SPIESSER unterwegs

Meine Reise ans
(fast) andere
Ende der Welt

Einmal mit dem Fahrrad über die Golden Gate Bridge, sich die salzige Pazifikluft um die Nase wehen lassen, in eine Welt zwischen traditionsreicher Wissenschaft und technologischen Meisterschmieden eintauchen und den „California Sunshine“ an palmengesäumten Stränden genießen. Das waren nur einige Punkte auf der To-Do-Liste, die SPIESSER-Autorin Anna im Gepäck hatte, als sie vor drei Monaten für ein Praktikum am Deutschen Generalkonsulat in den Flieger Richtung US-Westcoast stieg.

14. August 2015 - 13:16
SPIESSER-Autorin an1991na.
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an1991na Offline
Beigetreten: 01.08.2012


Nur eine der vielen Treppen in San Francisco,
die Anna täglich bezwingen muss.

Da stehe ich also nun, mitten im Herzen von San Francisco. Ein Cable Car rauscht im frühmorgendlichen Trubel an mir vorbei und wie so oft trennen mich noch zahlreiche steilansteigende Straßen von meinem Arbeitsplatz. Insgesamt zieren 43 Hügel das Erscheinungsbild von San Francisco – sie sorgen sowohl für traumhafte Panoramablicke, als auch für höllischen Muskelkater. Und so kämpfe auch ich jeden Morgen mit den berühmt-berüchtigten Steigungen. Laut Erzählungen sind sie bei der Stadtgründung San Franciscos deshalb entstanden, weil der zuständige Architekt in Washington den Straßenplan entwarf, ohne jemals selbst die Stadt und ihre geographischen Finessen gesehen zu haben. Doch einmal am Gipfel angekommen, so reichen ein Blick auf das wunderschöne, denkmalgeschützte Konsulatsgebäude und die Aussicht auf die Stadt aus, um sämtliches Ächzen vergessen zu machen. So auch heute.

Dieser Weg wird kein leichter sein

Nicht nur mein täglicher Weg zum Konsulat folgt dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, auch die Reise an die amerikanische Westküste steckte voller Herausforderungen für mich. Es begann bei der Bewerbung für ein Praktikum beim Auswärtigen Amt. Nachdem ich mich bereits zweimal über die Zentrale in Berlin online beworben hatte – damals stimmte leider wie oftmals im Leben das Timing einfach nicht – versuchte ich nun wieder mein Glück.


Jeden Tag ein wundervolles Fotomotiv:
Die Golden Gate Bridge
.

Insgesamt hat man als Bewerber die Möglichkeit, bis zu neun verschiedene Auslandsposten für sein Praktikum anzugeben. Wichtigste Voraussetzung dabei: Es muss ein Pflichtteil des Studiums sein! Neben Stationen wie London, Kopenhagen, Wien und Rom entschied ich mich auch für entferntere Ziele wie Canberra, Washington und eben San Francisco.

Da ich bereits vorher gehört hatte, wie begehrt ein Praktikum in der kalifornischen Hochburg ist, malte ich mir keine guten Chancen aus. Doch ich wurde schon bald eines Besseren belehrt und so hieß es Anfang des Jahres Visum beantragen, Unterkunft finden, Reiseführer schmökern. Besonders die Zimmersuche gestaltete sich zu einem echten Abenteuer. Zum einen sind die Mieten in San Francisco in den letzten Jahren in die Höhe geschossen, zum anderen gibt es vergleichsweise wenig verfügbare Wohnmöglichkeiten. Um etwas Günstiges zu finden, braucht es also viele Nerven und Zeit. Ich habe insgesamt drei Umzüge und eine gestohlene Kaution hinter mir, daher lautet mein Rat: Bemüht euch rechtzeitig um eine Unterkunft!

I left my heart in San Francisco

Auch wenn mir noch ein Monat an diesem wundervollen Fleckchen Erde bleibt, so kann ich schon jetzt sagen: Meine Zeit in San Francisco werde ich nicht vergessen! Es liegt sicherlich am Zauber dieser kleinen Großstadt, an ihren interessanten Charakteren und den beinahe kitschigen Panoramablicken auf die Golden Gate Bridge und den Pazifik. Ohne Zweifel hat aber auch die Arbeit im Konsulat dazu beigetragen, dass ich die spannenden Entwicklungen in und um San Francisco hautnah miterleben durfte.


Hier lässt es sich arbeiten: Das Generalkonsulat
in ganzer Pracht

Da ich derzeit die einzige Praktikantin bin, folgen meine Aufgaben dem sogenannten Generalistenprinzip, das die Arbeit im Auswärtigen Dienst kennzeichnet. Gerade während der ersten Jahre sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst viele Regionen und Aufgabengebiete kennenlernen. So haben sich auch viele meiner Kolleginnen und Kollegen auf jedem neuen Auslandsposten einem anderen Themengebiet gewidmet. Was sich bei ihnen jedoch auf ein ganzes Arbeitsleben ausdehnt, beschränkt sich bei mir auf einen viermonatigen Intensiv-Einblick. Dabei konzentriere ich mich neben der täglichen Recherche-Arbeit, auf die Vorbereitung zahlreicher Veranstaltungen, die Mithilfe bei Delegationsreisen und die Bearbeitung von Bürgeranfragen. Bei all diesen Begegnungen und Gesprächen lerne ich Menschen kennen, die so wie ich von San Francisco fasziniert sind; die hier mittlerweile ihre Heimat gefunden haben; die ihr deutsches Know-How erfolgreich mit der amerikanischen Wirtschaftskultur verknüpfen und auf diese Weise im Silicon Valley entscheidend mitwirken können. Ich hoffe sehr, dass auch ich irgendwann zu ihnen gehören und noch einmal in San Francisco leben werde. Denn Oscar Wild hatte Recht, als er sagte: Es muss eine wundervolle Stadt mit magischer Anziehungskraft sein.

Text & Fotos: Anna Leiber

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Hallo Kyra! Ja, das hast du richtig erkannt :) Ich habe meinen Bachelor in Politikwissenschaft gemacht und studiere zur Zeit noch "World Politics and International Relations".

  • Die wichtige Info, was du denn eigentlich studierst, fehlt leider. Irgendwas politikwissenschaftliches? :-)

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