. Schließlich sehe ich, dass es bei den Leuten ankommt. Wir machen Familienprogramm.


Noch mehr Technik für Eva, die sichtlich
begeistert ist.
Sendungen wie „Mitten im Leben“ sind also gut, weil sie ankommen?

Wir machen Fernsehen in erster Linie für Menschen, die vom Fernsehen informiert, unterhalten und mit Spannung versorgt werden wollen. Das Programm hat deshalb ganz unterschiedliche Facetten – und jeder sucht sich das aus, was ihn interessiert. Deswegen kann ich mit dem, was wir anbieten, sehr gut leben.

Sie sind studierter Agraringenieur. Wie sind Sie zum Fernsehen gekommen?

Das hat sich ergeben. Ich wollte mit meinem Studium und danach mit der Journalistenschule Agrarjournalist werden. 1985 habe ich ein Praktikum bei RTLplus absolviert. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich von einem Karriereschwenk in diese Richtung habe überzeugen lassen. Und das habe ich auch nie bereut.

Haben Sie auf dem Bauernhof Dinge gelernt, die sie heute bei RTL brauchen können?

Sehr viele sogar. Dass man hart arbeiten muss, um Erfolg zu haben. Dass der Tag mehr als acht Stunden hat. Dass man auch an Wochenenden immer mal wieder arbeiten muss. Und dass man verantwortlich ist für sein eigenes Tun.

Ist Ihnen eigentlich mal ein richtig großer Fauxpas vor laufender Kamera passiert?

Einmal habe ich zu Beginn der Sendung auf einem Mikrofon gesessen. Das habe ich erst gemerkt, als ich schon angefangen habe zu moderieren. Den Zuschauern ist es sofort aufgefallen, weil der Ton sehr gedämpft war. Ein Blick in die falsche Kamera oder ein Frosch im Hals kommen auch hin und wieder mal vor. Zum Glück finden die Zuschauer das lustig, wenn dem vermeintlich perfekten Nachrichtenmenschen Kloeppel ein Fehler passiert.


Ah, jetzt, ja... eine Insel! Eva lernt das Redaktionssystem kennen – flüchtig.

Hier sitzen viele junge Leute. Was raten Sie allen, die „Was mit Medien“ machen wollen?

Sich das „Was mit Medien“ gleich abzuschminken. „Was mit Medien“ ist viel zu breit. Man sollte schon eine Idee haben, in welches Medium man möchte und was man dort machen möchte. Unterhaltung? Nachrichten? Doku-Soaps? Reportagen? Einfach nur „Medienwelt ist toll, da will ich mitmischen“ reicht nicht.

Sind Sie ein Spießer?

Ich bin eher konservativ, ja. Das sieht man an meinem Outfit. Das sieht man an der Art, wie ich mein Leben gestalte. Aber ich bin bestimmt kein Spießer der sagt „Das haben wir schon immer so gemacht, das machen wir auch weiter so und alles was anders ist, ist blöd“. Ganz im Gegenteil: Ich bin Neuem gegenüber sehr offen, und ich werde gerne mit Ideen konfrontiert, die nicht meine sind. Wollen Sie eigentlich noch irgendwas essen? Oder mal aufessen?

Ne, ich hab spät gefrühstückt. Ich bin extra hierfür um 11 aufgestanden.

Um 11 aufgestanden... lacht

Ja, das schöne Studentenleben.

Wie, ernsthaft?!

 

Text: Eva Bosse
Fotos: Frank Dünzl

 

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